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Ostholstein Schloss konnte Rechnungen nicht bezahlen
Lokales Ostholstein Schloss konnte Rechnungen nicht bezahlen
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17:32 01.03.2019
Die Sanierungsarbeiten am Eutiner Schloss laufen auf Hochtouren. Sie werden aus einem Extra-Topf bezahlt. Quelle: Dirk Schneider
Eutin

Die Landtagsabgeordnete Beate Raudies (SPD) hat nachgehakt. Als in der Sitzung des Landes-Finanzausschusses Ende Januar eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 100 000 Euro für das Eutiner Schloss zur Sprache kam, wollte sie es genauer wissen. Wie kam es zu dieser Ausgabe? Die Antwort von Kulturministerin Karin Prien (CDU): „Zum Ende des Jahres 2018 verfügte die Stiftung Schloss Eutin über keine ausreichenden Mittel mehr, um alle Verpflichtungen bis zum Ende des Jahres erfüllen zu können.“

Liquiditätsengpass am Jahresende

War das Schloss insolvent? Zahlungsunfähig? Pleite? Einspruch kommt aus dem Kieler Kulturministerium: „Es gab keine Zahlungsunfähigkeit, es gab einen Liquiditätsengpass“, teilte Sprecher Thomas Schunck mit. Durch die zusätzlichen 100 000 Euro nehme das Land seine Verpflichtung für die Stiftung wahr. Die Stiftung erhalte vom Land Finanzmittel gemäß des Landeshaushalts und nach den Vorgaben des Stiftungsgesetzes zum Schloss Eutin.

Der Rekordsommer ist schuld

In ihrer Antwort auf die Nachfrage von Raudies hat Ministerin Prien erläutert, dass das Defizit der Schloss-Stiftung zwei Gründe hat: gesunkene Einnahmen durch weniger Besucher und höhere Ausgaben. Das Schloss habe im vergangenen Jahr 54 000 Euro weniger an Eintrittsgeldern und Erlösen aus Raumvermietung und Gastronomie eingenommen. Schuld sei der Rekordsommer, der allein im Juli 2018 zu 30 Prozent weniger Besuchern geführt habe.

Ein weiterer Grund für das Defizit sind um 46 000 Euro gestiegene Ausgaben. Sie entstanden laut Prien durch externe Beratung bei der Umstellung der Buchhaltung und zusätzliche Kosten für Alarmierung und Bewachung. Vom Ministerium heißt es dazu, dass es sich bei den Beraterkosten um einmalige Kosten für den Jahresabschluss und die Eröffnungsbilanz handele. Bei beiden seien Korrekturen erforderlich gewesen, die so nicht eingeplant gewesen seien. Weitere Mehrkosten seien durch unvorhergesehene Reparaturen bei den Alarmanlagen und an anderen Einrichtungen im Schloss entstanden.

Das alles bezahlt das Land

490 000 Euro für den laufenden Betrieb, der Betrag wird 2019 auf 545 000 Euro aufgestockt.

345 000 Euro für die allgemeine Bauunterhaltung

2.1 Millionen Euro über mehrere Jahre für die gerade laufende Sanierung der Fundamente und der Risse im Mauerwerk.

1 Million Euro über mehrere Jahre für die Neugestaltung der Daueraustellung.

Obendrein stiegen im vergangenen Jahr die Kosten fürs Personal. Zur Begründung heißt es aus dem Ministerium, dass die Personalnebenkosten (Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft) zu niedrig angesetzt waren. Zudem seien aufgrund der hohen Brandschutzanforderungen zusätzliche Personalkosten für die Bewachung der Räume entstanden. Deshalb mussten für Investitionen vorgesehene Mittel in den laufenden Betrieb umgeschichtet werden.

Höherer Zuschuss für dieses Jahr

Für 2019, teilte Prien weiter mit, werde der Zuschuss für den laufenden Betrieb von 490 000 Euro auf 545 000 Euro erhöht. Darin sind auch dreiprozentige Steigerungen durch Tarifabschlüsse enthalten. Ob dafür etwas bei den Investitionszuschüssen abgezogen wird, ist noch unklar. Nach Angaben des Ministeriums erarbeite die Stiftung gerade eine mittelfristige Finanzplanung und stimme diese mit dem Stiftungsrat ab.

Im Stiftungsrat sitzen Staatssekretär Oliver Grundei (CDU) als Vorsitzender, Christian Herzog von Oldenburg als stellvertretender Vorsitzender sowie Alexander Herzog von Oldenburg, Caroline Herzogin von Oldenburg, der Eutiner Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos), Ludwig Hirschberg, Landrat Reinhard Sager (CDU), Prof. Hans Wißkirchen und der CDU-Landtagsabgeordnete Tim Brockmann. Das Stiftungsvermögen besteht aus dem Schloss selbst, einschließlich Inventar und Sammlung, dem Schlossgarten mit seinen Gebäuden, Bauwerken und Kulturdenkmalen. Über Bargeld verfügt die Stiftung nicht.

Es ist nicht das erste Mal, dass im Schloss das Geld knapp geworden ist. Ende 2016 sind die Zuwendungen laut Ministerium für den laufenden Betrieb um 120 000 Euro erhöht worden, zusätzlich wurden 112 000 Euro aus der Bauunterhaltung umgewidmet. Am Jahresende 2017 flossen 104 000 Euro aus der Bauunterhaltung in den laufenden Betrieb.

Susanne Peyronnet

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