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Ostholstein Fehmarn: So lebt es sich im Leuchtturm-Häuschen
Lokales Ostholstein Fehmarn: So lebt es sich im Leuchtturm-Häuschen
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12:00 07.09.2019
Sabine und Helmut Oltmanns in ihrem kleinen Paradies: links der Leuchtturm Strukkamphuk, rechts ihr Zuhause – das ehemalige Gasmaterialhaus. Quelle: Gäbler
Fehmarn

Die Lage ist einzigartig, der Blick auf den Fehmarnsund unbezahlbar, extrem sicher ist es hier zudem: das Grundstück ist von einem mehr als zwei Meter hohen Zaun umgeben, den Zugang sichert ein Eisentor. „Wir hatten einfach Glück“, sagen Sabine (73) und Helmut (80) Oltmanns aus Bremen. Sie haben das alte Gasmaterialhaus des Leuchtturmes Strukkamphuk (Fehmarn) vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck gepachtet. Als die Umstellung des Leuchtturmes von Gas auf Strom erfolgte, stand das kleine Häuschen lange leer und wurde später zur Pacht angeboten. Da griffen die Oltmanns zu.

Eingerichtet wurde das Leuchtfeuer bei Strukkamp bereits im Jahr 1872. Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts diente am heutigen Standort des Leuchtturm Strukkamphuk eine allabendlich hochgezogene Laterne der Schifffahrt zur Orientierung. 1896 wurde mit dem Bau des fünf Meter hohen, achteckigen Leucht­feuers aus Eisen erstmals ein fester Orientierungs­punkt geschaffen: Bis heute weist der Leuchtturm Strukkamphuk als Unterfeuer zusammen mit dem Flügger Leuchtturm den aus Osten kommenden Schiffen den Weg in den Sund. 1935 wich das Leuchtfeuer aus Eisen einem weißen, runden Betonbau. Der Leuchtturm steht heute unter Denkmalschutz.

Umstellung von Gas auf Strom

Anfänglich wurde das Leuchtfeuer noch mit Flüssiggas betrieben. Deshalb gab es auch das Gasmaterialhäuschen, in dem die Oltmanns leben. Dort im Haus, wo heute das Wohnzimmer eingerichtet ist, waren die zwei Gastanks untergebracht. 1954 erfolgte die Umstellung auf Strom. Zunächst wurde eine 40 Watt/220 Volt-Glühlampe installiert, im Jahr 2000 erfolgte die Umstellung auf Halogen-Glühlampen, heute sind LED-Lampen verbaut. Die Stromversorgung erfolgt aus dem öffentlichen Netz, ein Dieselaggregat dient noch als Notstromversorgung. Die Fernüberwachung des Leuchtfeuers wird von der Verkehrszentrale in Travemünde wahrgenommen.

So lebt es sich im ehemaligen Gasmaterialhaus des Leuchtturmes

Strom hat das Ehepaar Oltmanns in ihrem Haus dennoch nicht. „Obwohl der Leuchtturm nur ein paar Meter neben unserem Häuschen steht“, sagt Helmut Oltmanns und lacht. „Kein Problem, wir helfen uns mit Sonnen-Kollektoren“, sagt er. Die würden ausreichend Strom liefern, um auch mal Fernsehen schauen zu können. Die beiden Bremer – er war Betriebshofleiter der Bremer Straßenbahn AG, sie Bremens erste Busfahrerin – bevorzugen sowieso die Ruhe und Beschaulichkeit des Ortes.

Jeder Tropfen wird sorgsam verwendet

Fließend Wasser gibt es ebenfalls nicht. Stattdessen hat das Ehepaar aber zwei Brunnen auf dem Gelände. Über eine Waschmaschine verfügen sie nicht. „Die Wäsche waschen wir auf dem benachbarten Campingplatz“, sagt Sabine Oltmanns. Dort werde auch geduscht und der Müll entsorgt. „Dadurch leben wir hier sehr ökologisch. Wasserverschwendung gibt es bei uns nicht, hier wird jeder Tropfen sehr sorgsam verwendet.“

Ihr Häuschen ist wirklich klein. Deshalb verbringen sie umso mehr Zeit bei gutem Wetter im Garten. Fünf (!) Gartentische mit gemütlichen Klappstühlen haben sie rund ums Haus platziert. Je nach Windrichtung sitzt man immer geschützt. Oder kann sich den Sonnenuntergang im Westen aus einer lauschigen Gartenecke heraus ansehen – ein Traum.

22 Quadratmeter reichen ihnen völlig

Drinnen im Haus haben es sich die Oltmanns gemütlich eingerichtet: Neun Quadratmeter misst das Wohnzimmer mit Sitzecke und Blick auf den Sund bis nach Heiligenhafen, 7,5 Quadratmeter die Küche mit der breiten Schlafkoje, zwei Quadratmeter das winzige Bad und vier Quadratmeter die Kammer mit den Stockbetten, wenn die Enkel mal da sind. Fenster und Türen, die Decken und den Boden – alles haben sie nach der Übernahme des Hauses erneuert. Das L-förmig gebaute Haus misst an der Längsseite 6,88 Meter, an der Querseite 5,60 Meter. „Das reicht uns völlig, um glücklich zu sein“, sagen sie.

Sabine (73) und Helmut (80) Oltmanns in ihrem gemütlichen Wohnzimmer. Von ihrer Sitzecke aus haben sie einen herrlichen Blick über den Fehmarnsund bis hin nach Heiligenhafen. Quelle: Gäbler

„Oft kommen die Spaziergänger und machen Fotos vom Leuchtturm. Dann sehen sie uns, wir kommen ins Gespräch und wer uns sympathisch erscheint, den lassen wir eintreten. Da haben sich schon viele nette Bekanntschaften ergeben“, sagt Sabine Oltmanns. Und wie zum Beweis erzählt sie von einem Dankeschön-Brief, der folgendermaßen adressiert war: „,An die Leuchtturmwärter Helmut und Sabine auf Fehmarn’ – mehr nicht, das war alles, der Brief erreichte uns trotzdem“, sagt Sabine Oltmanns und schmunzelt.

Von Frühjahr bis Herbst im Paradies

Bremen ist schön, Fehmarn gefällt ihnen aber noch besser. Vom Frühjahr bis zum späten Herbst leben sie in ihrem kleinen Paradies. Nur ab und zu kommen mal die Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes vorbei. Die dürfen natürlich immer aufs Grundstück, schließlich haben sie das Hausrecht hier und somit ungehinderten Zutritt.

Von Louis Gäbler

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