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Ostholstein Familientragödie: Sohn soll Mutter getötet haben
Lokales Ostholstein Familientragödie: Sohn soll Mutter getötet haben
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19:57 19.10.2018
In Malente soll es zu einer Familientragödie gekommen sein. (Symbolbild)
In Malente soll es zu einer Familientragödie gekommen sein. (Symbolbild) Quelle: Axel Heimken/dpa
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Malente

In Malente ist es zu einer Familientragödie gekommen, bei der ein erwachsener Sohn seine Mutter getötet haben soll. Am Freitagnachmittag äußerten sich Polizei und Staatsanwaltschaft erstmals zu dem Fall, der sich bereits vor einigen Tagen zugetragen hat. Bei der Obduktion einer Frau aus Berlin wurde festgestellt, dass der Tod der 64-Jährigen gewaltsam herbeigeführt wurde. Die Polizei verdächtigt den 36-jährigen Sohn, seine Mutter umgebracht zu haben.

Mutter und Sohn, beide mit Hauptwohnsitz in Berlin, hatten gemeinsam im Ferienhaus der Mutter in Malente Urlaub gemacht. Dort ist es, vermutlich am vergangenen Wochenende, offenbar zu einem heftigen Streit gekommen. Im weiteren Verlauf soll der Sohn seine Mutter in den Schwitzkasten genommen haben. Das teilte der Sprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft, Christian Braunwarth, auf LN-Anfrage mit. Die Frau sei danach tot gewesen. Die Staatsanwaltschaft interpretiere das so, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der körperlichen Attacke und dem Tod der Frau gegeben habe. Deshalb sei ein Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags beantragt und am Freitag vom Amtsgericht Lübeck erlassen worden. Der Richter ordnete an, den Sohn sofort in die Justizvollzugsanstalt Lübeck bringen zu lassen.

Ein lupenreines Geständnis im Sinne von „ich bin das gewesen“ habe es in den bisherigen Vernehmungen des Sohnes nicht gegeben, sagte Braunwarth weiter. Der Mann habe aber zugegeben, körperlich auf seine Mutter eingewirkt zu haben, dabei habe er auch vom „Schwitzkasten“ gesprochen.

Zweifel an den Aussagen des Sohnes

Der Sohn hatte nach dem Tod seiner Mutter laut Braunwarth zunächst lediglich einen Bestatter gerufen. Erst später sei die Polizei dazugekommen. Auf den ersten Blick gab es zunächst offenbar keine Anhaltspunkte, die für einen gewaltsamen Tod der Frau sprachen. Den Polizeibeamten seien bei der Todesfallermittlung allerdings Bedenken darüber gekommen, wie plausibel die Schilderungen des Sohnes waren. Deshalb wurde das Ferienhaus zunächst abgesperrt, Spurensicherung und Rechtsmedizin eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft veranlasste eine Obduktion, bei der schließlich der gewaltsame Tod der Frau festgestellt wurde.

Als die Polizei im Haus der Verstorbenen auf den Sohn traf, klagte der über Herz-Kreislaufprobleme. Deshalb wurde er zur Behandlung in ein Klinikum in Neustadt gebracht, wo er die vergangene Woche über blieb. Nach dem Obduktionsergebnis nahmen ihn Polizeibeamte dort fest und brachten ihn nach Lübeck. Die Mordkommission übernahm die Ermittlungen.

Staatsanwalt: Es gab Probleme in der Familie

Es folgte eine Vernehmung des Sohnes als Beschuldigter. Dabei räumte der Mann den Angriff auf seine Mutter ein. Zum Motiv sagte Staatsanwalt Braunwarth, es habe offenbar familiäre Probleme gegeben. Wobei es dabei genau ging, sei noch Gegenstand der Ermittlungen. Nach LN-Informationen hat der Sohn bei seiner Vernehmung angegeben, dass seine Mutter eine herrische und bestimmende Frau gewesen sei.

Nach Angaben von örtlichen Bestattern ist es nicht möglich, einen Toten zur Beerdigung überführen zu lassen, ohne dass vorher ein Arzt eingeschaltet worden ist. Das sei die erste Frage, die Angehörigen gestellt werde. Die ärztliche Todesfeststellung sei zwingend. Wie genau der Ablauf im Malenter Fall war, ob zuerst nur ein Arzt oder gleichzeitig mit ihm die Polizei vor Ort war, konnte die Staatsanwaltschaft am Freitag nicht im Detail beantworten.

Susanne Peyronnet/Martina Janke-Hansen

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