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Ostholstein Drei Jubiläen, Stadtfest und Max & Friends
Lokales Ostholstein Drei Jubiläen, Stadtfest und Max & Friends
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13:21 18.01.2019
Bereiten das Dreifach-Jubiläum vor (v. l.): Susanne Bimberg-Nittritz, Barbara Helbach, Uwe Muchow, Andrea Elisabeth Brunhöber, Sönke Sela und Bürgermeister Mirko Spieckermann.
Bereiten das Dreifach-Jubiläum vor (v. l.): Susanne Bimberg-Nittritz, Barbara Helbach, Uwe Muchow, Andrea Elisabeth Brunhöber, Sönke Sela und Bürgermeister Mirko Spieckermann. Quelle: Sebastian Rosenkötter
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Neustadt

 Die Stadt Neustadt plant den Ausnahmezustand: Im Sommer soll zehn Tage lang gefeiert werden. Nun stellten die Organisatoren im Rathaus erste Details vor. Drei Jubiläen stehen an: Es sind der 775. Geburtstag der Stadt, das 30. Folklore-Festival sowie 50 Jahre Europastadt. Losgehen soll es am 26. Juli mit einem Konzert auf dem Marktplatz. Ein Star wird erwartet, dessen Name noch geheim ist. Bekannt ist jedoch, dass einen Abend später Max and Friends auftreten werden – kostenlos und open air.

Mit Lindenberg und Westernhagen auf der Bühne

Max and Friends sind ein Publikumsmagnet, wie hier beim Duckstein-Festival in Lübeck. Quelle: Wolfgang Maxwitat (LN-Archiv)

Die Band hat zahlreiche Ausnahmekünstler in ihren Reihen, die schon mit Udo Lindenberg, Marius Müller-Westernhagen und Mary J. Blige auf der Bühne standen. Sie spielen aktuelle Hits und Klassiker aus den Bereichen Pop, Rock und Soul. Das Konzert ist Bestandteil eines dreitägigen Stadtfestes. Die Waschgrabenstraße soll zur Kreativ-Meile für Kunsthandwerker werden. Rund um die Kirche können sich Vereine, Geschäfte und Verbände mit Ständen beteiligen und auf dem Parkplatz vor dem Pagodenspeicher soll es Live-Musik von DJs und Bands geben. „Auch der Tag der Seenotretter der DGzRS am Hafen wird in das Stadtjubiläum integriert“, kündigt Stadtmarketingkoordinatorin Andrea Elisabeth Brunhöber an.

Tanzende Gruppen aus aller Welt

Weitere Höhepunkte sollen der Auftritt der Poetry-Slamerin Mona Harry, die sich mit Neustadt beschäftigt, sowie historische Stadtführungen am 27. Juli werden. Tags darauf wird das Folklore-Festival mit 13 Gruppen aus Ländern wie Korea, Türkei, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Chile und Argentinien starten. Ein großer Festumzug ist vorgesehen. Und am 29. Juli steht ein Sommerabend in der Stadt an. „Die Gruppen werden in den Straßen der Altstadt tanzen. So wollen wir das etwas entzerren“, erläutert Barbara Helbach vom Kuratorium, eine der Hauptorganisatorinnen.

Tolle Stimmung und bunte Trachten, so war es 2016 in Neustadt. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Die Pest und Brände wüteten

Zurück zum Geburtstagskind: Die Stadt Neustadt wurde 1244 von Adolf IV, Graf von Schauenburg, gegründet und mit lübschem Recht ausgestattet. Insbesondere der Hafen war von großer strategischer Bedeutung, um landwirtschaftliche Produkte und Fänge der Fischer zu exportieren. Bürgermeister Mirko Spieckermann (parteilos) erzählt, dass im Laufe der Jahrhunderte zweimal die Pest in der Stadt ausgebrochen ist und große Brände mehrfach viel zerstörten. Besonders schlimm war es 1817. Neben vielen Wohnhäusern wurde auch das Rathaus ein Raub der Flammen. Historische Dokumente verbrannten. Dennoch entwickelte sich Neustadt positiv. „Seit dem 20. Jahrhundert gab es große Einwanderer-Zuwächse“, betonte Spieckermann.

Künstler schlafen bei Gastfamilien

Darauf weist auch Uwe Muchow, ebenfalls vom Kuratorium, hin. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe sich die Einwohnerzahl nahezu verdoppelt. Viele der Flüchtlinge seien aus Ostpreußen und Schlesien gekommen. Dies habe auch zur Folge gehabt, dass das Folklore-Festival 1951 ins Leben gerufen wurde. Die Neubürger sollten ihre Traditionen zeigen. „Damals hieß es noch Deutsche Trachtenwoche“, sagte Muchow. Mittlerweile ist das Festival längst eine Großveranstaltung mit Gästen aus aller Welt. Rund 400 Bürger sind in die Vorbereitung und die Durchführung involviert. Eine Besonderheit ist, dass die Musiker und Sänger stets in Gastfamilien untergebracht werden.

Eine von 21 Europastädten

Für Bürgervorsteher Sönke Sela (CDU) spiegelt dies den europäischen Gedanken wieder. „Europa wird hier gelebt. Es ist an der Zeit, deutlich sichtbar zu machen, wie wichtig Europa für uns ist“, betont er. Es sei notwendig, mit einer Stimme zu sprechen, wenn man in der Welt sichtbar sein wolle. Das Festival sei ein Beitrag. Zugleich weist Sela darauf hin, dass Neustadt 1969 den Titel Europastadt vom Europarat verliehen bekam und diesen bis heute nur 21 Städte in Deutschland tragen. Wenn das nicht ausreichend Gründe zum Feiern sind.

So alt sind andere Ostholsteiner Städte

Oldenburg in Holstein gehört zu den ältesten Orten im Kreis. Etwa 800 nach Christus entstand der Oldenburger Wall. Die Stadtrechte wurden 1233 von Graf Adolf IV. verliehen. Somit ist Oldenburg etwas älter als Neustadt. 1257 erhielt Eutin die Stadtrechte, 1305 Heiligenhafen.

Sebastian Rosenkötter