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Ostholstein Entführer färbten „Emma“ um — doch jetzt ist sie zu Hause
Lokales Ostholstein Entführer färbten „Emma“ um — doch jetzt ist sie zu Hause
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23:04 23.06.2014
Jack-Russel-Terrier gelten als verspielt. Quelle: Fotolia
Schashagen

Große Erleichterung bei Familie Kambeck: Ihre seit Mittwoch verschwundene „Emma“ ist wieder da. Polizeibeamte fanden die Hündin am Sonnabend in Neustadt — jedoch nicht unbeschadet. Die mutmaßlichen Entführer haben offenbar versucht, das weiße Fell des Jack-Russell-Terriers umzufärben. „Es ist grausam“, sagt die Urlauberin Heike Kambeck, die bis Sonntag mit ihrer Familie in Schashagen weilte. Anscheinend hätten die Entführer durch das Engagement der Anwohner und das Medieninteresse kalte Füße bekommen und zum Haarfärbemittel gegriffen. Zum Glück hat das nicht funktioniert. Das Fell hat die hellbraune Farbe kaum angenommen.

„Als sie gemerkt haben, dass das nichts bringt, haben sie den Hund einfach wieder ausgesetzt“, ist Heike Kambeck erschüttert. „Das ist das Schlimmste, ihn so einer Gefahr auszusetzen. Er hätte überrollt werden können“, so die 44-Jährige. „Man hätte ihn wenigstens an einer Kirche oder einem Krankenhaus anbinden können, wo Menschen aufmerksam werden.“

Die Hündin war am vergangenen Mittwoch in Schashagen entlaufen und von Unbekannten in einem silberfarbenen VW Passat mitgenommen worden. Das berichtete eine Zeugin. Auch soll der Hund in Grube gesehen worden sein. Daraufhin hatte die Familie dort mit Einheimischen nach dem verdächtigen Auto gesucht und Anwohner befragt. Leider erfolglos. Bei Facebook war die Nachricht schnell verbreitet worden und hatte großes Unverständnis hervorgerufen. Einem Streifenwagen war das herrenlose Tier schließlich in der Nacht von Freitag zu Sonnabend in Neustadt, im Cap-Arcona-Weg, aufgefallen. „Emma“

trottete mittig auf der Straße, war zutraulich und genoss die Fahrt im Funkwagen. Die Hundebesitzerin stellte aber fest, dass sie verstört wirkte.

Die Familie aus Rheinland-Pfalz hat nun versucht, das Tier zu reinigen. Was bleibt, ist ein silbriger Schleier. Und eine erschöpfte „Emma“. Sie hat den ganzen Sonntag geschlafen. „Wir sind auf sehr engagierte Menschen getroffen, und ohne die Polizei hätten wir den Hund nie gefunden“, bedankt sich die Besitzerin. „Für uns war das ein Familiendrama ohne Ende.“

Der Verdacht einer Straftat bleibt bestehen, die Polizei ermittelt weiter. Es ist gut möglich, dass die Hündin zwischen Bliesdorf und Neustadt ausgesetzt wurde. Zeugenhinweise bitte an ☎ 045 62/2 20 00.

„Für uns war das ein Familiendrama ohne Ende.“
Heike Kambeck, Hundebesitzerin

Irene Burow