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Ostholstein Eutin bekommt riesige Köpfe aus dem 3-D-Drucker
Lokales Ostholstein Eutin bekommt riesige Köpfe aus dem 3-D-Drucker
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14:00 26.09.2019
Jesse-Cole Wilmot und Kirsten Heide von der Hochschule Flensburg (r.) sowie Angela Metzler, Horst Weppler, Hans-Ingo Gerwanski und Detlev Küfe (v.l.) haben das Projekt „Eutiner Köpfe“ entwickelt. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Die Idee ist aus Valletta, der Hauptstadt Maltas, importiert. 2018, als die Stadt Kulturhauptstadt Europas war, standen dort überdimensional große Köpfe im Zentrum. Ein Anblick, der Horst Weppler nach einem Besuch nicht mehr losließ und ihn, gemeinsam mit anderen Ehrenamtlern der Bildungs- und Kulturinitiative der Bürgerstiftung Ostholstein, zum Projekt „Eutiner Köpfe“ inspirierte.

Köpfe von Persönlichkeiten, die in der Kreisstadt geboren wurden oder gewirkt haben, sollen im 3-D-Verfahren erstellt und in der Stadt ausgestellt werden. Bereits im kommenden Jahr sollen drei Köpfe an der Stadtbucht stehen. Die technische Umsetzung übernimmt die Hochschule Flensburg.

Die Stadt profitiert und hat keine Kosten

Für Eutin ist das Projekt ein Geschenk – im doppelten Sinn. Es wird die Stadt nichts kosten, ihr aber dennoch eine neue Attraktion bescheren. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal.“ Nach ihrem Wissen gebe es das nirgendwo sonst in Deutschland, sagen Horst Weppler und Hans-Ingo Gerwanski, die mit Angela Metzler, Detlev Küfe und Klaus-Dieter Schulz zur Arbeitsgruppe gehören.

Vom Komponisten bis zum Olympiasieger

15 Namen Eutiner Persönlichkeiten, deren Köpfe für das Projekt infrage kommen, haben sie vorerst zusammengetragen, darunter natürlich Carl Maria von Weber (Komponist, Dirigent, Pianist, 1786-1826), den Maler Johann Heinrich Tischbein (1751-1829), den Dichter und Homer-Übersetzer Johann Heinrich Voß (1751-1826) sowie Johann Julius Schmidt (Astronom und Geologe, 1825-1884) und Katharina die Große (Kaiserin von Russland, 1729-1796).

Aber auch lebende Prominente sind aufgelistet: etwa Wincent Weiss (Sänger, Jahrgang 1993), Axel Prahl (Schauspieler und Sänger, geboren 1960), Christian Klees (Olympiasieger, geboren 1968) und Kirsten Bruhn (erfolgreiche Aktive im Behindertensport, Jahrgang 1969). „Sie müssen natürlich mit dem Vorhaben einverstanden sein“, sagt Weppler.

Drei Köpfe für die Stadtbucht

Zwischen 5000 und 8000 Euro wird die Herstellung eines Kopfes kosten. Für das kommende Jahr hat die Arbeitsgruppe 20 000 Euro veranschlagt. Eine Förderung bis zu 80 Prozent sei durch die Aktiv-Region Holsteinische Schweiz möglich, außerdem habe die Gruppe bereits Spenden gesammelt, berichtet Horst Weppler. 2020 sollen die ersten drei Köpfe an der Stadtbucht zu besichtigen sein. Carl Maria von Weber ist bereits gesetzt.

Eineinhalb bis zwei Meter groß sollen die Kopffiguren sein, die die Bildungs- und Kulturinitiative in ganz Eutin aufstellen möchte. Quelle: Ulrike Benthien

Von 2021 an wollen Horst Weppler und seine Kollegen jedes Jahr zwei neue Kopffiguren herstellen und im Stadtgebiet, zum Beispiel am Bahnhof, im Seeuferpark, an der Opernscheune, aufstellen lassen. „Wir sind sicher, dass Eutiner Bürger und Betriebe Patenschaften übernehmen werden, wenn sie die Köpfe erst einmal gesehen haben“, sagt Weppler. Beispielsweise über ein Online-Voting sollen die Eutiner mitentscheiden können, welche Köpfe als nächstes realisiert werden.

Kooperation mit der Hochschule Flensburg

Für die technische Umsetzung ist die Hochschule Flensburg mit dem Team von Jesse-Cole Wilmot (Lehrkraft für besondere Aufgaben, Motion-Capturing, 3-D, 3-D-Großdrucke) und Kirsten Heide (Regionale Vernetzung, Sponsoring) zuständig. Wilmot lässt Studenten als Abschlussarbeit ihren eigenen Kopf im 3-D-Drucker fertigen. Die rund 1,5 bis zwei Meter großen „Eutiner Köpfe“ sind allerdings vom Format her eine deutlich größere Herausforderung. Ein Drucker müsste zweieinhalb Monate laufen, um in diversen Schichten einen einzigen Kopf zu produzieren. Aber Wilmot hat inzwischen sechs Geräte selbst gebaut. Damit ein Kopf sich bequem transportieren lässt, hat es sich als nützlich erwiesen, ihn in drei Teilen herzustellen.

Das Material für die Köpfe, die nach Vorlagen wie Büsten, Bildern oder Stichen eingescannt werden, ist Kunststoff, basierend auf Milchsäure und „binnen zwei Jahren organisch abbaubar“, versichert Detlev Küfe. Damit sie aber länger haltbar und vor allem wetterfest sind, werden die Köpfe mit einem glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK) überzogen, der vandalismussicher und leicht zu reinigen sein soll. Stehen werden die Köpfe auf einem ein Meter hohen Beton- oder Steinsockel.

Gemeinsame Projekte von Hochschule und Eutiner Schulen

Die Köpfe sollen aber nicht nur ein Hingucker sein: In ihr Inneres können verschiedene elektronische Medien integriert werden. Sie könnten beispielsweise leuchten, etwas von innen heraus projizieren oder beim Berühren oder Vorbeigehen akustisch reagieren. Die Studierenden der Hochschule Flensburg streben über dieses Projekt eine Vernetzung mit Eutin an. Es könnten Schulprojekte entstehen, angedacht ist die gemeinsame Entwicklung einer App, über die Leben und Wirken der Eutiner Persönlichkeiten abrufbar wäre.

„Im Falle von Weber könnten über eine App Besucher zum Rundgang von seinem Geburtshaus zu den Festspielen, über das Schloss zur Landesbibliothek gelotst werden“, sagt Hans-Ingo Gerwanski. Er ist sich sicher, dass mit diesem Projekt „auch die Jugend erreicht werden kann“.

Von Ulrike Benthien

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