Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Eutin erklärt den Klimanotstand
Lokales Ostholstein Eutin erklärt den Klimanotstand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:30 28.06.2019
Klimaschutz ist ihr Thema: Auch in Eutin hat es mehrere Schüler-Demos unter dem Motto „Fridays for future“ gegeben. Quelle: Sabine Latzel
Eutin

Auch die Stadt Eutin erkennt den Klimanotstand an. Mit 20 Ja-Stimmen beschloss die Stadtvertretung das am Mittwochabend (bei sechs Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen). Die Grünen-Stadtvertreterin Christiane Balzer hatte zuvor eindringlich für den Antrag ihrer Fraktion geworben: mit einem Foto von durch Schmelzwasser patschenden Schlittenhunden in Grönland, die eigentlich übers Eis laufen sollten. „Nichts symbolisiert die Klimakrise besser“, sagte Christiane Balzer.

Gekoppelt an die Anerkennung sind verschiedene andere Forderungen der Grünen: Eutin will die Eindämmung der Klimakrise und ihrer schwerwiegenden Folgen als Aufgabe höchster Priorität betrachten und ab sofort Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidungen berücksichtigen. Es sollen stets Lösungen bevorzugt werden, die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken.

Quartiersentwicklung in Stadtteilen vorantreiben

Die CDU hatte den Katalog der Grünen bereits im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss präzisiert: Die Stadtwerke sollen für städtische Gebäude und Liegenschaften sowie städtische Eigenbetriebe ein Energiemanagement entwerfen und darüber hinaus die Quartiersentwicklung in Eutin fortsetzen. So kann die Stadt Energie und CO2 einsparen. Bei Neubauten, beispielsweise Schulbauten, soll in der Energieversorgung über Mindeststandards hinausgegangen werden. Die Stadt soll das Bewusstsein der Bürger für den Klimaschutz schärfen, zum Beispiel an Markttagen dafür werben. Einmal im Jahr möchten die Stadtvertreter von der Verwaltung über Veränderungen Bericht erstattet bekommen. Dieser CDU-Antrag wurde am Mittwoch einstimmig befürwortet.

Stadt soll auf Dieselfahrzeuge verzichten

Einige Stadtvertreter störten sich an dem Ausdruck Klimanotstand. „Das ist ein großes Wort und verlangt nach rigorosen Maßnahmen. Global ja, aber in Eutin davon zu sprechen, ist reiner Populismus“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Westphal. Er verlangte, dass die Stadt keine Dieselfahrzeuge mehr anschaffen dürfe und beim ÖPNV auf Elektrobusse bestehen müsse. „Und wir müssen über die bevorstehenden Feuerwerke sprechen. Das ist Wahnsinn.“

Dass die Grünen den Klimanotstand ausrufen wollten, aber dem Hotelbau an der Stadtbucht zugestimmt haben, nannte Olaf Bentke (Freie Wähler) eine „Doppelmoral“. Seine Parteikollegin Sigrid Jürß kam auf Baumfällungen zu sprechen: „300 im Seepark vor der Landesgartenschau, weitere an der Stadtbucht und auf dem ehemaligen Moser-Grundstück für das geplante Hotel. Die Fläche ist aus dem Landschaftsschutzgebiet entlassen worden, und es darf im Uferschutzstreifen gebaut werden. Der Klimanotstand ist auch auf Ihrem Mist gewachsen“, sagte sie an die Grünen gewandt.

Flüge in die Partnerstadt in den USA reduzieren

„Der Begriff wird landauf, landab inflationär verwendet. Er klingt so destruktiv. Klimainitiative oder Klimarettung wäre besser, das ist positiver besetzt“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Rachfahl. Er fragte zudem, ob es nötig sei, dass jedes Jahr fünf Eutiner zum Besuch in die Partnerstadt Lawrence/USA fliegen müssten. „Wenn wir eine Resolution beschließen, dann sollten wir auch überlegen, ob nicht nur einer fliegt und zwar nur alle zehn Jahre. Und was ist mit Feuerwerken? Das sind emotionale Dinge, daran messen uns die Bürger“, sagte der Fraktionschef.

Ulrike Benthien

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nur Sylt hält ähnliche Angebote an der Nordsee vor. Grömitz bietet jetzt einen Abschnitt speziell für Kinder und Jugendliche. Erste Beschwerden über Lärm gibt es bereits am Eröffnungstag.

28.06.2019

Er ist ein Urgestein der Eutiner Feuerwehr: Heino Kreutzfeldt (65). Nach 18 Jahren hat er das Amt als Chef der drei Ortswehren im März aufgegeben. Jetzt wurde er zum Ehrengemeindewehrführer ernannt.

27.06.2019

Das Oberverwaltungsgericht hat entschieden, dass die Ostholsteiner weiterhin die geltenden Gebühren zahlen müssen. Die Satzung vom Zweckverband sei zwar formal unwirksam, die Gebühren wurden aber nicht beanstandet. Geklagt hatte Müllrebell Martin Kienitz aus Scharbeutz.

27.06.2019