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Ostholstein Festspiele wollen 2022 mit Tribünen-Neubau starten
Lokales Ostholstein Festspiele wollen 2022 mit Tribünen-Neubau starten
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08:00 07.12.2019
Der Künstlerische Leiter Klassik, Hilary Griffiths, wird beim Eröffnungskonzert, dem Galakonzert und den Opernaufführungen die Kammerphilharmonie Lübeck dirigieren. Unser Foto zeigt den Gala-Abend 2019. Quelle: Christopher Landerer (HFR)
Eutin

Dass die Eutiner Stadtvertretung gestreckt über die kommenden vier Jahre 610 000 Euro als Eigenanteil für den Bau einer neuen Tribüne für die Eutiner Festspiele geben wird, löst in der Opernscheune große Freude aus. „Das ist ein schönes vorweihnachtliches Geschenk und war in dieser Klarheit nicht zu erwarten“, sagt Geschäftsführer Falk Herzog. Er betrachte die Zusage angesichts der knappen Kasse Eutins als doppelte Auszeichnung.

Festspiele sind erheblicher Wirtschaftsfaktor für Eutin

Herzog hatte bei allen Fraktionen in den vergangenen Monaten um Unterstützung geworben, zuletzt die Bedeutung der Festspiele durch neue Zahlen der Actori-Unternehmensberatung untermauern lassen. Deren Fazit: Die Festspiele heben nicht nur den kulturellen Wert der Stadt, sie sind auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Jeder Euro, den die Stadt den Festspielen gebe, fließe durch die Besucher und die Festspiele als Betrieb und Arbeitgeber 8,5-fach zurück.

Ingo Gädechens will in Berlin weitere Mittel loseisen

6,1 Millionen Euro soll eine neue Tribüne kosten. Durch ihre Zusage für den Eigenanteil kann die Stadt 1,6 Millionen Euro Fördermittel vom Bund abrufen. Dieser erwartet vom Land eine Beteiligung in derselben Höhe. „Ich gehe davon aus, dass es klappen wird“, sagt Falk Herzog. Zudem gebe es die Option, dass der Bund noch nachlege. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens bemühe sich in Berlin um Reste aus Haushaltsposten und eine Aufstockung der Mittel. „Es wird noch Gespräche mit dem Kreis geben, und auch die Festspiele werden ihren Anteil bringen müssen“, , sagt der Geschäftsführer. „Wir sind Hauptnutzer der Tribüne, wollen aber der Stadt als Eigentümerin bei der Realisierung eines Neubaus helfen und werden versuchen, von privater Seite Unterstützung einzuwerben.“

Jährliche Investitionskosten fressen städtischen Zuschuss auf

Bislang kommen die Festspiele für die jährlichen Unterhaltungskosten der Tribüne auf, die ihnen Eutin mietfrei überlässt. „Wir investieren mittlerweile so viel in die Tribüne – Brandschutz, Elektrik, neue Sitzschalen, die einzeln angepasst werden müssen –, sodass der jährliche Zuschuss, den uns Eutin gibt, aufgefressen wird“, sagt Falk Herzog. Mehr als 70 000 Euro habe in der abgelaufenen Spielzeit in die Tribüne gesteckt werden müssen. Somit sei der Gedanke an eine mögliche Sanierung des 1976 errichteten Halbrunds verworfen worden.

Wunschtermin für Neubau: Nach Ende der Spielzeit 2022

Falks Vorstellung sieht so aus, bis zum Sommer 2020 die Planung für einen Neubau fertig zu haben, an dem die Festspiele ein Mitspracherecht haben möchten. „Wir könnten dann nach Ende der Spielzeit 2022 beginnen. Das wäre mein Wunsch“, sagt Falk Herzog. Ein weiteres Jahr könne man eventuell noch schieben. Aber die Fördermittel müssten auch fristgerecht abgerufen werden. Vorgearbeitet haben die Festspiele bereits: Das Gelände ist vermessen worden, die Bäume sind kartografiert worden, es sind Erkundigungen zu Tribünenelementen mit hoher Vorfertigung eingeholt worden. 2025 feiern die Festspiele ihr 75-jähriges Bestehen – ein angemessener Anlass, eine neue Tribüne einzuweihen.

Mehr als 8300 Karten sind für 2020 bereits verkauft

Hoffnung für die Zukunft machen auch die Verkaufszahlen. „Wir haben aktuell 8342Karten abgesetzt und liegen damit um 1000 über der Zahl des Vorjahres“, berichtet Sprecherin Ulrike Horstmann. „Das ist ein deutliches Zeichen, dass sich die Gäste von unserer Auswahl angesprochen fühlen.“ Nach 1999 werden die Festspiele im kommenden Jahr zum zweiten Mal in ihrem dann 70-jährigen Bestehen die Puccini-Oper „Madama Butterfly“ aufführen. Es inszeniert Prof. Igor Folwill, die musikalische Leitung hat Hilary Griffiths, Künstlerischer Leiter Klassik. Gespielt wird außerdem das Musical „Ein Käfig voller Narren“.

Zum 70-jährigen Bestehen feiern die Festspiele auf der Seebühne im Eutiner Schlossgarten besonders Carl Maria von Weber.

In ihrer 70. Saison wollen die Festspiele besonders den in Eutin geborenen Komponisten Carl Maria von Weber (1786-1826) würdigen, dem zu Ehren sie gegründet wurden. Am 20. Juni werden Hilary Griffiths und die Kammerphilharmonie Lübeck die Spielzeit mit einem Festkonzert eröffnen, das Kompositionen Webers in den Mittelpunkt stellt. Dafür wurde der bekannte Tenor Peter Seiffert gewonnen. „Er ist ein Ausnahmesänger. Wir sind stolz, ihn hier präsentieren zu können“, sagt Hilary Griffiths.

Das Programm der 70. Spielzeit

Das Eröffnungskonzert2020 beginnt am 20. Juni mit einem Weber-Konzert auf der Seebühne.

Die Oper „Madama Butterfly“von Giacomo Puccini hat am Freitag, 10. Juli, um 20 Uhr Premiere. Die Oper wird außerdem aufgeführt am 16., 18., 26. und 30. Juli. Termine im August: am 1., 7., 20. und 22.

Das Musical „Ein Käfig voller Narren“ feiert am 26. Juni um 20 Uhr Premiere. Es folgen Vorstellungen am 28. Juni, am 3., 4., 11., 12., 17., 24., 25 und 31. Juli. Im August steht das Musical am 8., 9., 13., 21. und 23. auf dem Programm.

„Orchestra on the Rocks“ am 29. August bietet Klassiker der 1960er bis 1980er Jahre.

Der Gala-Abend „Viva la Musica!“zum Ausklang der Spielzeit beginnt am 5. September um 20 Uhr auf der Seebühne.

 Karten unter Telefon 045 21/800 10 oder im Internet auf www.eutiner-festspiele.de.

Der Gala-Abend „Viva la Musica: In den Fußstapfen Webers“ mit Melodien aus Städten, die Weber einst bereits hat, wird die Spielzeit 2020 am 5. September beschließen. Zuvor (30. August) wagen sich die Festspiele auf Neuland: mit dem Konzert „Orchestra on the Rocks“. In sinfonischem Arrangement werden Titel der Beatles, von Queen, Genesis und den Dire Straits erklingen.

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Von Ulrike Benthien

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