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Ostholstein Es kann losgehen: Baugenehmigung für Niendorfer Gosch-Haus erteilt
Lokales Ostholstein Es kann losgehen: Baugenehmigung für Niendorfer Gosch-Haus erteilt
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17:57 02.12.2019
An mehr als 40 Standorten ist das Fisch-Imperium von Jürgen Gosch vertreten – 2021 könnte der lang erwartete Standort in Niendorf hinzukommen. Quelle: Christian Charisius/dpa
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Niendorf

Nach eineinhalb Jahren Stillstand kann der neue Standort der Fischrestaurant-Kette Gosch am Niendorfer Balkon gebaut werden: Der Kreis Ostholstein hat dem Investor jetzt eine neue Baugenehmigung erteilt. Der Vorsitzende des Timmendorfer Bauausschusses kündigt allerdings weiteren Widerstand an, weil das geplante Gebäude zu massiv sei.

Neubau mit 120 Plätzen für Gosch im Erdgeschoss

„Wenn ich die Handwerker hätte, würde ich sofort anfangen“, sagt Jens Friedländer, Aufsichtsratsvorsitzender der Devello Immobilien AG. Weil aber die Baufirmen ausgelastet seien, könnten die Arbeiten für den Neubau am Niendorfer Balkon erst im Januar 2020 beginnen. Dann soll auf dem Grundstück Strandstraße 131, wo sich einst das „Café Wizzig“ befand, für 4,5 Millionen Euro ein elf Meter hohes Gebäude entstehen, zwei Geschosse plus Staffelgeschoss. Mit 120 Plätzen im Erdgeschoss für die Gosch-Gastronomie und drei Wohnungen darüber, auf der Grundstücksgrenze zur Strandstraße 129.

Diese Baulinie ist laut Bebauungsplan Nr. 20, der aus dem Jahr 2003 stammt, festgesetzt, erklärt Nils Hollerbach, Fachbereichsleiter Planung, Bau und Umwelt beim Kreis Ostholstein. „Auf dieser Grundlage hat der Investor das Grundstück gekauft.“ Aus der Timmendorfer Kommunalpolitik waren allerdings Wünsche nach einer geringeren Höhe und drei Metern Abstand zur Grundstücksgrenze laut geworden. „Der Bauausschuss hat aber nichts entschieden“, sagt Hollerbach, „und der Antrag des Investors lag vor.“ Der Kreis habe nach dem geltenden B-Plan die Genehmigung erteilen müssen, „sonst wäre er irgendwann schadenersatzpflichtig geworden“.

Bauausschuss-Vorsitzender: „Rechtliche Möglichkeiten prüfen lassen“

Über das Projekt hätten die Beteiligten noch im September gesprochen, berichtet der Fachbereichsleiter. „Die Gemeinde Timmendorfer Strand hat aber keine Veränderungssperre beschlossen“ – und offenbar auch keine anderen Änderungen des B-Plans, obwohl die Planungen seit 2012 liefen. Warum das nicht geschehen sei, müsse geprüft werden, sagt Christian Freitag (CDU), Vorsitzender des Timmendorfer Bauausschusses – ebenso wie die rechtlichen Möglichkeiten, die es noch gebe, „um sich gegen diese Bebauung zu wehren“. Freitag hatte im Oktober erklärt, dass ein „Riesenklotz“ am Niendorfer Balkon „politisch nicht gewollt“ sei. Der Platz vor der Seebrücke ist vor sechs Jahren für fünf Millionen Euro umgestaltet worden.

„Wir wollen ja, dass Gosch dort eröffnen kann“, betont Freitag. „Aber ein derart gewaltiges Gebäude geht an dieser Stelle nicht.“ Es müssten sich erneut alle Beteiligten an einen Tisch setzen, „um eine Lösung für Niendorf zu finden“. Es kann laut Freitag „nicht im Sinne des Investors sein, etwas zu bauen, das die Bevölkerung nicht will“. Jens Friedländer verweist allerdings darauf, dass er für die vorliegende Planung bereits drei Baugenehmigungen erhalten habe – erst für die Aufstockung der damals noch vorhandenen Bauten, jetzt – nach dem Abriss – für den Neubau.

In beziehungsweise auf der Baugrube am Niendorfer Balkon soll ab Januar 2020 ein elf Meter hoher Neubau entstehen – mit Platz für Gosch im Erdgeschoss. Quelle: Sabine Latzel

Die Fisch-Kette Gosch hatte bereits 2017 übergangsweise im alten Komplex am Niendorfer Balkon Speis und Trank verkauft. Das Interesse der Lizenznehmer an diesem Standort bestehe auch weiterhin, hatte ein Vertreter der Firma vor wenigen Wochen erklärt. Allerdings müssen die Gastronomen und ihre künftigen Gäste noch Geduld aufbringen: Der Investor rechnet mit einem Jahr Bauzeit. Von der Timmendorfer Gemeindeverwaltung gab es auf Nachfrage keine Stellungnahme zu diesem Thema.

Von Sabine Latzel

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