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Ostholstein Eutiner Jugendliche wünschen sich einen neuen Skatepark
Lokales Ostholstein Eutiner Jugendliche wünschen sich einen neuen Skatepark
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08:03 01.11.2019
Trotz ihrer mangelhaften Qualität sind auf der Anlage an der Blauen Lehmkuhle täglich zehn bis zwölf Skateboard-, BMX- und Scooterfahrer unterwegs. Im Sommer trainieren am Tag bis zu 25 Jugendliche hier. Stephan Barnstedt möchte ihnen zu einem modernen Skatepark verhelfen. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Wehmütig und ein bisschen neidisch blicken sie nach Scharbeutz, Burg auf Fehmarn, nach Neustadt und Lütjenburg: Dort gibt es top ausgestattete Skateparks. Die jungen Sportler in Eutin treffen sich seit Jahren hinter der Gustav-Peters-Schule an der Blauen Lehmkuhle auf ihrer Anlage, „qualitativ als auch quantitativ minderwertig ausgestattet und trostlos“, beschreiben die Jugendliche den Park. Am 24. September haben sich neun Skateboard-Begeisterte zur Gründung des Vereins „drop-in“ zusammengetan. Er will die „etablierte und olympische Sportart des Skateboardfahrens“ fördern und dafür einen adäquaten Standort erkämpfen.

Ein neuer Skatepark soll beleuchtet sein

Der Eutiner Architekt Stephan Barnstedt ist der Vorsitzende von „drop-in“. Sein Sohn Julius (13) ist begeisterter Fahrer, Barnstedt hat ihn häufig zu der Anlage begleitet und dabei die anderen jungen Leute kennengelernt. „Ich habe gesehen, wie unglücklich sie mit dieser alten Bahn sind“, sagt er. Im kommenden Schulausschuss will er das Anliegen von „drop-in“ vorstellen. Die Kinder und Jugendlichen wünschen sich „einen zeitgemäßen, großen Skatepark in Eutin, in einem sicheren Umfeld und mit Licht in der dunklen Jahreszeit, einen smarten Ort zum Treffen“.

„Hier ist das Gelände uneben. Wenn wir von der ,Quarterpipe’, der Schanze, kommen, verlieren wir sofort Schwung, weil wir ,bergauf’ fahren“, sagt Jannes Koch (21). „Außerdem sind die Rampen gebrochen. Wir haben versucht, das selbst mit Fertiggips auszubessern, aber es hat nicht gehalten.“ Er fährt seit elf Jahren Skateboard und ist von dem Platz frustriert. „Der Boden ist auch viel zu grobkörnig. Wenn man hier hinfällt, ist er wie Schmirgelpapier.“

Fahrer wünschen sich eine doppelt so große Fläche

Für unerfahrene Fahrer seien die kaputten Rampen auch eine große Gefahr, warnt Julian Lauber, zweiter Vorsitzender von „drop-in“. Der 30-Jährige formuliert, was sich die Vereinsmitglieder von 13 bis 48 Jahren wünschen: „Eine gerade fahrbare Fläche, doppelt so groß wie die jetzige, mit Rampen, die von Skateboardern für Skateboarder gemacht werden. Und eine Beleuchtung für den Platz. In der dunklen Jahreszeit ist hier spätestens um 17 Uhr Schluss.“ Auf der jetzigen Anlage stimme so gut wie nichts, kritisiert er: „Die Anfahrten sind zu kurz, die Sachen zu hoch oder zu niedrig. Diese Anlage hat einer gebaut, der vom Skateboarden keine Ahnung hat.“

Alte Skateanlage ist 18 Jahre alt

Dass die Anlage an der Blauen Lehmkuhle, 2001 auf rund 720 Quadratmetern gebaut und mit sechs Skate-Elementen ausgestattet, nicht mehr den heutigen Ansprüchen entspricht, räumt die Eutiner Verwaltung ein. Auch, dass andere Parks in der näheren Umgebung mit Hilfe von speziellen Fachplanern sowie der Beteiligung der Nutzer und weiteren Jugendlichen gestaltet worden seien. Die Mitglieder von „drop-in“ wollen sich in eventuelle Planungen eines Skateparks gern einbringen: „Es wäre schön, wenn wir von der Politik gehört würden und Ansprechpartner wären“, sagt Lauber.

Scharbeutz und Fehmarn haben Skateparks eröffnet

Nachbarorte haben sich die Parks für ihre Jugendlichen einiges kosten lassen: Mehr als 360 000 Euro hat zum Beispiel Scharbeutz in die Hand genommen. Die gerade erst Mitte Oktober eröffnete Anlage nahe der Jugendherberge ist rund 1000 Quadratmeter groß und bietet mehrere Rampen, eine Mauer mit Gefälle und Stangen. Auf Fehmarn können sich Kinder und Jugendliche seit Mai an Steilkurven, Rampen, Bänken und Podesten austoben. 280 000 Euro hat die Anlage gekostet. 120 000 Euro kamen von der Aktivregion. Neustadt hat 2017 einen Skatepark am Gogenkrog eröffnet. Kosten: 160 000 Euro.

In Scharbeutz und in Burg auf Fehmarn sind in diesem Jahr neue Anlagen für junge Skater aus der Region eröffnet worden.

Vorschlag des Vereins: Skatepark im Seepark

„Es gibt mit Sicherheit einige Fördertöpfe, die man anzapfen kann. Man muss nur wissen welche“, sagt Stephan Barnstedt angesichts der Kosten, die ein Skatepark für die Stadt Eutin mit sich bringen würde. Sein Verein wünscht sich für die Zukunft nicht nur mehr Fläche, sondern auch einen anderen Standort, der zentraler gelegen ist. Optimal erscheine ihm der Seepark, nahe der Sport- und Spielfläche. Die nachmittägliche und abendliche Szene dort würde durch einen Skatepark aufgewertet, sagt der Architekt. Weitere gewünschte Ausstattungsmerkmale eines neuen Areals: neben vielen neuen Hindernissen auch ein Unterstand mit Materiallager und Medieninfrastruktur WLan.

Hoffnung: Die Skaterszene soll nach Eutin kommen

Ein neuer Skatepark solle ein Funpark werden und auch Scooter- und BMX-Fahrern die Möglichkeit geben, parallel zu den Skateboard-Fahrern zu trainieren. Vom Anfänger bis zur Talentförderung – „drop-in“ will allen eine Plattform geben. „Die älteren Fahrer sind in der Szene vernetzt, sie kennen erfolgreiche Skater, die dann auch nach Eutin kommen würden“, sagt Stephan Barnstedt, der auch an Contests in der Stadt denkt.

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Von Ulrike Benthien

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