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Ostholstein Grundstücksstreit um 1100 Tonnen Schotter
Lokales Ostholstein Grundstücksstreit um 1100 Tonnen Schotter
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09:23 06.10.2019
Hans Lohr auf dem umstrittenen Gewerbegrundstück in Eutin. Er hat es für die Bebauung vorbereitet, jetzt soll der Schotter wieder raus. Quelle: Susanne Peyronnet
Eutin

Gewerbegrundstück gekauft, Schotter- und Betonrecycling als Packlage (Befestigungsschicht) reingefahren und befestigt, Grundstück dann doch nicht bebaut. Jetzt soll der Schotter wieder raus, damit der nächste Besitzer wieder welchen rein fahren kann. Das ist, sehr verkürzt dargestellt, was Hans und Antje Lohr aus Eutin so sehr erzürnt und was sie der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) vorwerfen. Sie liegen mit der Egoh wegen eines Grundstücks an der Marie-Curie-Straße in Eutin so über Kreuz, dass der Fall jetzt vor das Landgericht Lübeck geht.

1100 Tonnen Kies und Beton zur Befestigung

Das Ehepaar hatte das 1753 Quadratmeter große Gewerbegrundstück im Mai 2010 von der Egoh gekauft. Dort sollte eine Mehrzweckhalle für Hausmeisterdienste und Kleinreparaturen, ein dazu gehörendes Büro und eine Betreiberwohnung gebaut werden. Voraussetzung dafür war laut Hans Lohr, dass das recht nasse Grundstück zuvor tragfähig und befahrbar gemacht wurde. Dazu ließen die Lohrs 1100 Tonnen Kies und Betonrecycling anfahren und einbauen. Das, sagt das Ehepaar, könne es mit Rechnungen belegen.

Im Kaufvertrag von 2010 steht jedoch eine Klausel, dass das Grundstück innerhalb von vier Jahren zu bebauen und dort ein Gewerbe zu betreiben ist. Wegen eines schweren Unfalls von Hans Lohr, sagt das Ehepaar, konnte es diesen Teil der Vereinbarung nicht einhalten. Als Konsequenz daraus kann die Egoh das Grundstück nun zurückkaufen. Das, sagen die Lohr, akzeptieren sie. Aber dann kommt der Haken.

Kosten fressen den Kaufpreis auf

Das Ehepaar ließ einen Notartermin für den Rückkauf platzen. Wegen dieses Satzes, der angeblich überraschend im Rückkaufvertrag auftauchte: „Der Käufer erklärt, dass er zur Befestigung des Grundstücks Schottersteine aufgebracht habe. Sofern keine anderweitige Vereinbarung getroffen wird, wird der Verkäufer diese bis zum Übergabetag auf seine Kosten entfernen.“ Die Kosten dafür würden sich auf 60 000 Euro belaufen, für das Grundstück sollen die Lohrs 67 000 Euro bekommen. „Dann könnten wir das Grundstück auch verschenken“, sagt Antje Lohr. Im ersten Kaufvertrag habe nichts davon gestanden, dass das Grundstück beim Rückkauf in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen sei.

Egoh-Geschäftsführer Jens Meyer verweist darauf, dass die Rückkaufklausel Grundstücksspekulationen zu Lasten der Öffentlichen Hand ausschließen soll. Antje Lohr als alleinige Käuferin sei der Verpflichtung, das Grundstück möglichst bald zu bebauen und ein Gewerbe zu betreiben, nicht nachgekommen. „Wir haben vielfältig versucht, die Angelegenheit auch im Sinne von Frau Lohr außergerichtlich zu regeln und zu einvernehmlichen sachgerechten Lösungen zu kommen. Diese sind dann allerdings am Verhalten der Eheleute Lohr gescheitert“, teilt der Egoh-Chef weiter mit.

Keine Nachweise vorgelegt

Was den eingebrachten Boden, offenbar ist damit der Schotter gemeint, angeht, habe es Antje Lohr nach Angaben von Meyer bisher nicht geschafft, prüffähige Nachweise über die tatsächlich eingebrachte Mengen auf der Fläche vorzulegen. Außerdem sei unklar, was überhaupt eingebracht worden sei. Ob das Material für einen künftigen Käufer geeignet sei, lasse sich nicht pauschal beantworten. Das hängt laut Meyer von den konkreten Plänen des Käufers ab. „Es ist schon vor diesem Hintergrund möglich, dass sämtliches eingebrachtes Material durch Frau Lohr auf ihre Kosten zu entfernen ist. Darüber hinaus hat es Frau Lohr bislang abgelehnt, konkrete Untersuchungen über die ,Qualität’ mutmaßlich eingebrachten Materials vorzulegen“, teilt Meyer weiter mit.

Letztlich habe die Egoh ihre Ansprüche gerichtlich geltend machen müssen. Nun hat das Gericht irgendwann das letzte Wort: Schotter raus oder nicht?

Von Susanne Peyronnet

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