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Ostholstein Fischerin fordert einheitliches Vorgehen gegen Kormorane
Lokales Ostholstein Fischerin fordert einheitliches Vorgehen gegen Kormorane
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19:01 12.08.2019
Die Eutiner Fischwirtschaftsmeisterin Sabine Schwarten (links) stellt der SPD-Vorsitzenden Serpil Midyatli ihren kleinen Fischereibetrieb am Eutiner See vor und erklärte die Arbeitsabläufe ihres Eine-Frau-Betriebes. Quelle: Dirk Schneider
Eutin

Sabine Schwarten ist in eine Männerdomäne hineingeboren. „Unsere Familie lebt seit 900 Jahren vom Fischfang.“ Beim Besuch der SPD-Landesvorsitzenden Serpil Midyatli vermittelte die Fischwirtschaftsmeisterin einen Eindruck von ihrem Eine-Frau-Betrieb am Eutiner See. Midyatlis Sommerreise steht unter dem Motto „Starke Frauen bewegen das Land“.

Die ersten Schwartens hätten wohl schon im mittelalterlichen Bosau zu Zeiten Vicelins ihre Reusen im Bischofssee gestellt und im Plöner See geangelt. Ihr Vater habe dann Mitte der 1960er Jahre den Fischereibetrieb am Eutiner See übernommen, erzählt Schwarten. Sie selbst bewirtschafte das Gehöft, zu dem der Große und Kleine Eutiner See und der Sibbersdorfer See gehören, seit etwa 25 Jahren. Zudem habe sie einige Gewässer im Plöner Stadtgebiet und den Bischofssee dazu gepachtet.

Gefangen in den Maschen der Bürokratie

Trotz dieser Wasserfläche mache die eigentliche Fischerei den kleineren Anteil der Arbeit aus. Aufgrund ständig wachsender bürokratischer Vorgaben verbringe sie viel Zeit im Büro. „Hier kann und muss die Politik etwas tun“, wandte sich Schwarten an die SPD-Politikerin. Vor allem die Dokumentationspflichten der Hegepläne würden immer aufwendiger. Ein kleines Beispiel: Sämtliche Fische, die eingesetzt und entnommen werden, sollen statistisch erfasst werden. „Die vielen Hobby-Angler denken aber gar nicht daran, ihre Fänge anzuzeigen“, berichtet Schwarten. Das Ergebnis: Die größten Fische tauchen zwar in den sozialen Netzwerken, aber nicht in den offiziellen Statistiken auf.

Fischerin Sabine Schwarten (rechts) und die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli diskutieren auch über den richtigen Umgang mit dem Kormoran, der insbesondere in der Binnenfischerei zu einer existenzgefährdenden Konkurrenz geworden sei. Quelle: Dirk Schneider

Hinzu komme der Kormoran, der sich zu einem großen Konkurrenten entwickelt habe. Im Malenter Kellersee, den ihr Cousin bewirtschafte, habe es von 2009 bis 2011 einen Fraßverlust von etwa 50 Tonnen durch die sehr effektiven Fischräuber gegeben. „An manchen Tagen zählte der Schwarm bis zu 1500 Vögel“, sagt Schwarten. Von diesem Großangriff habe sich der Fischbestand trotz intensiver Besatzmaßnahmen bis heute nicht erholt. Aus diesem Grund sehe sie es sehr kritisch, dass sich viele der Binnenfischer die Möglichkeiten der Jagd und Vergrämung hätten abkaufen lassen. Irgendwie könne sie aber auch verstehen, dass Kollegen, die in zwei, drei Jahre in den Ruhestand gehen und bis dahin irgendwie über die Runden kommen wollten, die angebotenen Entschädigungszahlungen angenommen hätten. „Aber ökologisch und nachhaltig ist das nicht“, fordert Schwarten ein Umdenken der Politik. „Wir brauchen ein europaweites Kormoranmanagement.“

Umdenken der Politik gefordert

Wenn man schon mal dabei sei, sollte man die Gänse gleich mit einbeziehen. Dabei gehe es nicht um den Abschuss der Vögel, sondern den Schutz bestimmter Biotope. „Wenn wir es schaffen, die Schilfstreifen, die durch Gänsefraß zu 98 Prozent zurückgegangen sind, wieder herzustellen, gewinnen wir einen natürlichen Schutzraum für Fische und Laich sowie viele Insekten“, erläutert Schwarten.

Neben der Verbandsarbeit – Sabine Schwarten ist Vorsitzende der Binnenfischer und Teichwirte in Schleswig-Holstein – kontrolliere sie in der Saison morgens ab 6 Uhr die am Vorabend gesetzten Reusen oder gehe mit einem Schleppzug auf Fischfang. Einen kleinen Teil der Edelfische könne sie im Hofladen oder an in die heimische Gastronomie verkaufen. Das Gros der Aale, Brassen, Hechte, Plötze und Zander werde allerdings als Lebendfisch für den Besatz anderer Seen verkauft.

Zudem verbringe sie selbst auch viel Zeit mit der Schreckschusspistole auf dem See, um anfliegende Kormorane zu vergrämen. „Es ist viel gewonnen, wenn man es schafft, den Pionier (der erste Vogel, Anmerkung d. Red.) zu erschrecken und verjagen“, betont Schwarten. Der Schutz von Laich und Jungfisch werde immer wichtiger, um die eigene Existenz zu sichern. „Es muss einfach immer jemand da sein, der auf das Gewässer aufpasst.“ Ihre Bitte an Midyatli: „Es ist wichtig, dass die Politik uns Binnenfischer auch als Menschen begreift, die ein Ökosystem hegen und pflegen.“

Die Eutiner Fischwirtschaftsmeisterin Sabine Schwarten (rechts) erläuterte der SPD-Vorsitzenden Serpil Midyatli am Beispiel ihrer besonderen Fischerboote die etwas anderen Arbeitsabläufe in ihrem Betrieb und die Probleme ihrer Branche. Quelle: Dirk Schneider

Von Dirk Schneider

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