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Ostholstein Mit Elektroantrieb übers Wasser
Lokales Ostholstein Mit Elektroantrieb übers Wasser
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17:18 14.06.2019
Auf dem Binnensee in Heiligenhafen ist das Übersetzen mit einer Elektrofähre aus Eutin geplant. Quelle: Markus Billhardt
Heiligenhafen

An Land ist Michael Handschug mit seiner Bimmelbahn in Heiligenhafen schon unterwegs, jetzt möchte er auch auf dem Wasser die Menschen im Ort bewegen. Mit Tim Riebesell, der unter anderem Adventure Golf am Seepark betreibt, möchte Handschug auch eine Elektrofähre über den Binnensee fahren lassen. Die Kommunalpolitik steht dem positiv gegenüber, sieht aber noch ungeklärte Fragen.

Michael Handschug (l.) und Tim Riebesell planen, mit einer Elektrofähre über den Binnensee in Heiligenhafen zu fahren. Quelle: Markus Billhardt

Im Stadtentwicklungsausschuss haben die beiden Heiligenhafener ihr Projekt vorgestellt. Es basiert auf den Gedanken, die sich die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) dazu gemacht hatten. So soll ein Fährbetrieb von Mitte April bis Mitte Oktober angeboten werden. „Es ist eine der Fähren für uns reserviert, die auf der Landesgartenschau in Eutin gefahren sind“, erklärt Tim Riebesell. Der Hauptanleger ist an der Dammbrücke am Binnenseeparkplatz geplant. Es soll ein neuer Schwimmsteg zum Ein- und Ausstieg errichtet werden, der auch Menschen mit Handicap oder mit Kinderwagen die Mitfahrt ermöglicht.

Darüber hinaus ist der Bau eines Fährhauses vorgesehen. „Es werden Flächen für den Kartenverkauf und Lagermöglichkeiten gebraucht“, erläutert Michael Handschug. Es müsse außerdem Umkleidemöglichkeiten für das Personal und Toiletten geben. „Und wir wollen den Gästen Snacks und Getränke anbieten“, ergänzt er. Das Gebäude ist in einer Größe von rund 80 Quadratmetern in einem nordischen Stil mit Reetdach angedacht. „Es soll sich gut in die Umgebung einfügen“, sagt Tim Riebesell, betont aber auch: „Es ist noch nichts in Stein gemeißelt.“

Gesprächsbedarf über den Fährhaus-Standort

Um ein Fährhaus mit Bistro zu realisieren, müsste ein B-Plan aufgestellt werden. „Es gibt Konsens im Ausschuss, was einen Fährbetrieb auf dem Binnensee betrifft, aber nicht, was das Gebäude und vor allem dessen Standort angeht“, erläutert die Ausschussvorsitzende Monika Rübenkamp (SPD) und fasst die Meinung der Mitglieder zusammen. Moniert würden die Höhe des Fährhauses sowie er zu enge Raum, der zwischen Parkplatz und Dammbrücke zur Verfügung stehe. Im Gespräch ist ein Pfahlbau im Wasser, aber auch die Möglichkeit, das Gebäude an einem anderen Anleger aufzubauen.

Der Hauptanleger samt Fährhaus könnte am Binnenseeparkplatz entstehen. Doch der Platz ist knapp bemessen. Quelle: Markus Billhardt

Die Elektrofähre soll auch einen Steg bei Ameos anfahren, des Weiteren sollen der Ferienpark und der Südstrand einen Zustieg bekommen. Im Pendelverkehr könnten vier Anlaufpunkte innerhalb einer Stunde angefahren werden, erläutert Handschug. Für ihn und seinen Mitstreiter Tim Riebesell ist der Binnenseeparkplatz allerdings der wirtschaftlich sinnvollste Platz für das Fährhaus, da dort mit Bindung an die Stadt auch die meisten Gäste zu erwarten seien. Helmut Gideon (FDP) schlägt daher vor, beispielsweise einen kleinen Kiosk in dem Bereich zu errichten und den Lagerplatz an einer anderen Stelle.

Probleme für Surf- und Segelschüler

Auch wenn die Fähre nur mit einer Geschwindigkeit von fünf Kilometern pro Stunde über den See schippern soll, gibt es Kritik zu den Planungen von Michael Jesse, Inhaber der Surf- und Segelschule am Binnensee. Er hat Sorgen um seine Schüler: „Es sind viele Anfänger und vor allem Kinder darunter, von denen ich nicht erwarten kann, dass sie einer Binnenseeschifffahrt ausweichen können.“ Er gebe diesen Punkt bei den weiteren Diskussionen zu bedenken. Schließlich hat sich der Ausschuss einstimmig dafür ausgesprochen, die Beratungen im Projektbeirat in Sachen Stadtentwicklung fortzuführen. „So bekommen wir ein weiteres Meinungsbild“, sagt Rübenkamp.

„Wir hoffen, dass unser Projekt Zustimmung findet“, sagt Riebesell. Doch er und Handschug wissen auch, dass noch „ganz viele Hürden zu nehmen und viele Faktoren zu berücksichtigen sind“, bis vielleicht 2020 eine Elektrofähre in Heiligenhafen ihren Dienst aufnehmen könnte.

Markus Billhardt

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