Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ein Rauchhaus für die Feuerwehr
Lokales Ostholstein Ein Rauchhaus für die Feuerwehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 24.03.2018
Die Brandschutzerzieher Jens Krüger (l.) und Jan Jedack präsentierten das neue Rauchdemohaus.
Die Brandschutzerzieher Jens Krüger (l.) und Jan Jedack präsentierten das neue Rauchdemohaus. Quelle: Fotos: Peyronnet
Timmendorfer Strand

Der bisherige Jugendwart trat nicht wieder für den Posten an. Sein bitteres Fazit: „Klar, A . . . loch zu sein, hilft heute vielleicht weiter.“ Aber müsse das unbedingt in einer Feuerwehr so sein? Zu Beginn seiner Rede hatte Babin gesagt, er habe seine Gründe dafür, den Posten des Jugendwartes abzugeben. Die erzähle er nicht jedem. Ein paar Andeutungen kamen dann aber doch von ihm.

Bei der Gemeindewehr Timmendorfer Strand ist Feuer unterm Dach. Nicht nur, weil sie jetzt über ein Puppenhaus verfügt, in dem Rauch und Feuer simuliert werden. Sondern auch, weil es offenbar Unfrieden hinter den Kulissen gibt. Davon sprach Mirco Babin.

„Es gab zu viel Geheimnistuerei.“ Kritik übte Babin daran, dass sich „Leute heimlich treffen und etwas beschließen, das dann gesetzt ist“. Er sei zur Feuerwehr gekommen, weil er dachte, dort gebe es ein Miteinander, kein Gegeneinander.

Babin erhielt viel Beifall. Auf seine Vorwürfe ging aber niemand ein. Alle lobten nur seine hervorragenden Leistungen als Jugendwart. Zu seinem Nachfolger wählte die Gemeindewehr mit großer Mehrheit Nils Bäumer. Er war bisher sieben Jahre stellvertretender Jugendfeuerwehrwart. Bäumer betreut jetzt die 28 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, darunter sechs Mädchen.

Ein Höhepunkt der Jahresversammlung war die Vorstellung des neuen Rauchhauses, auch Rauchdemohaus genannt. Ein Puppenhaus, in dem sich Brandrauch erzeugen lässt, der dann die im Haus installierten Rauchmelder anspringen lässt. Die Arbeit der beiden Brandschutzerzieher Jens Krüger (Feuerwehr Niendorf) und Jan Jedack (Wehr Timmendorfer Strand) mit dem Haus richtet sich vor allem an Kinder der vierten Klasse. Sie sollen anhand des Modells erkennen lernen, welche Situation in welchen Räumen eines ganz normalen Hauses zu Bränden oder Unfällen führen können. Durch die Glasscheiben der Vorderfront lässt sich gut beobachten, wie der Qualm durch die Flure und Räume wabert. Die 5000 Euro, die das Haus gekostet hat, sind laut Jedack ebenso wie die ganze Brandschutzerziehung die Investition mit der längsten Langzeitrentabilität: „Was ich im Kindergarten begriffen habe, weiß ich noch im Altersheim.“

Es gibt weitere Neuerungen bei der Gemeindewehr Timmendorfer Strand. Gemeindewehrführer Thomas Scharbau ging noch einmal auf den Brand des „Nautic“ ein und darauf, dass die Verpflegung bei diesem Einsatz „nicht für die Bevölkerung und für uns ausgereicht“ hatte. Bei dem langen und belastenden Einsatz hatten Schaulustige den Feuerwehrleuten die Brötchen weggefuttert. Bissig sagte Scharbau, die Wehr habe schon überlegt, einen Imbisswagen anzuschaffen. Stattdessen habe sie die Gründung der 4. Betreuungsgruppe Ostholstein/Timmendorfer Strand angeregt. Dahinter stehe der Malteser Hilfsdienst.

Mit der Wurstwarenfabrik Brandenburg, dem Maritim-Seehotel und der Bäckerei Brede sei abgesprochen, dass die Malteser auf Anforderung der Wehr diese Quellen anlaufen und dann eine Verpflegungsstelle aufbauen. Scharbau: „Wir müssen nur noch sehen, wie wir diese Stelle bewacht kriegen, damit die Auswärtigen nicht zuschlagen.“

Bei den Ehrungen und Beförderungen gab es eine in Ostholstein einmalige Sache. Ein Mann wurde zum Ehrenwehrführer ernannt, obwohl er nie Wehrführer war. Diese Auszeichnung wurde Dieter Noetzelmann zuteil. Er war, wie Scharbau betonte, nicht nur ein herausragender stellvertretender Wehrführer, sondern hatte auch für den erkrankten Wehrführer 2006 das 100-jährige Bestehen der Feuerwehr Timmendorfer Strand organisiert. Noetzelmann wechselt jetzt in die Ehrenabteilung. „Ich weiß jetzt: Ich bin alt“, kommentierte Noetzelmann diesen Schritt.

Geehrt wurden Evelin Westphal (Wehr Hemmelsdorf) und Sven Möller (Groß Timmendorf) für 25 Jahre Feuerwehrdienst mit dem Brandschutzehrenzeichen in Silber. „M & M“, die neuen Kreisausbilder Sprechfunk Marion Acimovic-Buchhold und Martin Buchhold, wurden zu Hauptlöschmeistern zwei Sterne befördert.

KIEK AN

Gemeindewehrführer trotz Rücktritt

Timmendorfer Strand. Ostersonnabend ist es ein Jahr her, dass Timmendorfs Gemeindewehrführer Stephan Muuss und sein Stellvertreter Burkhard Wegener zum 31. März 2017 von ihren Ämtern zurücktraten. Vorangegangen war unter anderem der Streit um ein Löschgruppenfahrzeug, in dessen Folge es zum Eklat und den Rücktritten kam. Eine Tatsache, mit der sich die Gemeinde anscheinend nicht abfinden kann. Auf der Homepage erscheint Muuss auch zwölf Monate danach noch immer als Gemeindewehrchef. jhw

Von Susanne Peyronnet