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Ostholstein Taxen am Bahnhof: Eutiner ärgern sich über zu weite Wege
Lokales Ostholstein Taxen am Bahnhof: Eutiner ärgern sich über zu weite Wege
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16:00 29.07.2019
Seit Jahren vom Hauptgebäude verdrängt und auf einem zu schmalen Parkstreifen gelandet: Taxiunternehmer Timo Pöhls wäre froh über „irgendeine Form der Verbesserung“. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Vom Bahnhof kommen und direkt ins Taxi steigen: In Eutin ist das nicht möglich, zumindest nicht in der Bahnhofstraße. Nur auf der Rückseite, der Elisabethstraße zugewandt, sind zwei Parkplätze für Taxen unmittelbar vor dem Bahnsteig ausgewiesen. „Aber die meisten Leute kommen aus Richtung Lübeck und steigen auf der Stadtseite aus“, sagt Sven Petrick, Inhaber von „Svens Taxen“. Er hat sich mit seinen Kollegen vor der Landesgartenschau 2016 vehement dagegen gewehrt, dass ihre Wagen mit dem Umbau des Bahnhofsumfeldes nicht mehr direkt vor dem Portal stehen können und stattdessen 40 bis 50 Meter entfernt Plätze zugewiesen bekommen haben. „Mängel um den Bahnhof herum“ kritisiert auch der Mobilitätsbeirat, der die entsprechenden Ausschüsse auffordert, sich nach der Sommerpause mit dem Thema zu beschäftigen.

Möbilitätsbeirat kritisiert: Taxenstand zu weit weg und zu schmal bemessen, Fahrradstellplätze anderweitig belegt, kein Konzept für das Bahnhofsgebäude.

Taxistand erfüllt DIN-Normen für Barrierefreiheit nicht

„Einwohner beklagen sich immer wieder bei uns, dass der Taxistand nicht funktionell und gästeunfreundlich sei und den falschen Standort habe“, sagt der Vorsitzende des Mobilitätsbeirates, Jens Rose-Zeuner. Er verweist zudem darauf, dass der Taxistand nicht den DIN-Vorschriften für Barrierefreiheit entspreche. Es müsse neben dem Fahrzeug eine Bewegungsfläche von mindestens 1,50 Meter und im Heckbereich eine Fläche von zwei mal 2,50 Metern geben, beispielsweise zum Ausladen eines Rollstuhls, und das möglichst auf Fahrbahnniveau, erklärt er. Hinweise darauf seien in der Vergangenheit von der Verwaltung stets abgebügelt worden.

Taxiunternehmer: Bahnhofstraße ist jetzt eng und gefährlich

„Wir waren damals bei der Planung komplett außen vor. Man hat uns vom Bahnhof verdrängt. Wir wussten nicht, wohin der Taxistand mit dem Umbau verlegt wird“, sagt Sven Petrick, der heute noch verärgert ist. Auch er nennt den jetzigen Zustand „nicht funktionell“ – und „dämlich“. Die Bahnhofstraße sei eng und gefährlich geworden. Es fehlten Kurzzeitparkplätze, auch „Kiss-and-go-Zonen“ genannt, auf der Stadtseite: „Für Menschen, die Verwandte zum Bahnhof bringen oder sie abholen oder Leute, die sich eine Fahrkarte kaufen wollen.“ Über den Tipp, sie sollten ihr Auto auf dem Parkplatz zur Elisabethstraße hin abstellen, kann er nur lachen: „Da stehen den ganzen Tag über berufstätige Dauerparker.“

Sollen Taxen auf dem Bahnhofsvorplatz vorfahren dürfen?

Dass die Kommunalpolitiker, die an der Sitzung des Mobilitätsbeirats teilgenommen haben, in Erwägung ziehen, Taxen auf den Vorplatz und damit direkt vor den Bahnhof fahren zu lassen, macht Petrick Hoffnung. „Dann sieht man Gäste, die mit schweren Koffern aus der Bahnhofshalle kommen, sofort und kann ihnen beispringen. Außerdem wird es den Vandalismus reduzieren, wenn die Taxen dicht am Bahnhofsgebäude stehen“, sagt er. Sven Petrick hat derzeit neun Wagen, bekommt aber in Kürze drei weitere hinzu. Insgesamt beschäftigt er 30 Mitarbeiter.

Zwölf Fahrradstellplätze sind blockiert

Müllcontainer verstellen am Bahnhof zwölf Fahrradstellplätze. Darauf habe der Mobilitätsbeirat schon mehrfach hingewiesen und eine Änderung verlangt, bisher aber ohne Erfolg, sagt Vorsitzender Jens-Rose-Zeuner. In der sogenannten Fahrradeinhausung gibt es sechs Abteile, fünf sind mit Fahrradständern ausgestattet, im sechsten stehen mehrere große Abfallcontainer. „Die Einhausungen sind für Fahrräder – andere Nutzungen sind dort nicht angedacht“, räumt Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt auf Anfrage ein.

Ein Stellplatz in einer Fahrradbox kostet vier Euro Miete pro Monat. Der Vertrag wird immer über ein Jahr geschlossen. Informationen dazu unter Telefon 04521/793 323.

Timo Pöhls ist Inhaber des Unternehmens Taxi Wiese mit zehn Wagen und 25 Mitarbeitern. „Es wäre einfacher, wenn man direkt vorfahren würde, so wie es mal war und so, wie es hätte sein können“, sagt er. Die Überlegung, den Bürgersteig links und rechts vom Gebäude abzusenken, sodass Taxen darüber an- und abfahren können, sieht er zwiespältig: „Wir dürfen uns nur am gesetzlichen Taxistand bereithalten. Außerdem wird das Markierungen erfordern, weil auf dem Vorplatz auch Radfahrer und Fußgänger unterwegs sind.“ Er hat seine Wagen inzwischen größtenteils am Stadtgraben positioniert. „Wenn am Bahnhof noch einmal Geld in die Hand genommen wird, dann muss der Taxistand wieder vor das Portal kommen“, fordert Pöhls. Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes hatte seinerzeit rund 2,1 Millionen Euro gekostet.

Nutzungskonzept für den Bahnhof ist in Arbeit

Ein gravierender Mangel am Bahnhof ist für den Mobilitätsbeirat der immer noch fehlende barrierefreie Zugang zum Bahnhofsgebäude. „Er ist seit 2017 versprochen. Es hieß immer, sobald die Tanzschule ausgezogen ist“, sagt der Vorsitzende. Diese habe die Räume am 17. Mai 2018 an die Stadt übergeben, lautet die Auskunft aus dem Rathaus. Sowohl Jens Rose-Zeuner als auch Sven Petrick erinnern zudem daran, dass es längst ein Nutzungskonzept für den Bahnhof geben sollte. Dazu erklärt die Verwaltung: „Es wird derzeit erarbeitet. Angedacht ist eine Nutzung durch die Eutiner Kur- und Touristik GmbH, eventuell mit Fahrradverleih beziehungsweise -Werkstatt. Der DB-Stützpunkt und die Praxis im Obergeschoss werden dort bleiben.“

Ulrike Benthien

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