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Ostholstein Mehr Sicherheit für Radfahrer
Lokales Ostholstein Mehr Sicherheit für Radfahrer
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14:59 02.07.2019
An der Plöner Straße/Ecke Quisdorfer Straße gibt es jetzt rund 30 Meter neuen Radweg (graues Pflaster vorn) Auch die Markierungen an der Furt wurden erneuert. Johanna Wrobel fährt Probe, vorn Bauamtsleiter Henning Schröter. Quelle: Ulrike Benthien
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Eutin

Immer wieder erleben Radfahrer an der Ecke Plöner Straße/Quisdorfer Straße in Eutin brenzlige Situationen. Vor einigen Jahr hatte eine Radlerin in diesem Bereich sogar einen schweren Unfall. Mit einem 30 Meter langen neuen Radweg-Teilstück parallel zur Plöner Straße, abgesenkten Bordsteinen, neuer Beschilderung und Markierung soll die Sicherheit der Fahrradfahrer verbessert werden. Bauamtsleiter Henning Schröter und Mitarbeiterin Johanna Wrobel (Fachdienst Tiefbau) haben die vom Baubetriebshof umgesetzte Maßnahme aus dem Radverkehrskonzept vorgestellt.

Haltelinie für Autos, Furt für Radfahrer

In Gefahr sind Radfahrer an der Ecke immer dann, wenn aus der Quisdorfer Straße kommende Autofahrer direkt bis an die Plöner Straße heranfahren. Eine Haltelinie signalisiert ihnen nun, vorzeitig stehenzubleiben, sodass Fahrradfahrer in einer frisch markierten Furt die Einmündung passieren können. Die mit zwei gestrichelten Linien gekennzeichnete Furt soll den Autofahrern zusätzlich verdeutlichen, dass sie nicht bis an die Fahrbahnbegrenzung der Plöner Straße heranfahren dürfen. Auf der Furt sind Fahrrad-Piktogramme aufgemalt, der Lenker zeigt stadteinwärts und gibt damit die erlaubte Fahrtrichtung vor. Die gesamte Maßnahme hat 7500 Euro gekostet.

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Zwei Schutzstreifen in Eutin

 In der Weidestraße und im Meinsdorfer Weg gibt es seit Kurzem Schutzstreifen mit entsprechenden Piktogrammen. Auch sie sollen mehr Sicherheit für Fahrradfahrer gewährleisten. Der Schutzstreifen im Meinsdorfer Weg verläuft stadtauswärts etwa 800 Meter zwischen Klaus-Groth-Straße und Braaker Mühlenweg. In der Weidestraße verläuft er stadteinwärts zwischen Galgenberg und Kreuzung Richtung Elisabethstraße. Stadtauswärts sollen Fahrradfahrer den Schutzstreifen nutzen. Stadteinwärts können sie wählen, ob sie den ehemaligen Radweg oder den Schutzstreifen auf der Fahrbahn nehmen wollen.

In der Weidestraße ist auf der Fahrbahn stadteinwärts ebenfalls ein Schutzstreifen markiert. Er führt von der Einmündung Galgenberg bis zur Kreuzung Bürgermeister-Steenbock-Straße/Elisabethstraße. Quelle: Ulrike Benthien

„Ich glaube, es ist nach 20 Jahren das erste Stück neuen Radwegs für Eutin“, sagt Jens Rose-Zeuner, Vorsitzender der Mobilitätsbeirates, Mitglied der Initiative Fahrradfreundliches Eutin und des ADFC. Bei Verkehrsschauen und anderen Gelegenheiten habe man immer wieder darauf gepocht, dass im Bereich an der Ecke Plöner Straße/Quisdorfer Straße etwas passieren müsse. Im vergangenen Sommer hätten Vertreter von Polizei, Ordnungsamt, Bauamt, LBV (Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr) und vor allem die Kreisverkehrsbehörde dann erneut darauf gedrungen, die der Bereich endlich entschärft werde.

Radverkehrskonzept: Geld für Maßnahmen ist vorhanden

„Das ist wirklich gut und ein richtiger Schritt in die richtige Richtung“, lobt Rose-Zeuner. Er warte allerdings dringend auf die nächsten Schritte. „In der Plöner Straße müssen die Bordsteine gegenüber von Straßeneinmündungen abgesenkt werden, damit von dort kommende Radfahrer gegenüber gut auf den Radweg kommen, zum Beispiel gegenüber der Fritz-Reuter-Straße, der Saatziger Straße oder der Blauen Lehmkuhle. Auch in der Elisabethstraße gegenüber von Norma sollte der Bordstein abgesenkt werden.“ Die Mittel für solche Maßnahmen seien vorhanden, sagt Jens Rose-Zeuner: „Im vergangenen Jahr sind 150 000 Euro  gar nicht abgerufen, sondern in 2019 übertragen worden.“ Seit 2018 stehen im Haushalt der Stadt jährlich 200 000 Euro für Umsetzung von Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept zur Verfügung.

Im Meinsdorfer Weg gibt es stadtauswärts einen etwa 800 Meter langen Schutzstreifen für Radler, beginnend an der Ecke Klaus-Groth-Straße. Quelle: Ulrike Benthien

Zu den jetzt eingezogenen Schutzstreifen sagt der Vorsitzende des Mobilitätsbeirates: „Im Meinsdorfer Weg hat es in der Vergangenheit viele Unfälle gegeben, zum einen, weil es auf dem Radweg Radverkehr von beiden Seiten gab, zum anderen, weil Autofahrer die Radfahrer an den Einmündungen Am Hegebruch, Dunckernbek, Rehhorst und auch an der Dana-Seniorenresidenz nicht auf dem Zettel gehabt haben.“ In der Weidestraße werde man sehr genau darauf achten, dass dort nicht geparkt werde. „Bei der derzeitigen Beschilderung darf kurz gehalten werden. Aber wenn Fahrzeuge dort länger stehen, wird es für den Bereich ein absolutes Halteverbot geben müssen“, sagt Rose-Zeuner. Schon bei der nächsten Radverkehrsschau am 19. Juni werde das angesprochen.

Der Auftrag lautet: „Vorausschauende Öffentlichkeitsarbeit“

Der Mobilitätsbeiratsvorsitzende kritisiert, dass die Verkehrs-Neuerungen nicht auf Plakaten oder Flyern, „wie in anderen Städten üblich“, erklärt worden seien. „Das muss im Vorwege erfolgen. Die Verwaltung ist vom Bauausschuss vor eineinhalb Jahren mit einer ,vorausschauenden Öffentlichkeitsarbeit bei der Umsetzung der Maßnahmen’ beauftragt worden.“

ben