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Ostholstein Falschparker vor der Haustür: Abschleppen per App verspricht Abhilfe
Lokales Ostholstein Falschparker vor der Haustür: Abschleppen per App verspricht Abhilfe
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08:05 11.11.2019
Ist der Privat- oder Kunden-Parkplatz blockiert, können Besitzer per Smartphone-App kostenlos den Abschlepp-Dienst beauftragen. Quelle: Saskia Bücker
Eutin

Die Wut kocht hoch, wenn Falschparker die private Hauseinfahrt oder den Kundenparkplatz blockieren. Eine neue App verspricht da Abhilfe – der „Park-Notruf“. Der Malenter Paul Struck hat sich mit zwei Kollegen aus Kiel zusammengetan und die Idee in einem Start-up entwickelt. Privatleute und Einzelhändler an diversen Orten in Deutschland und auch in Ostholstein können diesen Service seit diesem Sommer kostenlos nutzen.

„Die App ist aus der Not heraus entstanden“, erzählt Paul Struck, der in einer Werbeagentur in der Kieler Innenstadt arbeitet. Er sei lange Zeit frustriert gewesen, weil fremde Autofahrer seinen Firmenparkplatz in der Kieler Innenstadt ständig blockiert hatten. „Ich musste dann immer in ein Parkhaus um die Ecke ausweichen und ein teures Ticket lösen“, erzählt der 37-Jährige.

Hohe Kosten für den Abschlepp-Dienst

Die Falschparker abschleppen lassen, sei keine Option gewesen. Das sei in Deutschland mit hohen Kosten und viel Aufwand verbunden. Das Prozedere läuft normalerweise so ab, dass man einen privaten Abschlepp-Dienst beauftragt, der das Auto dann auf einen öffentlichen Parkplatz umparkt. Das Problem: „Für die Kosten kommt zunächst derjenige auf, der die Abschlepper beauftragt hat“, erklärt Struck. „Da können je nach Tageszeit 200 bis 300 Euro zusammenkommen.“

Um den Kontakt des Falschparkers für die Kostenübernahme zu bekommen, braucht man eine Halterauskunft. „Die bekomme ich aber nicht als Privatperson und müsste dafür einen Rechtsanwalt beauftragen“, erklärt Struck. Ein Rechtsanwalt und eine Agentur-Kollegin aus seiner Firma seien wie er vom voll geparkten Parkplatz betroffen gewesen.

Und so entstand die Idee für eine App, die Betroffenen eine schnelle und unkompliziertere Abhilfe schafft. Seit Juli bieten sie den „Park-Notruf“ in Deutschland in größeren Städten wie Hamburg, Hannover und Lübeck an. Aber auch in kleineren Gemeinden, in Ostholstein etwa in Eutin, Malente, Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Oldenburg.

So schleppt der Fachmann in Lübeck einen Wagen ab: Klicken Sie hier auf die Bilderstrecke

Park-Notruf ist für Betroffene kostenlos

Und so funktioniert es: Der Parkplatzbesitzer registriert sich online. Wer ein Fahrzeug entfernen lassen will, macht ein Foto vom Falschparker-Auto mit dem Smartphone und sendet es über die App automatisch an den regional zuständigen Abschlepp-Dienst. Der stellt das Fahrzeug dann auf einen öffentlichen Parkplatz um. Falschparker bekommen über die Polizei Auskunft über die neue Parkadresse. Sie zahlen dann die ortsüblichen Abschleppkosten. Die können sie online über die App begleichen. Rechtlich sei das abgesichert, sagt Struck. Selbst wenn der Parkplatz nur gemietet oder gepachtet ist, gelte man als Besitzer und darf das fremde Fahrzeug entfernen lassen.

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Für die App-Nutzer sei der Abschlepp-Dienst kostenlos und werbefrei, versichert Struck. Das Start-up finanziere sich über eine Provision der jeweiligen Abschlepp-Unternehmen. In Eutin kooperiert seit Oktober beispielsweise Sascha Belter mit seinem Abschlepp-Dienst mit dem Start-up. „Bisher sind bei uns aber noch keine Aufträge eingegangen“, berichtet er.

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Parkplätze bei Einzelhändlern und Kliniken fehlen

Dass sich Privatleute bei ihm melden, passiere in Eutin und Umgebung sehr selten. Die Kollegen aus Lübeck und Kiel hätten wesentlich mehr zu tun. Dort sei die Parkplatznot um einiges höher als in ländlichen Gebieten. „Es kommt aber häufiger vor, dass wir uns um notorische Dauerparker auf inhabergeführten Supermarkt-Parkplätzen kümmern“, sagt Belter.

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In den Gemeinden in Ostholstein komme es vor allem bei Großveranstaltungen zu Parkproblemen, berichtet Paul Struck. Auch vor Kliniken und auf Privatparkplätzen von Einzelhändlern parkten Menschen, die gar keine Besucher der Einrichtung seien. Vor seinem Kieler Büro finde er inzwischen wieder entspannt einen Parkplatz. „Es hat sich anscheinend schnell rumgesprochen, dass dort regelmäßig abgeschleppt wird“, sagt Struck.

Von Saskia Bücker

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