Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Eröffnung der Welle wieder verschoben
Lokales Ostholstein Eröffnung der Welle wieder verschoben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:32 07.02.2015
Der Beton macht den Sanierern zu schaffen. Immer wieder sorgt der Zustand für Verzögerungen. Quelle: Fotos: Irene Burow
Grömitz

Die Sanierung der Grömitzer Welle läuft alles andere als planmäßig. Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate musste die Eröffnung nun verschoben werden. Schuld ist ein durchlöcherter Dachbetonträger. Statt Mitte März soll die Badelandschaft jetzt erst im Mai eröffnen. Dies wurde im Tourismusausschuss der Gemeinde mitgeteilt.

Die Nachricht überraschte auch die Betreiber des benachbarten Hotel-Neubaus mit seinen 222 Betten. Das Aja-Resort wirbt mit der Welle um Gäste. „Wir werden aber auf jeden Fall wie geplant am 16. März eröffnen“, betonte gestern Holger Hutmacher, Geschäftsführender Gesellschafter. Pressesprecherin Michaela Störr ergänzte, dass nun alle Gäste informiert werden müssten, dass sie das Schwimmbad nicht nutzen können. Um negative Auswirkungen abzufedern solle zudem geprüft werden, ob ein Shuttle in ein nahegelegenes anderes Schwimmbad eingerichtet werden kann.

Der Imageschaden, der durch die wiederholte Verzögerung entsteht, ist auch Bürgermeister Mark Burmeister (parteilos) bewusst. „Es wäre wichtig gewesen, zu Ostern aufzuhaben.“ Doch daraus wird genauso wenig, wie der noch im vergangenen Jahr anvisierte Weihnachtstermin. Laut Burmeister gab es immer wieder Verzögerungen. Gleich zu Beginn sei das beauftragte Abbruchunternehmen in die Insolvenz gegangen. „Das war ein schlechter Start. Wir haben sechs bis acht Wochen verloren“, so Mark Burmeister. Anschließend habe sich die Betonssanierung im Keller aufwendiger als erwartet gestaltet und Anfang Dezember wurde dann bekannt, dass einer der zehn Dachbetonträger nicht mehr zu gebrauchen sei. „Es wurden eine Vielzahl von Bohrlöchern entdeckt, die bei der letzten Sanierung entstanden, als Teile der Außendachkonstruktion angebaut wurden. Dies hätte nie und nimmer geschehen dürfen“, so der Bürgermeister. Um die Tragfähigkeit zu gewährleisten, musste ein Stahlbetonträger untergesetzt werden. Dies habe zu einer weiteren Verzögerung von acht Wochen geführt.

Um dennoch bis Mitte März fertig zu werden, hätten die Gewerke weitere Mitarbeiter geschickt. Zudem wurden Extra-Schichten zwischen Weihnachten und Neujahr sowie an Sonnabenden gefahren. Es nützte nichts. Vor wenigen Tagen gab es ein Krisengespräch mit den Architekten. „Leider muss trotz intensiver Anstrengungen tagesaktuell festgestellt werden, dass die angestrebte Inbetriebnahme zum 15. März 2015 nicht realisierbar sein wird“, so Generalplaner Roland Voigt vom Architekten Contor in Itzehoe. Einer der Gründe dafür ist laut Grömitzer Tourismus-Service auch, dass „einzelne Gewerke die vorgegebenen Qualitätsstandards und zeitlichen Vorgaben nicht in allen Punkten eingehalten“ haben. Eine angedachte Teileröffnung komme nicht in Frage, da die notwendige Abnahme durch Sachverständige wie den Brandschutzgutachter nicht für einzelne Gebäudeteile erfolgen darf.

„Es wäre wichtig gewesen, zu Ostern aufzuhaben.“
Mark Burmeister, Bürgermeister Grömitz

Sebastian Rosenkötter