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Ostholstein Feierabend für Bürgermeister Mario Schmidt
Lokales Ostholstein Feierabend für Bürgermeister Mario Schmidt
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15:49 23.03.2019
„Du bist nach drei Amtszeiten unser Super Mario“, sagte Birgit Steingräber-Klinke und überraschte den künftigen Ex-Bürgermeister Mario Schmidt mit einem Plakat des beliebten Videospiels. Quelle: Dirk Schneider
Bosau

In einer der kürzesten Lobreden des langen Abends brachte Birgit Steingräber-Klinke (SPD) die Sache auf den Punkt. „Du bist unser Super-Mario“, stellte die Bosauer Gemeindevertreterin fest und überreichte Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos) zur Erinnerung an drei Amtszeiten das passende Plakat des beliebten Videospiels. Zehn Laudatoren und mehr als 100 Gäste verabschiedeten den langjährigen Verwaltungschef am Freitag in den Ruhestand.

Die Moderation des fröhlichen Feierabends übernahm Bürgervorsteher Alfred Jeske (CDU), der sich ebenfalls am 31. März aus der Kommunalpolitik zurückziehen will und bereits am Mittwoch für sein langjähriges Wirken geehrt wurde. Dabei erinnerte sich Jeske an einen Dialog mit Alt-Bürgermeister Joachim Herrmann, den er Ende 2000 anlässlich Schmidts Bewerbung geführt habe. „Auf meine Frage, wie ist er denn, der Neue, kam die knappe Antwort: guter Mann.“ Die Bosauer Bürger sahen das genauso und wählten Schmidt mit 93,2 Prozent der Stimmen. „Ein Traumergebnis“, das Schmidt mit einem „Traumjob“ gerechtfertigt habe, so Jeske.

Bosaus Bürgermeister Mario Schmidt geht nach der dritten Amtszeit in den Ruhestand.

Landrat lobt Schmidt als „Mann der Tat“

Diesen Eindruck bestätigte Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) mit dem Blick von außen. Er lobte Schmidt als „profunden Verwaltungskenner“, der sich „als Mann der Tat“ stets für die Belange seiner Gemeinde eingesetzt, dabei aber auch „als verlässlicher Partner des Kreises“ erwiesen habe. Das Motto „Gemeinsam für Bosau“ habe er unaufgeregt, aber beharrlich verfolgt. Sager: „Du hast deine Gemeinde ein gutes Stück vorangebracht.“

Landrat Reinhard Sager (links) und Bosaus Bürgervorsteher Alfred Jeske (rechts) verabschiedeten Bürgermeister Mario Schmidt in den Ruhestand. Quelle: Dirk Schneider

Der Vorsteher des Amtes Großer Plöner See, Gerold Fahrenkrog, dankte Schmidt für „zwölf Jahre Geschäftsführung“ und „die beste öffentliche Partnerschaft im Kreis Plön“. 2007 schlossen sich Bosau und die elf Gemeinden des damaligen Amts Plön-Land zu einer kreisgrenzenübergreifenden Verwaltungsgemeinschaft zusammen. „Am Anfang hat es ordentlich gerappelt, aber dank deiner Leitung hat sich das Amt zu einem Vorzeigemodell entwickelt“, sagte Fahrenkrog.

„Ich war manchmal mehr Herr Bosau als Herr Schmidt

Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) hob als Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetags Ostholstein Schmidts Universaltalent hervor. Als Bürgermeister mit kleinem Verwaltungsapparat habe Schmidt viele Themen als Chefsache selbst bearbeiten müssen. Malentes Bürgermeisterin Tanja Rönck (parteilos), die viereinhalb Jahre Schmidts Hauptamtsleiterin war, lobte dessen stets wohlwollende und wertschätzende Art, die ihr heute als Vorbild diene.

„Langweilig war es nie“, sagte Mario Schmidt selbst und blickte ohne Wehmut auf eine sehr arbeitsintensive Zeit mit 180 Feuerwehrversammlungen und 400 Gremiensitzungen zurück, die neben den Bürozeiten auf dem Dienstplan standen. „Ich war manchmal mehr Herr Bosau als Herr Schmidt“, stellte er fest und dankte Ehefrau Karin, die all dies mitgetragen habe. Stolz sei er auf seine Mitarbeiter, die selbst bei Heizungsausfall und acht Grad Celsius Raumtemperatur die Bürgersprechstunden aufrecht erhalten hätten. Am Wichtigsten seien ihm die Menschen gewesen. „Ich habe versucht, Ansprechpartner, Rechtsberater und Unterstützer zu sein.“ Sein Fazit: „Unsere Gemeinde hat mich verändert und ich habe geholfen, die Gemeinde zu verändern.“

Mit Schmidt endet die hauptamtliche Bosauer Verwaltung. Künftig sollen vier Ehrenamtler – Eberhard Rauch (CDU) und seine drei Stellvertreter – die Gemeinde Bosau führen. Sie wurden bereits vereidigt.

Fünf Fragen – fünf Antworten

1. LN: Was bewerten Sie als größten Erfolg in Ihrer Amtszeit?

Mario Schmidt: Als größten Erfolg sehe ich den Erwerb eines Grundstückes für ein Feuerwehrgerätehaus und den anschließenden Bau des Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Majenfelde-Quisdorf an. Diesem Ergebnis waren jahrelange erfolglose Verhandlungen vorangegangen, von daher hat mich für die betroffenen Ortschaften und die Freiwillige Feuerwehr das Ergebnis besonders gefreut.

2. Was war Ihre schwierigste Aufgabe?

Die schwierigste Aufgabe war es sicherlich, zwei Verwaltungen aufgrund der Einamtung und Geschäftsführung der Gemeinde Bosau zusammenzufügen und diese über Jahre mit zwei auseinanderliegenden Standorten erfolgreich zu leiten.

3. Was hat Ihnen die meiste Freude bereitet?

Mir hat besonders der Umgang mit Menschen während meiner Zeit als Bürgermeister gefallen. Ich habe sehr unterschiedliche und interessante Menschen im Laufe meiner Tätigkeit kennengelernt. Meine Achtung vor Menschen, die ein Ehrenamt für unsere Gemeinde ausüben, hat sich während dieser Zeit vervielfacht.

4. Was sorgte für den größten Verdruss?

Es sollte vom Land Schleswig-Holstein an der L 306 vom Hassendorfer Kreuz bis zur Grenze des Kreises Plön ein Radweg gebaut werden. Auch die Gemeinde Bosau hatte hierzu Vorgespräche geführt und komplementär Haushaltsmittel bereitgestellt. Leider konnten sich das Land Schleswig-Holstein und die Grundstückseigentümer nicht einigen, sodass der Radweg bis heute nicht gebaut wurde.

5. Welches Ziel hätten Sie gerne noch erreicht?

Ich hätte gerne zwei Ziele erreicht, die nicht in der Hand der Gemeinde Bosau liegen, da sie nicht der Bauträger ist: Den Radweg von Hutzfeld nach Eutin und den Radweg an der L 306 vom Hassendorfer Kreuz bis zur Kreisgrenze in Richtung Plön.

Dirk Schneider

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