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Ostholstein Eutin bangt um Sana-Klinik
Lokales Ostholstein Eutin bangt um Sana-Klinik
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20:13 23.11.2017
Der Geschäftsführer der Sana- Kliniken Ostholstein, Klaus Abel, hatte gestern einen Termin beim Kieler Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Der Minister ließ sich über die massiven Wasserschäden in dem Gebäude informieren. Quelle: Saskia Brücker
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Der Geschäftsführer der Sana- Kliniken Ostholstein, Klaus Abel, hatte gestern einen Termin beim Kieler Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Der Minister ließ sich über die massiven Wasserschäden in dem Gebäude informieren. Möglicherweise müssen Teile des Hauses oder die ganze Klinik geräumt werden. Das hängt davon ab, zu welchem Ergebnis Untersuchungen des Gesundheitsamtes führen werden. Zurzeit läuft der Klinikbetrieb normal weiter.

Garg forderte kurzfristig einen konzeptionellen Vorschlag zu den notwendigen Sanierungen in dem Gebäude. „Ziel ist die Sicherstellung der Patientenversorgung.“ Zum Desaster in der Eutiner Klinik wollte sich der Krankenhausbetreiber gestern nicht mehr äußern. Im Hauptausschuss des Kreises Ostholstein am Dienstag und am Rande dieser Sitzung hatten die Sana-Verantwortlichen mitgeteilt, wie massiv die Wasserschäden sind. Das reicht bis zu aufgequollenen Wänden und schwarzen Stellen hinter Trockenbauwänden. Ursache sind Baumängel, die erst jetzt zutage getreten sind.

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Für diese Mängel kann Sana nichts. Das 2002 eröffnete und von Sana 2004 übernommene Eutiner Klinikgebäude wurde noch unter der Regie der Ostholstein Kliniken gGmbH, also indirekt des Kreises Ostholstein, erbaut. Ausgeführt wurde der Bau von einem Generalunternehmer, die Schäden entfalten eine Langzeitwirkung und waren zuvor nicht ersichtlich.

Gestern am späten Nachmittag gab es einen ersten Erörterungstermin mit dem Gesundheitsamt in den Räumen der Eutiner Klinik. Davon hängt ab, wie es weitergeht. Sicher ist, dass Mitarbeiter des Gesundheitsamtes die Belastung von Mitarbeitern und Patienten, etwa durch Schimmelsporen in der Luft, messen werden. Je nach Ergebnis dieser Messung werden Auflagen verhängt, die bis zur Sperrung der Räume gehen können. Ein Ergebnis des ersten Erörterungstermins lag gestern noch nicht vor. Heute wollen die Sana-Kliniken und das Gesundheitsamt des Kreises Ostholstein eine Erklärung dazu abgeben.

„Die Klinik müsste jetzt konzeptionell etwas vorlegen“, verlangte auch Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU). „Die Frage, ob der Kreis bei den Sanierungen etwas mitfinanziert, stellt sich im Moment nicht, weil wir kräftig einzahlen.“ Etwa drei bis 3,5 Millionen Euro steuert Ostholstein jährlich zu dem von allen Kreisen und kreisfreien Städten gefüllten Topf für die Krankenhausfinanzierung bei. „Grundsätzlich können nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz Landesinvestitionsmittel für notwendige Maßnahmen nach entsprechender Prüfung bereitgestellt werden“, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Christian Kohl, dazu mit.

Abel bezifferte den Sanierungsaufwand im Hauptausschuss des Kreises auf 20 bis 40 Millionen Euro. Gekostet hat der Bau 56 Millionen Euro. Der Generalunternehmer, der für die Baumängel verantwortlich ist, kann nicht mehr herangezogen werden. Die Gewährleistungsfrist ist längst abgelaufen.

Von Susanne Peyronnet

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