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Ostholstein Taxiunternehmen setzen auf WLan-Hotspots
Lokales Ostholstein Taxiunternehmen setzen auf WLan-Hotspots
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17:38 23.05.2019
Detlev Timm von Inseltaxi Fehmarn hatte die Idee, in einem Fahrzeug einen WLan-Hotspot einzurichten. Quelle: Sebastian Musolf
Fehmarn

Während der Taxifahrt noch schnell Fotos auf Facebook hochladen oder ein Treffen mit Freunden vereinbaren – seit Kurzem macht dies das Unternehmen Inseltaxi Fehmarn für seine Kunden möglich. In einem der insgesamt fünf Taxis befindet sich ein mobiler Internetzugang (WLan-Hotspot), in den sich die Fahrgäste einwählen können. Damit ist die Firma das erste Taxiunternehmen auf der Insel Fehmarn, das diesen Service anbietet.

Mitarbeiter Detlev Timm hatte die Idee. „Ich bin oft in Asien im Urlaub. Dort bieten viele Taxiunternehmen ihren Kunden freien WLan-Zugang an. Ich habe das immer als sehr angenehm empfunden.“ Sein Chef Karl Kruska entschied sich dann für eine Versuchsphase mit der neuen Technik. Ein LTE-Dual-Sim-Handy dient in dem Testfahrzeug als mobiler Internet-Zugangspunkt. „Um sich einzuloggen, können die Fahrgäste entweder einen QR-Code vom Tablet abscannen oder das Passwort beim Fahrer erfragen“, erklärt Timm.

Die Resonanz auf das neue Angebot ist gut

„Es lohnt sich, wir haben viele junge Kunden. Diese freuen sich, dass sie bei uns während der Fahrt im Internet surfen können“, sagt Timm. „Vor allem wenn ihr Datenvolumen aufgebraucht ist. Außerdem ist das Handynetz auf Fehmarn nicht für alle Mobilfunkkunden optimal.“ Gerade auf längeren Fahrten würden die Kunden von dem Service profitieren. Das WLan-Taxi könne speziell angefordert werden – sofern es gerade verfügbar sei, sagt Timm.

Nach der Testphase will Inseltaxi Fehmarn das Angebot einer Firma in Betracht ziehen, die alle fünf Taxis mit einem mobilen Router ausstatten würde. Die Kosten dafür belaufen sich pro Fahrzeug auf 14,90 Euro monatlich, berichtet Timm. „Die mobile Kommunikation ist nicht mehr wegzudenken, an zahlreichen Plätzen wird Gratis-WLan angeboten – jetzt auch im Taxi.“

Auch die Konkurrenz bietet WLan-Hotspots an

Auch bei der Konkurrenz sind WLan-Hotspots im Taxi ein Thema. „Wir bieten unseren Kunden diesen Service schon seit einem halben Jahr an“, sagt Mario Lens, Inhaber der Taxiunternehmen Lens in Oldenburg, Barnasch auf Fehmarn und Küsten-Taxi in Heiligenhafen. Insgesamt 35 Taxis sind an drei Standorten im Einsatz, in vier Fahrzeugen in Oldenburg ist die neue Technik eingebaut. Ein Adapter wird mit dem Stecker verbunden, an den sonst das Diagnosegerät angeschlossen wird, mit dem Fehler vom Auto ausgelesen werden können. „Es gibt bei uns kein Passwort, es funktioniert wie ein Hotspot in der Stadt“, sagt Lens. Allerdings werde das Angebot bislang eher vereinzelt nachgefragt: „Vor allem Geschäftskunden nutzen es, die auf dem Weg zum Schloss in Weissenhaus sind. Auf der Kurzstrecke wird es eher nicht genutzt.“

In den kommenden Wochen sollen dennoch Stück für Stück weitere Taxis des Unternehmens mit der neuen Technik ausgestattet werden – dann auch auf Fehmarn und in Heiligenhafen. „Da diese beiden Orte sehr touristisch geprägt sind, kann ich mir vorstellen, dass das Gratis-WLan dort häufiger genutzt wird“, sagt Lens. Generell ist der Netzzugang in Taxis im Norden bislang noch die Ausnahme (mehr dazu lesen Sie hier).

In Bad Schwartau und Eutin noch kein Thema

Beim Taxiunternehmen Schöttler aus Bad Schwartau habe es bisher noch keine Anfragen von Kunden nach WLan-Hotspots im Fahrzeug gegeben, sagt Inhaberin Sabine Martinovs. „Wenn es eine Nachfrage gäbe, würden wir nicht lange fackeln.“ Insgesamt 20 Taxis fahren für das Unternehmen. „90 Prozent unserer Touren sind Krankenfahrten, 60 Prozent der Kunden sind über 80 Jahre alt. Bisher waren WLan-Hotspots für uns noch kein Thema“, berichtet Martinovs weiter. Auch Geschäftskunden, die das Unternehmen nach Hamburg fahre, würden nicht nach einem mobilen Internetzugang verlangen.

Ebenso sieht es bei Taxi Wiese in Eutin aus: „Es gibt bei uns keine Nachfrage nach WLan-Hotspots“, sagt Inhaber Timo Pöhls, für den neun Taxis im Einsatz sind. „In touristischen Regionen und dort, wo viele junge Leute zwischen den Campingplätzen hin und her fahren, sei das eher ein Thema“, sagt der Unternehmer. „Unsere Kundschaft verlangt das nicht. Sie konzentrieren sich auf die Fahrt oder unterhalten sich mit dem Fahrer.“

Sebastian Musolf

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