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Ostholstein Festspiele 2020: Kölner Regisseur für die Puccini-Oper verpflichtet
Lokales Ostholstein Festspiele 2020: Kölner Regisseur für die Puccini-Oper verpflichtet
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18:44 13.09.2019
Wollen große Gefühle auf die Festspiel-Bühne bringen: Der neue Regisseur Igor Folwill (r.) und Dirigent Hilary Griffiths. Quelle: Saskia Bücker
Eutin

Die Oper „Madama Butterfly“ hat Hilary Griffiths schon einmal 1999 auf die Festspiel-Bühne gebracht – damals noch auf Deutsch. Kommende Saison wird Puccinis Meisterstück erneut aufgeführt. „Diesmal auf Italienisch“, sagt der Dirigent. „Das Stück passt mit seinen vollen Klangfarben sehr gut auf die Freilicht-Bühne.“ Und der richtige Mann für so ein Meisterwerk sei da ganz klar Igor Folwill.

Der Kölner Regisseur hat bereits mehr als 100 Werke aller Epochen unter anderem auch in Prag und Bogota in Szene gesetzt. Gemeinsam wollen die Künstler die Oper „in bester klassischer Manier“ aufführen. Folwills Absichtserklärung sei es, das Stück in seiner Entstehungszeit spielen zu lassen. Und Griffiths ist bekennender Bewunderer des Komponisten Puccini. „Er hat diese Gabe, große Emotionen durch die Musik zu beschreiben.“

Große Gefühle bei den Eutiner Festspielen

Freiluft-Inszenierungen wie in Eutin hat Folwill noch nicht gemacht. „Es ist eine Herausforderung, die großen Gefühle so zu transportieren, dass sie die Zuschauer treffen.“ Geräusche von Enten, raschelnde Blätter im Wind, der offene Raum – das sei eine neue Erfahrung. Der 66-Jährige freue sich auf den besonderen Ort. Regisseur am Staatstheater – davon habe er langsam die Nase voll. „Ich hänge auch persönlich sehr an der Gegend hier“, sagt Folwill. In seiner Zeit bei der Bundeswehr, es muss 1977 gewesen sein, sei er auf Fehmarn und in Pelzerhaken stationiert gewesen. „Damals habe ich natürlich die Aufführungen der Sommerspiele in Eutin besucht.“

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Folwill und Griffiths arbeiten erstmals zusammen. Sie haben beide in Köln gelebt, „klönen können wir also“, sagt Folwill. In den kommenden Wochen werden sie die Grundzüge der Opernproduktion besprechen. An Bühnenbild und Kostümen werden wieder Martina Feldmann und Jörg Brombacher arbeiten, für die Musik wird die Kammerphilarmonie Lübeck engagiert.

Ein Kinder- und Jugendstück wird fester Teil des Programms

„Wir starten hoffnungsvoll und mit interessanten Angeboten am Montag mit dem Vorverkauf für die Saison“, sagt Geschäftsführer Falk Herzog. Neben der Puccini-Oper werde für das Eröffnungskonzert (20. Juni) der 70. Spielzeit ein Schwerpunkt auf die Werke des Komponisten Carl Maria von Weber gelegt. Auch zwei Gala-Abende Ende August und ein Konzert mit modernen Stücken sei in Planung, verrät Herzog. Genaue Termine würden nach den Herbstferien publik gemacht.

Karten für die Festspiele: Vorverkauf startet

Der Vorverkauf für die Puccini-Oper „Madama Butterfly“ und das Eröffnungskonzert am 20. Juni mit Werken des Komponisten Carl Maria von Weber startet am Montag, 16. September.

Mehr Informationen gibt es auf der Homepage der Eutiner Festspiele: www.eutiner-festspiele.de

Spezielle Abos gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal. Sie offerieren bestimmte Preisvorteile. Diese sind aber nur unter der Telefonnummer 045 21/ 800 10 oder persönlich in der Konzertkasse der Opernscheune in Eutin erhältlich. Öffnungszeiten sind montags bis freitags.

Einen Fokus wollen die Eutiner Festspiele langfristig auf junge Besucher legen. „Ein Kinder- und Jugendstück wird ein fester Bestandteil im Programm“, sagt Herzog. Im vergangenen Jahr seien alle vier Veranstaltungen ausgebucht gewesen, „das ist eine tolle Resonanz“. Es gebe in diesem Jahr deshalb auch besonders vergünstigte Karten für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr.

„Tagesbesucher dominieren die Festspiele“, sagt Falk Herzog, Geschäftsführer der Eutiner Festspiele. Quelle: Saskia Bücker

Tagestouristen dominieren die Festspiele

Mit der vergangenen Festspiel-Saison sind die Veranstalter zufrieden. „Wir hatten rund 31 000 Besucher“, sagt Herzog. „Damit haben wir unser wirtschaftliches Plan-Soll erreicht.“ Allerdings seien die Verkaufszahlen im vergangenen Sommer zurückhaltender gewesen als in der Saison mit dem Supersommer 2018. Der Grund: das unberechenbare Wetter. „Das ist immer ein maßgeblicher Faktor“, sagt Herzog.

Der Geschäftsführer will diese Saison auch stärker in der Metropolregion Hamburg für die Eutiner Festspiele werben. Eine Auswertung von Kundenadressen hatte ergeben, dass 14 000 Gäste eine mehr als 50 Kilometer weite Anreise hatten, jeder siebte kam aus Hamburg. Zum Vergleich: Gäste aus der Region Eutin machen nur zehn Prozent aus. „Tagesbesucher gehören zum dominierenden Gästepotenzial der Festspiele“, sagt Herzog. „Aber auch in Eutin müssen wir die Identifikation mit den Festspielen weiter ausbauen.“

Bildergalerie:
Premiere von „Kiss me, Kate“ aus der Saison 2019

Dazu zähle auch eine langfristige finanzielle Sicherheit. „Mit den derzeitigen Fördermitteln können wir nicht zukunftsfähig planen“, sagt der Geschäftsführer. Derzeit lägen die Eutiner Festspiele mit bestenfalls 15 Prozent öffentlicher Förderung durch Stadt, Land und Kreis im jährlichen Budget weit abgeschlagen hinter vergleichbaren Festspielen in Deutschland und Österreich. Man sei derzeit mit dem Kreis in Gesprächen.

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Von Saskia Bücker

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