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Ostholstein Soldaten üben die Landesverteidigung – mit Drohnen
Lokales Ostholstein Soldaten üben die Landesverteidigung – mit Drohnen
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19:24 13.03.2019
Die Drohne Luna steht zwar startklar auf dem Katapult, bleibt wegen des Sturms aber noch am Boden. Quelle: Dirk Schneider
Eutin

Der Feind steht im Großraum Neumünster und rückt südlich des Plöner Sees in Richtung Lübecker Bucht vor. Das ist das Übungsszenario, mit dem die Soldaten des Aufklärungsbataillons 6 aus Eutin bei der Übung „Holstein Ritt“ konfrontiert sind. Bis Ende kommender Woche rücken die Spähtrupps aus, um den Korridor zu erkunden und die zentralen Fragen zu klären: Wie stark sind die gegnerischen Kräfte und wo greifen sie an?

Unterstützung bekommen die Bodentruppen dabei aus der Luft. Spezielle Drohnen liefern Bilder, die auf dem mobilen Kommandostand ausgewertet werden. Für die Starts der beiden Flugsysteme Luna und KZO haben die Spezialisten zwei Abschusseinrichtungen im Gelände aufgebaut.

Das 168 Kilogramm schwere Kleinfluggerät Zielortung (KZO) wird dabei mit einer Anschubrakete, die nach rund 100 Metern ausgebrannt zu Boden fällt, von der Ladefläche eines Lkw abgeschossen. Aufgrund der umfangreichen Sicherheitsbestimmungen, die damit verbunden seien, nutze man dafür den Eutiner Truppenübungsplatz, erläutert Oberstleutnant Tobias Aust. Damit verbunden sei auch ein lauter Knall und etwas Rauch.

Motorsegelflugzeug ist beim Szenario am Plöner See windanfällig

Ansonsten versuchten die Soldaten aber, sich möglichst unauffällig im Gelände zu bewegen. Passend dazu lasse sich die Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungs-Ausstattung (Luna) relativ leise mit einem Katapult starten, erklärt Oberleutnant Benjamin Koschewski, dessen Zug an einem Acker bei Berlin einen mobilen Start- und Landeplatz eingerichtet hat.

Das zwei Meter lange Motorsegelflugzeug mit vier Metern Spannweite werde dabei mittels gespannter Gummizüge auf einer Strecke von 6,5 Metern auf 65 Stundenkilometer beschleunigt, erläutert Feldwebel Dennis Hofmann. Der eigene Motor (6 kW/8 PS) für den eigenen Propellerantrieb laufe dabei auf Hochtouren und sorge für zusätzlichen Auftrieb.

Soldaten schießen mit Übungsmunition

Dieses System sei leider aber auch etwas windanfälliger als das KZO, erklärt Hofmann. Die Folge: Das Luna-Team stellte zwar Flugbereitschaft her, musste die Starts an den ersten beiden Tagen aber absagen. Stattdessen üben die Drohnenpiloten am Simulator und spielen von dort aus die Daten in das Geschehen ein.

Die Spähtrupps des Eutiner Aufklärungsbataillons Holstein üben südlich des Plöner Sees die Landesverteidigung. 250 Soldaten sind im Einsatz. Allerdings bereitet der Wind bei der Überwachung aus der Luft Probleme.

Nicht ganz so gemütlich haben es die Spähtrupps, die mit ihren Spezialfahrzeugen vom Typ Fennek die feindlichen Linien erkunden und teilweise sogar dahinter operieren. Dabei komme es auch zu kurzen Feuergefechten, bei denen ein paar Schuss mit Übungsmunition abgegeben und vielleicht auch mal eine Nebelgranate oder Leuchtrakete gezündet würde, sagt Stabsfeldwebel Christian Both, der das Geschehen als Schieds- und Kampfrichter aus zweiter Reihe beobachtet.

Das sei aber die Ausnahme. „Wir wollen viel sehen, aber möglichst nicht gesehen werden“, verdeutlicht Both den Auftrag der kleinen Trupps. In undurchsichtigen Situationen würden die Fahrzeuge daher oft in Deckung abgestellt. Die Späher gingen dann gebückt zu Fuß weiter oder schlichen sich sogar liegend an, schildert Both.

Der Fennek-Fahrer und Hauptgefreite Marcel Capurso sichert als Stallwache die Fahrzeuge des Spähtrupps, während die weitere Besatzung zur Naherkundung des Geländes zu Fuß unterwegs ist. Quelle: Dirk Schneider

Zwei Wochen üben die Soldaten das Manöver

Insgesamt seien rund 250 Mann in verschiedenen Einheiten an dem zweiwöchigen Manöver beteiligt, sagt Aust. Im Prinzip sei das Ganze allerdings eine Kombination aus mehreren Übungen, deren Schwierigkeitsgrade und Längen täglich gesteigert würden.

So sollen in den kommenden Tagen neue Aufgaben hinzukommen, die teilweise auch in der Nacht erfüllt werden müssten. Der „Holstein Ritt“ sei nur der Auftakt einer Reihe von Manövern, die für 2019 auf dem Programm stünden. „Im Mai werden wir mit 400 Mann auf Übung gehen, um das Gelernte zu vertiefen“, kündigt Aust an. Im August stehe dann als Höhepunkt ein Großmanöver mit der ganzen Brigade mit 1500 Kräften in der Oberlausitz an.

Dirk Schneider

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