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Ostholstein Richtfest für 30 Wohnungen am Kleinen See
Lokales Ostholstein Richtfest für 30 Wohnungen am Kleinen See
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10:42 28.03.2019
Wobau-Geschäftsführer Fabian Weist (am Pult) begrüßt zum Richtfest viele Gäste, darunter auch Vertreter anderer Wohnungsbauunternehmen. Quelle: Ulrike Benthien
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Eutin

Das Motto der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Ostholstein lautet „Zuhause in Ostholstein“. Ein Zuhause in der Seestraße in Eutin werden vom 1. Juli an weit mehr als 30 Menschen finden, wenn sie die neu entstandenen Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen in den drei Wohngebäuden mit den Hausnummern 1, 3 und 5 beziehen. Beim Richtfest stießen einige Mieter schon mal auf gute Nachbarschaft an.

5,7 Millionen Euro investiere die Wobau in den Standort Seestraße, ihr Gründerviertel, sagte Geschäftsführer Fabian Weist. Der damalige Kreis Eutin, die Stadt Eutin, acht Eutiner Handwerksbetriebe sowie die Oldenburg-Lübecker Landesbank gründeten 1938 die Gemeinnützige Wohnstättengesellschaft Eutin. Sie übernahm später die Kreiswohnungsbaugesellschaft Oldenburg und verschmolz mit ihr zur Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein. Thema damals wie heute: bezahlbarer Wohnraum. Fabian Weist: „So, wie es vor 80 Jahren war, wünschen wir uns auch heute, dass sich hier eine Gemeinschaft findet.“

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Wohnungen sind zwischen 55 und 80 Quadratmeter groß

Eine sogenannte Volkswohnung mit 45 Quadratmetern habe in der Anfangszeit der Wobau 6000 Mark in der Herstellung gekostet, sagte der Geschäftsführer rückblickend. „Heute bekommt man dafür zwei Quadratmeter.“ Die neuen Wohnungen in unmittelbarer Nähe des Kleinen Eutiner Sees, zwischen 55 und 80 Quadratmeter groß, sind komfortabel: Alle haben Einbauküchen, barrierearme Bäder, zwei Häuser verfügen über einen Fahrstuhl.

Wichtig sei der Wobau, dass „bezahlbarer Wohnraum“ geschaffen werde, sagte Weist. 30 Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert. Ihr Quadratmeter-Preis liegt bei 5,60 Euro kalt. Die Stadt Eutin erhält für diese Wohnungen ein Vorschlagsrecht.

Erstmals rief eine Frau den Richtspruch aus

„Ein Richtfest ist das Fest der Handwerker. Bei allem technischen Fortschritt dürfen wir das Handwerk nicht vergessen“, sagte der Wobau-Geschäftsführer. „Angesichts des großen Fachkräftemangels wünsche ich mir, dass wieder mehr junge Leute ins Handwerk finden.“ Eine Premiere feierte sein Unternehmen auch: Erstmals bei einem Wobau-Projekt war eine Frau für den Richtspruch zuständig: Doreen Fiedler, Bauleiterin der Firma Schütt und Sohn aus Lübeck, ließ dabei mit Rotwein „Bauherrschaft, Planer und Handwerksleute“ hochleben.

Landrat Reinhard Sager (CDU), Vorsitzender des Wobau-Aufsichtsrates, lobte die „zeitgemäßen, schicken Wohnungen. Eine bessere Wohnlage kann es in Neudorf eigentlich kaum geben.“ Eutin gewinne mit diesen Gebäuden städtebaulich hinzu. „Und 5,7 Millionen Euro sind nicht von Pappe. Außerdem kommen sie der heimischen Wirtschaft zugute“, sagte er. Sager richtete allerdings einen deutlichen Appell an die Politik: „Sie ist gefordert, Wohnen nicht ständig zu verteuern, sondern Vorschriften zu ändern, damit günstiger gebaut werden kann.“

Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Ostholstein errichtet in der Seestraße 30 neue Wohnungen

Eutins Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) freute sich über die „doppelte Anzahl von Wohnungen“ in den neuen Häusern in der Seestraße – die alten waren Anfang 2018 abgerissen worden. Er betrachtete die Neubauten auch aus fachmännischer Perspektive („mein Vater war Maurer und Fliesenleger“): „Die Ecken sind gemauert, das ist heute eine Seltenheit.“

Ulrike Benthien

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