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Ostholstein So sehen Brücken und Tunnel für die Sundquerung aus
Lokales Ostholstein So sehen Brücken und Tunnel für die Sundquerung aus
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12:14 30.11.2019
Bei einem getrennten Brückenbauwerk und Erhalt der alten Sundbrücke würden drei Brücken nebeneinander stehen. Bernd Homfeldt, Projektleiter bei der Bahn, nannte diese Variante scherzhaft „Die Drillinge von Fehmarn“. Quelle: Deutsche Bahn
Fehmarn/Oldenburg

Drei Brücken nebeneinander? Lieber nur zwei, eine, oder keine? Die Frage, wie die neue Querung am Fehmarnsund aussehen wird, soll noch innerhalb dieses Jahres beantwortet werden. Die Deutsche Bahn hat am Donnerstag in einer Sitzung des Dialogforums zur festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) Details zu den möglichen Querungsvarianten über den Sund vorgestellt – erstmals auch mit Bildmaterial für die Öffentlichkeit. Insgesamt sind noch acht Varianten im Gespräch, mit und ohne Weiterbetrieb der bald 60 Jahre alten Sundbrücke. Möglich sind getrennte Brücken für Straßen- und Schienenverkehr, kombinierte Brücken sowie Absenk- und Bohrtunnel.

Bahn: Tunnel bei Erhalt der Sundbrücke die bessere Lösung

In Sachen Erhalt oder Abriss der Bestandsbrücke sind laut Bahn letzte Detailprüfungen vorgenommen worden. Das Ergebnis: Eine Weiternutzung der Fehmarnsundbrücke über die nächsten 130 Jahre ist möglich. Allerdings nur, wenn bestimmte Umbauten, wie zum Beispiel eine Erneuerung der Fahrbahndecke, durchgeführt werden. Eine endgültige Entscheidung gibt es aber noch nicht. Bernd Homfeldt, Projektleiter bei der Bahn, sagte zudem: „Die Tunnelvarianten würden bei Erhalt der Sundbrücke die voraussichtlich besseren Lösungen sein.“ Sollte die Sundbrücke bleiben, dürfte dort aber nur langsamer Verkehr unter Einhaltung eines Tempolimits rollen.

Als Tunnelvarianten möglich sind bei Erhalt der alten Brücke ein zwanzig Meter tiefer und 1,7 Kilometer langer Absenktunnel sowie ein 33 Meter tiefer Bohrtunnel. Die Bohrtunnel-Lösungen wurden aufgrund sehr hoher Kosten und langer Bauzeit aber bereits im Vorfeld als unwahrscheinlich dargestellt.

Wie lange an Brücken und Tunnel gebaut werden müsste

Hinsichtlich der Bauzeiten nannte die Bahn am Donnerstag konkretere Zahlen. Laut Homfeldt würden alle Brückenbauwerke sowie ein Absenktunnel ungefähr fünf Jahre beanspruchen, die maximale Bauzeit der Bohrtunnel-Varianten läge bei bis zu elf Jahren. Angaben zu den Kosten wurden noch nicht gemacht.

Die endgültige Lösung möchten Bahn und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) bis zum Ende dieses Jahres ermittelt haben. Wann genau das Ergebnis der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, steht aber noch nicht fest. In den Entscheidungsprozess einfließen sollen nun noch Kriterien, die Vertreter der Region als besonders wichtig erachten. Dazu sollen die Mitglieder des erst kürzlich gebildeten „Runden Tisches“, der am Donnerstag vor dem Dialogforum ebenfalls getagt hatte, der Bahn bis Mitte Dezember Kriterien mitteilen, die dann noch einmal in die Berechnungsmodelle der Planer aufgenommen werden. Die Hauptanliegen dabei werden Lärmschutz und Landschaftsbild sein.

Diese Bilder zeigen, wie die möglichen Varianten einer neuen Sundquerung aussehen könnten. Gezeigt werden nur Lösungen mit Erhalt der Sundbrücke. Eine Entscheidung über die Weiternutzung ist aber noch nicht gefallen.

Fehmarns Bürgermeister: „Mehrere Brücken gehen gar nicht“

In einer ersten Reaktion auf die Visualisierungen wurden im Dialogforum zwei Lösungen kritisch kommentiert: Zum einen Tunnel-Varianten, bei der die alte Brücke abgerissen wird. Und zum anderen eine Drei-Brücken-Lösung mit getrennten Querungen für Straßen- und Schienenverkehr sowie der alten Sundbrücke. Zu Ersterem sagte Thilo Rohlfs (FDP), Staatssekretär im schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium: „Ich kann mir auch unter touristischen Gesichtspunkten nur eine Variante schwer vorstellen. Und zwar die, bei der alle Verkehre durch einen Tunnel führen.“ So könne man Radfahrer nicht durch einen Tunnel nach Fehmarn fahren lassen.

Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) lehnt vor allem die Brückenbauwerke in Kombination mit der Sundbrücke ab. Er sagte: „Mehrere Brücken gehen gar nicht.“ Insbesondere die Darstellung von drei Brücken nebeneinander löste bei den Mitgliedern des Forums und im Publikum ein Raunen aus. Immerhin einen Vorteil habe diese Variante laut Bernd Homfeldt aber: „Bei diesen ,Drillingen von Fehmarn’ kann man sich sein Wahrzeichen aus drei Brücken aussuchen.“

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Von Luisa Jacobsen

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