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Ostholstein Ansturm auf Familien-Oper „Abu Hassan“
Lokales Ostholstein Ansturm auf Familien-Oper „Abu Hassan“
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19:18 03.07.2019
Der Kalif (Jonas Belau, r.) erscheint mit seinen Vertrauten Zemrude (Iris Meyer, l.) und Mesrud (Hilko Engberts).  Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Die Rechnung der Eutiner Festspiele, mit einem Familienstück vermehrt jüngere Besucher anzuziehen, scheint voll aufzugehen. Die umjubelte Premiere von Carl Maria von Webers Singspiel „Abu Hassan“ im Torhaus war ausverkauft. Auch für die Vorstellungen am 11. und 17. Juli gibt es nur noch wenige Restkarten. Deshalb hat die Geschäftsführung eine Zusatzvorstellung am 16. Juli angesetzt.

150 Zuschauer können im Torhaus links und rechts der Bühne sitzen. Sie ist wie ein Laufsteg gebaut. Und gelaufen wird in der einstündigen Aufführung viel. Hauptakteur Abu Hassan, dargestellt von Jeremy Almeida Uy, ist leichtfertig im Umgang mit Geld. Nun ist er pleite, geistert rastlos in seinem Haus hin und her, zankt mit seiner bezaubernden Gattin (Jasmin Delfs). Er sinkt mal hier, mal da in die Kissenberge und verflucht seine Gläubiger, die ihm in seiner Wohnung einen Besuch abstatten und mit den Schuldscheinen wedeln. Am schlimmsten sitzt Abu Hassan der Geldwechsler Omar (Milad Kuhpai) im Nacken.

Auch Komponist Weber saß in der Schuldenfalle

In einer ähnlich prekären Lage befand sich seinerzeit auch Komponist Weber, als er dieses Singspiel schuf. Es wurde 1811 in München uraufgeführt und soll Weber so großen Erfolg beschert haben, dass er genug Geld damit verdiente, um seine Schulden zu begleichen.

Carl Maria von Webers Singspiel liegt einer Geschichte aus „Tausendundeiner Nacht“ zugrunde.

Abu Hassan und Fatimé lassen sich allerdings etwas anderes einfallen, damit Geld in die Kasse kommt. Sie täuschen wechselseitig ihren Tod vor, um vom Kalifen Geld für die Beerdigungen zu ergaunern. In ihre Pläne platzt Omar, der ein Auge auf die schöne Fatimé geworfen hat. Sie ist jedoch auch listig und luchst ihm gegen einen Kuss alle Schuldscheine ihres Mannes ab. Natürlich fliegen Abu Hassan und Fatimé mit ihrem Schwindel auf. Der Kalif (sehr staatsmännisch gespielt von dem elfjährigen Jonas Belau aus Ahrensbök) ist jedoch großmütig. Alles wird gut.

Nach 45 Jahren steht das Singspiel wieder auf dem Spielplan

Das Singspiel von Carl Maria von Weber ist zuletzt vor 45 Jahren bei den Eutiner Festspielen aufgeführt worden. Dass es erneut auf die Bühne gebracht wird, ist der Initiative von Dirigentin Romely Pfund zu verdanken. Mit der Länge von einer Stunde eignet es sich gut für Kinder (empfohlen ab sechs Jahren), auch die Atmosphäre von „Tausend und einer Nacht“ spricht diese Zielgruppe an. Das Orchester setzt sich aus Studenten der Musikhochschule Lübeck zusammen, ebenso verhält es sich beim Ensemble. Alle überzeugen mit sehr schönen Stimmen.

Im Chor singen Kinder und Jugendliche aus Eutin und Umgebung. Mit dabei sind Blanca Louisa Albrecht, Lara Marie Engelhardt, Raphael Ezazi, Eva Lotta Kutzner, Lea Emila Rocha de Lima, Romi Mari Rumpel, Lea Schmidt, Chany Jinhuá Wichterich und Daniel Williams. „Die tollen Kostüme“ haben Blanca Louisa Albrecht (9) sehr gefallen. Mit ihrer und der Leistung der anderen Mitwirkenden bei der Premiere war sie recht zufrieden. Ihre Aufregung wirkte aber noch nach der Vorstellung nach, zu der eigens ihre Großeltern aus Bremen angereist waren.

Viel Lob vom Premieren-Publikum

„Eine spritzige Inszenierung, ein toller Spielort“, urteilte Axel Walter von der Landesbibliothek. Die „wunderbaren, schönen Kostüme“ lobte Sieghard Scholz (80), der mit seiner Frau aus Preetz nach Eutin gekommen war. Er kenne von Weber bislang nur dessen Oper „Oberon“ und habe sich die Familien-Oper „Abu Hassan“ unbedingt ansehen wollen. „Es hat mir sehr gefallen“, sagte Scholz. Jan von der Bank berichtete, er habe mehrmals schallend gelacht. Die Bühne sei turbulent bespielt worden. Seine Tochter Jannika (8) fand die Vorstellung rundum „gut und sehr lustig“.

Die weiteren Vorstellungen am 11. und 17. Juli sowie die Zusatzvorstellung am 16. Juli beginnen jeweils um 16 Uhr im Torhaus. Eine Karte kostet zwölf Euro, ermäßigt acht Euro (Telefon 045 21/800 10 oder im Internet www.eutiner-festspiele.de). Die Stiftungen der Sparkasse Holstein unterstützen die Aufführungen der Familienoper.

 

Ulrike Benthien

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