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Ostholstein Fehmarn sucht Ersatz für Kitesurf World Cup
Lokales Ostholstein Fehmarn sucht Ersatz für Kitesurf World Cup
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20:43 13.09.2018
Besucherrückgang beim Kitesurf World Cup Quelle: Gerd-J. Schwennsen
Fehmarn

Riesengroß waren die Träume, als 2016 der Kitesurf World Cup von St. Peter-Ording nach Fehmarn wechselte. Drei Jahre später ist die Ernüchterung perfekt. 2019 wird auf der Sonneninsel nicht mehr um Punkte für den WM-Titel gekämpft.

Das endgültige Aus ist seit vergangener Woche beschlossene Sache. Überraschend kam der einstimmige Beschluss, den der Tourismusausschuss Fehmarn mit der neuen Vorsitzenden Aileen Ehler (CDU) hinter verschlossenen Türen fasste (die LN berichteten), allerdings nicht.

Ende 2017 Veranstaltung noch gerettet

Schon Ende 2017 drohte die Veranstaltung beinahe zu platzen. In buchstäblich letzter Sekunde konnte der Hamburger Veranstalter Matthias Neumann (9pm media) durch seinen persönlichen Auftritt im Ausschuss die Großveranstaltung noch retten.

Hauptstreitpunkt war der Termin. Der Veranstalter und die Sponsoren bevorzugten eine zehntägige Großveranstaltung in der Hauptsaison. Fehmarns Tourismus-Wirtschaft und die Kommunalpolitiker drängten dagegen auf einen späteren Start. Tourismusdirektor Oliver Behncke: „In der Hauptsaison ist die Insel doch sowieso rappelvoll. Ein World Cup bis in den September hinein trägt hingegen erheblich zur Saisonverlängerung bei.“ Man einigte sich auf die Zeit vom 24. August bis 2. September.

Zeitplan im Juli halbiert

„Aller guten Dinge sind drei“, jubelte der Veranstalter. Doch im Juli platzte die Bombe: Wegen der schwierigen Situation im Sponsoringmarkt wurde die Dauer der Veranstaltung halbiert und auf nur noch fünf Tage vom 24. bis 28. August verkürzt. Für den Tourismus-Service Fehmarn (TSF) fiel damit nicht nur der September-Effekt in der Nachsaison, sondern eines von zwei eingeplanten Wochenenden weg.

Behncke im Rückblick: „Das war schon eine mutige Entscheidung, eine Veranstaltung mit dieser überregionalen Strahlkraft so kurzfristig zu verkürzen.“ Der ganz große Aufschrei sei zumindest beim TSF aber ausgeblieben.

Als das Wetter schlapp machte, verfolgten nur wenige Besucher die Show der Kiter. Quelle: Gerd-J. Schwennsen

Und hochklassigen Kitesport gab es trotzdem, auch zwei stark besuchte Abende mit Livemusik von „Tonbandgerät“ und Tom Gregory. Am Sonnabend, früher ein starker Besuchertag, hielt Dauerregen viele Spontangäste aber von einer Fahrt nach Burgtiefe ab.

Dennoch ist nach drei Jahren klar: Die einstigen Träume von rund 200 000 Besuchern haben sich nicht erfüllt. Das aufwendige Sicherheitskonzept, das dafür 2016 ausgelegt war, wurde spürbar verschlankt. Positiv fiel dabei auf: Von Alkohol- oder Krawall-Problemen wie in St.Peter-Ording blieb Fehmarn verschont.

Drastischer Besucherrückgang

Aber: Gab es 2016 noch rund 100 000 Besucher, schrumpfte die Zahl 2018 auf nur noch 42 000.. Noch drastischer fiel der Rückgang bei den Ausstellern aus. 2016 waren es 16, 2017 nur noch acht und 2018 gerade mal vier. Suboptimal war auch die große Entfernung der Festival-Flächen am Grünen Brink oder zuletzt Strukkamphuk.

Ernüchternd fällt daher Behnckes Fazit nach drei Jahren aus: „Schade, aber es sind längst nicht alle Erwartungen erfüllt worden. Daher wurde zur richtigen Zeit die Reißleine gezogen“, so Behncke.

Veranstalter überprüft „Eventformate“

Der Veranstalter zeigt Verständnis für den harten Schnitt. Neumann betont ganz offen: „Die Zeiten von höher, schneller, weiter und größer sind vorbei. Jetzt geht es um Ehrlichkeit und Authentizität.“ Konkret: Der Veranstalter überprüfe seine Eventformate“, darunter auch den Kitesurf World Cup.

Abgehakt ist die Sonneninsel Fehmarn aber keineswegs. Neumann: „Wir werden uns bald mit einem neuen innovativen Konzept zurückmelden. Und dafür ist auch Fehmarn ein potenzieller Standort.“

Aufmarsch die Kitesportler aus zehn Ländern. Quelle: Gerd-J. Schwennsen

Unterdessen sucht der TSF bereits nach einer Lösung für 2019. „Kurzfristig wird es sicherlich keinen gleichwertigen Ersatz geben“, bleibt für Behncke die Zielgruppe Wassersport im Blick: „Das muss aber nicht unbedingt eine Wettkampfveranstaltung sein.“

Erste Planungen für 2019

Zielgruppe ist der Kitesport mit den lokalen Anbietern, die dem World Cup zuletzt fernblieben. Angedacht ist ein Termin im September oder Oktober, wenn die Windverhältnisse stimmen und sich zugleich die Badegäste nicht vertrieben fühlen. Behncke: „Dass so etwas machbar ist, zeigt das viertägige Surffestival am langen Himmelfahrtswochenende vor der Badesaison mit immerhin rund 33 000 Besucher.“

Gerd-J. Schwennsen

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