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Ostholstein „Lucky“ verbreitet gute Laune in der Schule
Lokales Ostholstein „Lucky“ verbreitet gute Laune in der Schule
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19:28 08.02.2019
Auf der Decke unter Tanja Dietrichs Schreibtisch verträumt „Lucky“ die Zeit, wenn die Schulleiterin am PC arbeitet. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Er hat die Herzen rasch erobert. Erst das von Tanja Dietrich, Schulleiterin des Eutiner Voß-Gymnasiums, dann die der Schüler und des Kollegiums. „Lucky“ ist ein Parson Russell Terrier, 18 Wochen alt. Seit Mitte Januar geht er täglich mit zur Schule. Und er bringt Voraussetzungen mit, um die ihn wohl mancher Schüler beneidet. „Er lernt unglaublich schnell und gern“, sagt seine Besitzerin.

Eigentlich sollte Tanja Dietrich erst im April oder Mai einen Welpen aus einem anderen Wurf bekommen. Aber dann kam ein Anruf der Züchterin aus Bargteheide. „Lucky“ fasste offensichtlich gleich Zutrauen, denn als sie ihn beim zweiten Besuch abholte, um ihn von einem Tierarzt durchchecken und von einer Hundetrainerin testen zu lassen, ob er sich als Schulsozialhund eignen würde, sei er ohne Zögern mit ihr gegangen. „Auch, als wir ihn nach Hause geholt haben, hat er nicht geweint und sogar sofort in seinem Körbchen durchgeschlafen“, berichtet Tanja Dietrich.

Sein Name ist tatsächlich Programm

Während Welpen sonst mit acht bis zehn Wochen zu ihrem Besitzer kommen, sei „Lucky“ schon 14 Wochen alt gewesen. Durchaus ein Vorteil, findet Tanja Dietrich, denn so habe sich vielleicht sein Wesen schon mehr gezeigt. Der weiß-braune Welpe habe einen großartigen Charakter, er sei schlau, agil, kinderfreundlich, sein Name („lucky“ bedeutet auf englisch „glücklich“) sei Programm. „Er liebt alle Menschen“, sagt die Schulleiterin froh.

Mit der Idee eines Schulsozialhundes habe sie sich schon länger beschäftigt. Auch zwei Kolleginnen, die während eines Hospitationsprogramms an einem Gymnasium in Bayern mehrere Schulsozialhunde kennengelernt hätten, seien begeistert von ihnen gewesen. „Wir haben das dann in den Gremien vorgestellt, und die Schulkonferenz hat Ende November zugestimmt.“

So bezaubernd ist der Parson Russell Terrier, der seit Mitte Januar zum Kollegium der Voß-Schule zählt.

Die Wege über die Schulflure dauern für Tanja Dietrich jetzt deutlich länger als früher. „Aber das plane ich ein. Mich sprechen Kinder an, die ich gar nicht im Unterricht habe und erzählen mir beispielsweise von ihrem eigenen Hund.“ „Lucky“ ist also ein kleiner „Eisbrecher“. Er entlocke auch ernsten Kindern ein Lächeln und solchen, die es besonders schwer hätten, sagt seine Besitzerin. „Ein sehr lebhaftes Kind, das immer in Bewegung sein muss, ruft ihn gelegentlich zu sich. Er geht auch hin, er mag das Kind, das merkt man. Und während es ,Lucky’ streichelt, wird der Bewegungsimpuls gestoppt“, schildert die Lehrerin. Die Kinder fragen sie auch: „Wir sind eher fertig, können wir nicht ein ,Lucky-Spiel’ spielen? Dann dürfen einige Schüler ein paar Leckerlis verstecken, die ,Lucky’ sucht.“

„Eine große Bereicherung für mich und die Schule“

In ihrem Klassenraum hat „Lucky“ einen festen Platz, auf dem er auf seiner Decke liegt. Wenn ihm langweilig wird, geht er auch mal herum und lässt sich von dem einen oder anderen kraulen. „Es baut Stress ab, wenn man einen Hund streichelt“, sagt Tanja Dietrich. Ihr selbst tue ihr Hund auch sehr gut, hat sie festgestellt. „Ich bin tatsächlich viel entspannter und habe eine gesunde Distanz zu manchen Dingen entwickelt. Und ich habe keine Rückenschmerzen mehr. Denn statt stundenlang am Schreibtisch zu sitzen, mache ich mehrere kleine Pausen, um mit ,Lucky’ ’rauszugehen.“ Für sie steht bereits jetzt fest: „,Lucky’ ist eine große Bereicherung für die Schule und für mich.“

Schon jetzt geht Tanja Dietrich mit „Lucky“ in die Hundeschule. Das braucht er auch, „denn er hat sehr viel Energie, ist sehr neugierig und will beschäftigt werden“, sagt Tanja Dietrich. Im Herbst startet sie mit „Lucky“ eine Therapiebegleithunde-Ausbildung, die viele Bausteine, unter anderem einen Besuch eines Pflegeheims umfasst und mit einer Prüfung endet.

Ulrike Benthien

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