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Ostholstein Enges Rennen um Bürgermeister-Amt in Scharbeutz
Lokales Ostholstein Enges Rennen um Bürgermeister-Amt in Scharbeutz
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17:11 19.09.2019
Sie haben im Wahlkampf viel erlebt (v. l.): die Scharbeutzer Bürgermeister-Kandidaten Andreas Zimmermann, Dorit Klees, Bettina Schäfer und Steffen Davids. Quelle: Sabine Latzel
Scharbeutz

„Gehen Sie zur Wahl!“ Dieser Aufforderung des Scharbeutzer Bürgervorstehers Peter Nelle werden am Sonntag, 22. September, hoffentlich viele Einwohner der Gemeinde folgen. Denn bei der Wahl der neuen Bürgermeisterin oder des neuen Bürgermeisters steht vermutlich nur eines eindeutig fest: Es wird richtig spannend. Zwei Frauen und zwei Männer kandidieren, alle vier haben sich bei den öffentlichen Vorstellungsrunden vor großem Publikum gut geschlagen und ihren Applaus bekommen. Die Chance auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen ist groß, am Ende könnten wenige Stimmen den Ausschlag geben.

Mehr als die Hälfte der etwa 10 000 Wahlberechtigten in der Gemeinde hat die Kandidaten bei den Vorstellungsrunden erlebt, rechnete Moderator Klaus Tscheuschner in der Sporthalle des TSV Gleschendorf vor. „Live“ seien allein zu den ersten drei Vorstellungsrunden 1200 Besucher gekommen, und mindestens 5000 hätten die Übertragung der Präsentationen im Internet verfolgt. In Gleschendorf wollten noch einmal um die 160 Bürger die Bewerber um den Chefsessel im Bürgerhaus näher kennenlernen. Das konnten sie auch – in der mittlerweile bewährten Mischung aus persönlicher Vorstellung, Befragung durch den Moderator und Fragen aus dem Publikum.

„Realitätsbezogen und kompetent“

„Ich bin keine Entertainerin, sondern ein realitätsbezogener Mensch“, sagte Dorit Klees. Sie machte den Anfang. Die 50-jährige Bauamtsleiterin von Scharbeutz präsentierte sich als „kompetente Ansprechpartnerin in der Verwaltung“ und betonte: „Das Bürgermeister-Amt ist nicht politisch.“ Zu diesem Amt gehöre ihrer Ansicht aber nicht nur Verwaltungserfahrung: „Es ist für mich eine Herzensangelegenheit, meine ganze Kraft für die Gemeinde einzusetzen.“ Sie könne sowohl hart arbeiten als auch zuhören, erklärte die parteilose Kandidatin. Als einige dringende Themen nannte sie die Entscheidungen über die Gestaltung der Ausbaubeiträge und über die Standorte von Ferienwohnungen. Mehr über sich berichtet sie im Video:

„Gleich am ersten Tag die Ärmel hochkrempeln“

Andreas Zimmermann hob seine „positive Einstellung zum Bürger“ hervor. Er habe sich in Scharbeutz stets zu Hause gefühlt, sagte der 54-jährige Bürgermeister von Ahrensbök, der 19 Jahre in der Scharbeutzer Verwaltung gearbeitet hat und als Parteiloser von CDU, WUB, Grünen und FDP aufgestellt worden ist. „Ein Bürgermeister hat keine Probezeit, und ich werde direkt am ersten Tag die Ärmel hochkrempeln“, versprach Zimmermann. Er wolle für die Lebensqualität in der Gemeinde kämpfen, „und dabei hat der Bürger Vorrang vor dem Gast“. Oben auf der „To-do“-Liste stehen seiner Ansicht nach ebenfalls die Ausbaubeiträge sowie die Verkehrsberuhigung in den Dorfschaften. Mehr über sich berichtet er im Video:

„Ich brenne für diese Gemeinde“

Für Scharbeutz als „Lebensgemeinde“ mit aller Leidenschaft kämpfen will auch Bettina Schäfer. „Die Bürger dürfen von den Planungen nicht überrollt werden“, erklärte die 47-jährige Leiterin des Scharbeutzer Bauhofes, die ebenfalls parteilos ist und als unabhängige Kandidatin ins Rennen geht. Sie erwarte viel von anderen, etwa ihren Mitarbeitern, „doch dafür können sie auch von mir fast alles haben“. Drängende Themen in der Gemeinde sind aus ihrer Sicht die feste Fehmarnbeltquerung und der Bau der 380-kV-Leitung sowie die Förderung von Schulen und Kindertagesstätten. Mehr über sich berichtet sie im Video:

„Sie können sich auf mich verlassen“

„Ich habe die Lübecker Bucht nicht aus den Augen verloren, seit ich ein Kind war“, sagte Steffen Davids. Der 36-jährige Sozialdemokrat ist derzeit Referent der Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern und Kandidat der Scharbeutzer SPD. „Sie können sich auf mich verlassen“, versprach er den Zuhörern: „Ich werde immer für Sie da sein.“ Dringende Themen seien seiner Meinung nach die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und die Verbesserung der Verkehrs- und der Parkplatz-Situation. Mehr über sich berichtet er im Video:

Trotz einiger unterschiedlicher Standpunkte offenbarten die Kandidaten erneut viele Gemeinsamkeiten. So sprachen sich alle vier für ein Verbot von Plastik- beziehungsweise Einweggeschirr und -besteck bei Veranstaltungen aus – und beschrieben recht einhellig die Besonderheiten der Gemeinde Scharbeutz: die sympathischen Menschen, der Strand, das Binnenland und die Natur. Wer aber ab dem 1. Februar 2020 tatsächlich Bürgermeister/in dieser reizvollen Kommune sein wird, entscheidet sich am Sonntag, 22. September – oder am Sonntag, 20. Oktober, denn für diesen Tag ist eine mögliche Stichwahl angesetzt.

Von Sabine Latzel

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