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Ostholstein Riemannstraße: Fahrbahnverengungen bleiben
Lokales Ostholstein Riemannstraße: Fahrbahnverengungen bleiben
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14:41 22.11.2018
Weil sie sich wegen der Verengung der Riemannstraße vor dem Kreisel auf der Fahrbahn unsicher fühlen, wechseln viele Radfahrer auf den Gehweg. Quelle: Ulrike Benthien
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Eutin

Beim Ortstermin in der Eutiner Riemannstraße stellten Mitglieder des Bauausschusses und interessierte Stadtvertreter am Mittwoch fest: „Hier herrscht ja immer noch viel Verkehr!“ Auch Autofahrer, die mitten über den Kreisel Riemannstraße/Holstenstraße rumpelten, wurden beobachtet. Anlass für den Außentermin war die Empfehlung des Mobilitätsbeirates an den Bauausschuss, er möge beschließen, die Fahrbahnverengungen am Kreisverkehr entfernen zu lassen. Daraus wurde nichts. Lediglich die drei Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft stimmten dafür, drei Ausschussmitglieder enthielten sich, neun lehnten das Vorhaben ab.

Jens-Rose-Zeuner, Vorsitzender des Mobilitätsbeirates, nahm es mit gemischten Gefühlen auf. „Für die Verkehrsteilnehmer in der Riemannstraße, insbesondere die Fußgänger und Radfahrer, hat sich leider noch nichts zum Positiven verändert“, sagte er. Im Ausschuss wurde argumentiert, die Einengungen müssten – selbst wenn sie gefährlich nah am Kreisel gebaut seien – belassen werden, weil sonst wieder mehr Autos durch die Riemannstraße fahren würden. Bauamtsleiter Henning Schröter hatte beim Ortstermin das Hauptziel der früheren Planungen genannt: „Der Verkehr in der Straße sollte auf unter 10 000 Fahrzeuge reduziert werden. Das hat auch geklappt.“ Allerdings sei es wünschenswert, dass noch viel mehr Autofahrer die Kerntangente nutzen, stellten die Ausschussmitglieder fest.

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Kreis und Polizei hätten übereinstimmend geäußert, dass die Einengungen zu dicht am Kreisel lägen und so nicht zulässig seien, hatte Jens Rose-Zeuner berichtet. Die Polizei in Lübeck habe sogar von einer akuten Verkehrsgefährdung gesprochen, die unbedingt entfernt werden müsse, gab er aus Gesprächen wieder. „So etwas existiert nirgendwo sonst, das habe ich noch nie gesehen“, sagte der Vorsitzende des Mobilitätsbeirates. Die Position so nah am Kreisel sei extrem und beeinträchtige für die meisten Radfahrer die Sichtachse. Er schilderte, dass er in den vergangenen Tagen an einem Morgen zur Hauptverkehrszeit wischen 6.45 und 7.45 Uhr den Verkehr im Bereich Riemannstraße/Kreisel beobachtet habe. „75 Prozent aller Radfahrer nutzen den Gehweg, um die Einengungen auf der Straße zu umgehen“, so sein Fazit. Radler auf dem Gehweg wiederum würden die dortigen Fußgänger einschüchtern.

„Es kann nicht heißen, freie Fahrt für freie Bürger. Gegenseitige Rücksichtnahme ist schon gefragt“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Westphal, der anregte, bereits in Fissaubrück und am Rosengarten Maßnahmen zu ergreifen, um Verkehr aus der Riemannstraße herauszuhalten. Diese Ideen fanden auch bei Jens Rose-Zeuner Anklang: „Die Rotphasen für die Einfahrt in die Riemannstraße in Fissaubrück erheblich zu verlängern – das kann und sollte sehr schnell ausprobiert werden.“ Das Rechtsabbiegen in die Riemannstraße aus dem Rosengarten werde mit Beginn der dortigen Sanierung im Frühjahr ohnehin nicht mehr möglich sein. Auch der Vorschlag, das Herunterschneiden der Hecke am Kreisel zu erzwingen, sei nach dem Grundsatz „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ zu begrüßen, sagte Rose-Zeuner. Nach seiner Auffassung könnten die Einengungen beim Erfolg dieser Maßnahmen verschwinden.

 

Ulrike Benthien

22.11.2018
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