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Ostholstein Großenbrode und Heiligenhafen wollen gemeinsamen ICE-Bahnhof
Lokales Ostholstein Großenbrode und Heiligenhafen wollen gemeinsamen ICE-Bahnhof
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11:52 11.09.2019
So könnte der zukünftige Bahnhaltepunkt Großenbrode-Heiligenhafen aussehen. Für einen ICE-Halt müsste der Bahnsteig um 70 Meter verlängert werden. Quelle: BahnStadt
Heiligenhafen/Großenbrode

Die Hinterlandanbindung im Zuge der festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) sieht den Ausbau des Schienennetzes und damit auch den Neubau von Bahnhöfen vor. So soll ein gemeinsamer Haltepunkt Großenbrode/Heiligenhafen entstehen. Hier sollen aber in Zukunft nicht nur Regional-, sondern auch Fernzüge stoppen. So fordern es zumindest jetzt die beteiligten Kommunen. Bisher war nur Oldenburg als Fernhaltepunkt vorgesehen.

Offensive für einen ICE-Bahnhof Großenbrode/Heiligenhafen

„Wir haben uns schon vor längerer Zeit grundsätzlich für einen gemeinsamen Bahnhof mit Heiligenhafen auf dem Gebiet unserer Gemeinde zwischen Mittelhof und Lütjenbrode ausgesprochen. Jetzt legen wir noch einen nach“, betont Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise (CDU). „Wir gehen offensiv in den Kampf, um einen ICE-Halt zu bekommen.“ Bei der Gemeindevertretersitzung am 24. September soll der bisherige Beschluss zum Bahnhaltepunkt Großenbrode/Heiligenhafen dahingehend erweitert werden. In Heiligenhafen ist dies bereits am Donnerstag, 12. September, Thema bei den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses im Rathaus.

„Ich gehe davon aus, dass die Politik sich klar dafür entscheidet“, sagt Reise. Das denkt auch Heiligenhafens Stadtrat Folkert Loose (CDU), derzeit Vertreter des Bürgermeisters: „Die Aufwertung zu einem Fernhaltebahnhof würde die künftige Entwicklung der Region erheblich voranbringen.“ Dies würde deutliche Vorteile bringen, nicht zuletzt auch für Fehmarn. Deren Stadtvertreter hätten sich auch dafür ausgesprochen, da es der nördlichste Punkt zur Insel sei, ergänzt Großenbrodes Bürgermeister. Bei Gesprächen sei sogar der Name „Fehmarnsund“ als Station aufgekommen. Doch es werde weiter an der Bezeichnung „Großenbrode/Heiligenhafen“ festgehalten, da es den Ort Fehmarnsund dort nicht gebe.

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Für den Fernverkehr die Hand gehoben haben die Kommunen, nachdem sich die Situation in Oldenburg änderte. Die Stadtvertretung hatte mit knapper Mehrheit beschlossen, den Halt aus der Stadt heraus näher nach Göhl zu verlegen. Die Deutsche Bahn hatte dies kritisiert und in Großenbrode und Heiligenhafen wurde reagiert. „Unsere Chancen sind dadurch deutlich gestiegen“, sagt Reise und Loose bestätigt: „Oldenburg hat sich schlechter dargestellt. Wir sehen uns als Mittelpunkt für den nördlichen Raum. Für Wagrien ist das genau das Richtige.“

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Bahnsteige müssen für ICE-Züge länger werden

Bei einem Treffen mit der Bahn und dem Verkehrsverbund Nah.SH habe sich von deren Vertretern zwar keiner direkt dazu geäußert. Durch „die Blume“ registrierte Reise jedoch Signale, dass das Anliegen nachvollziehbar sei. Damit die ICE-Züge Großenbrode ansteuern können, müsste der Bahnsteig in den Plänen von 210 auf 280 Metern verlängert werden. Aus technischer Sicht sei dies möglich, habe die DB verlauten lassen. Doch in das Planfeststellungsverfahren geht die Bahn mit der wirtschaftlichsten Variante – nicht die Lösung ist, die Nah.SH und die Kommunen bisher bevorzugten. Sie wollen eine separate Unterführung für den Fuß- und Radweg und nicht, dass dieser an der Straße über die Schienen entlang läuft.

Noch ist alles vage, was überhaupt die finanzielle Belastung für die Kommunen angeht. Es gebe noch keine konkreten Zahlen, heißt es von Großenbrodes Bürgermeister. Wie er formuliert auch Folkert Loose ganz offen den Standpunkt, generell jegliche Kosten abzulehnen: „Es handelt sich um ein europäisches Zukunfts-Infrastrukturprojekt und dafür sind die Vorhabenträger zuständig, nicht wir.“ Ein erster, nächster Schritt ist, sich für einen ICE-Halt einzusetzen. Doch brauche es einen langen Atem, bis es überhaupt irgendwann so weit sei, so Loose.

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