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Ostholstein Sorge um Wale: Umweltschützer kritisieren Munitionssprengungen
Lokales Ostholstein Sorge um Wale: Umweltschützer kritisieren Munitionssprengungen
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17:37 02.09.2019
Wenn möglich, wird die Detonation der Altlasten vor Ort durchgeführt. Das ruft Kritik hervor. Quelle: Brian Djurslev/Nato (HFR)
Fehmarn

Der Naturschutzbund (Nabu) Schleswig-Holstein sorgt sich um die Schweinswale und Robben im Fehmarnbelt. Grund sind die Untersee-Explosionen, die entstehen, weil die Marine Minen sprengt. Alle Sprengungen ohne einen Blasenschleier als Hörschutz sollten sofort gestoppt werden.

Der Fehmarnbelt ist laut Nabu eine der wichtigsten Kinderstuben der Schweinswale in der Ostsee. Derzeit sei im gesamten Fehmarnbelt mit Schweinswalmüttern und kleinen Kälbern zu rechnen, die nur langsam schwämmen und Sprengungen trotz möglicherweise eingesetzter Vergrämungslaute kaum rechtzeitig ausweichen könnten.

Schockwellen schädigen Schweinswale

Die mittlere Lebenserwartung der nach EU-Recht streng geschützten Tiere liege mittlerweile bereits so niedrig, dass sie die Geschlechtsreife nicht erreichen. Schweinswale haben laut Nabu ein empfindliches Gehör, auf das sie zur Orientierung und Nahrungssuche angewiesen sind. Die Detonationen bewirkten, dass viele Kilometer von der Sprengung entfernt das Hörorgan von Walen geschädigt werde. Auch Lungenrisse, Blutungen in Ohr oder Gehirn würden durch die Schockwelle einer Unterwasserexplosion hervorgerufen.

Ingo Ludwichowski, Geschäftsführer des Nabu Schleswig-Holstein, kritisiert, dass sich seit 2019 genau zur Fortpflanzungszeit zwei Minenexplosionen in der Eckernförder Bucht ereigneten. Die jetzt erfolgten Sprengungen in der Kinderstube der Schweinswale bei Fehmarn belegten erneut, wie wenig ernst die Bundeswehr den Naturschutz nehme. Die Nabu-Referentin für Schweinswalschutz Dagmar Struß fordert, dass planbare Sprengungen aus Sicht der Naturschutzorganisation immer mit einem Blasenschleier zu erfolgen hätten. Der Schleier dient als Schallschutz.

Tote oder verletzte Tiere melden

Der Nabu ruft Strandbesucher auf, tote oder verletzte Robben und Schweinswale in der Nähe des Fehmarnbelts zur Beweissicherung umgehend zu melden (Kontakt: Nabu-Wasservogelreservat Wallnau, Tel. 043 72/10 02; Mail@NABU-Wallnau.de). Erst kürzlich gestorbene Tiere müssten möglichst innerhalb weniger Stunden geborgen werden, damit mittels Autopsie Sprengtraumata und Gehörschäden zweifelsfrei festgestellt werden können.

Von sas

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