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Ostholstein Ekel-Alarm in Heiligenhafener Imbiss: Verfahren wird eingestellt
Lokales Ostholstein Ekel-Alarm in Heiligenhafener Imbiss: Verfahren wird eingestellt
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11:43 14.06.2019
Das Amtsgericht Lübeck in der Straße Am Burgfeld. Hier fand die Verhandlung gegen den Heiligenhafener statt. Quelle: Sebastian Prey
Lübeck/Heiligenhafen

Der Betreiber eines Heiligenhafener Asia-Imbisses musste sich Donnerstagmorgen wegen Verstößen gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch vor dem Lübecker Amtsgericht verantworten. Genauer gesagt wurden ihm hygienisch katastrophale Bedingungen vorgeworfen. Laut Staatsanwalt Felix Schwetzko gab es bei einer Kontrolle am 26. September vergangenen Jahres gleich mehrere Beanstandungen.

Unter anderem sei Kot von Mäusen entdeckt worden. Hinzu komme, dass ein Nagetier in dem Betrieb unterwegs gewesen sei. Darüber hinaus sei eine extrem verdreckte Steckdose gefunden worden sowie eine Dunstabzugshaube, aus der Fett tropfte. Felix Schwetzko führte aus, dass der 29-Jährige vorsätzlich unsichere Lebensmittel in Umlauf gebracht habe. „Dem Angeklagten war der Zustand bekannt“, schlussfolgerte der Staatsanwalt. Die zubereiteten Speisen hätten nicht in den Verkauf gelangen dürfen.

Hygienemängel bei Kontrolle entdeckt

Als Folge der Kontrolle wurde der Imbiss auf Anweisung des Fachdienstes Lebensmittelsicherheit des Kreises noch am selben Tag geschlossen. Eine Gesundheitsgefährdung konnte nicht ausgeschlossen werden. Der Beschuldigte selbst räumte die Vorwürfe ein und erklärte, dass er umgehend etwas an dem Zustand geändert habe. Bereits am 1. Oktober 2018 durfte der Laden wieder öffnen.

Der Inhaber sagte, dass er den Imbiss bereits seit Oktober 2012 betreibe und es seitdem mindestens einmal pro Jahr eine Kontrolle gegeben habe. „Nur letztes Jahr hatten wir so große Probleme“, betonte er. Ein Mitarbeiter vom Kreis Ostholstein erklärte auf Nachfrage von Richterin Corinna Wiggers, dass die Situation in dem Imbiss zuletzt okay gewesen sei und kündigte zugleich weitere Kontrollen an.

Verhandlung nur wegen fehlgeschlagener Überweisung

Dass es überhaupt zu einer Verhandlung kam, lag an einer Verkettung von mehreren Ereignissen. Bereits im Januar dieses Jahres wurde dem Imbisschef vorgeschlagen, das Verfahren gegen eine Zahlung von 400 Euro einzustellen. Der Betreiber überwies kurz darauf die Summe. Jedoch ging das Geld nicht wie gefordert an ein Frauenhaus, sondern an das Finanzministerium des Landes. Eben diese Daten befanden sich auf dem Schreiben der Staatsanwaltschaft. Hinzu kam, dass der Angeklagte – wie Richterin Corinna Wiggers ausführte – nicht schriftlich mitteilte, dass er der Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung von 400 Euro zustimmte.

400 Euro für Anti-Aggressionstraining

Somit trafen sich alle Beteiligten vor Gericht. Nach nicht einmal einer Stunde stand fest, dass der Imbissbetreiber das Geld nun auf das richtige Konto überweisen wird. Es geht an ein Anti-Aggressionstraining der Jugendgerichtshilfe. Bis zum 20. Juni dieses Jahres muss ein entsprechender Beleg bei der Staatsanwaltschaft eingehen. Der Angeklagte zeigte sich äußerst erleichtert, dass dann alles erledigt sei.

Sebastian Rosenkötter

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