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Ostholstein Feuerwerke vor dem Aus: Kommen jetzt Lasershows?
Lokales Ostholstein Feuerwerke vor dem Aus: Kommen jetzt Lasershows?
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12:08 04.07.2019
Schön anzusehen aber umstritten: Die Zukunft von Feuerwerken in Eutin ist ungewiss. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Die Eutiner Stadtvertretung hat – wie inzwischen viele andere Städte auch – in ihrer jüngsten Sitzung den Klimanotstand anerkannt und sich zu Klimaschutz-Maßnahmen verpflichtet. Wird es im Widerspruch dazu dennoch künftig Feuerwerke am nächtlichen Himmel geben? Auch in anderen Kommunen sind dazu Diskussionen entbrannt. „Darüber müssen wir reden“, heißt es aus den Eutiner Fraktionen. Im August sind in der Stadt gleich zwei bunte Lichtspektakel vorgesehen: im Vorwege von Stadtfest/Großflohmarkt und zum Abschluss der Spielzeit bei den Eutiner Festspielen.

Feuerwerk zur Stadtfest-Eröffnung ist gebucht

Claudia Falk richtet mit ihrer Nordlicht Agentur am Wochenende, 17. und 18. August, zum dritten Mal das Stadtfest aus. Die Eröffnungsparty wird bereits am Donnerstag an der Stadtbucht gefeiert und mit einem Feuerwerk enden. „Wir werden für 2020 in uns gehen, weil auch wir für Umweltschutz sind“, versichert Claudia Falk. Eine Lasershow sei eine gute Alternative zur Pyrotechnik. Das Feuerwerk für 2019 sei jedoch im vergangenen Jahr mit dem Sponsor Sparkasse Holstein abgesprochen und längst gebucht worden.

Festspiele haben mit Feuerwerk geworben

Die Eutiner Festspiele beschließen ihre Saison am 31. August mit dem Gala-Abend „und einem Feuerwerk. „Die Diskussion, ob Feuerwerke ja oder nein, ist berechtigt“, sagt Geschäftsführer Falk Herzog. „Ressourcen zu schonen und Emissionen zu vermeiden, sind auch bei uns Themen. Unser Feuerwerk können wir in diesem Jahr aber nicht mehr absagen: Wir haben es gebucht und bei unseren Besuchern damit geworben. Sie haben es mitgekauft. Für 2020 werden wir die Gestaltung unserer Abschluss-Veranstaltung überdenken. Ich könnte mir eine Lasershow vorstellen“, sagt Falk Herzog.

Die Fridays-for-Future-Bewegung hat Ostholstein erreicht. Rund 600 Schüler demonstrierten in Ostholsteins Kreisstadt Eutin. Deutlich mehr als erwartet. Weitere Aktion sollen folgen.

Grüne: Über Alternativen nachdenken

Auch, wenn die Fraktion der Grünen den Antrag, Eutin solle den Klimanotstand anerkennen, gestellt und dafür geworben hat, gibt es von ihrer Seite „keine Überlegungen, in diesem Jahr geplante Feuerwerke zu verbieten“, sagt ihre Vertreterin Christiane Balzer. „Planungssicherheit ist wichtig für alle, die sich in Eutin als Geschäftstreibende oder Privatleute einbringen. Außerdem sind wir überzeugt, dass Aktionismus in alle Richtungen dem Gedanken des Klimaschutzes eher abträglich ist.“ Für 2020 wollen die Grünen „bei öffentlichen Veranstaltungen über Alternativen zum Feuerwerk nachdenken. Lasershows sind eine attraktive Idee, die wir mit den Veranstaltern gerne beraten möchten“, erklärt Christiane Balzer.

CDU-Chef: „Grüne wollen über den Notausgang ’raus“

Die Grünen-Auffassung stößt beim CDU-Fraktionsvorsitzenden Matthias Rachfahl auf Kritik. „Sie waren in den Gremien vehement für die Erklärung des Klimanotstandes. Dieser Antrag mit genau dieser Begrifflichkeit war unnötig. Jetzt versuchen die Grünen, durch den Notausgang ’rauszukommen.“ Die Feuerwerke im August könnten sehr wohl noch gecancelt werden, sagt Rachfahl: „Der Bürgermeister muss sie genehmigen. Es obliegt ihm.“ Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) teilte gestern mit, er plane nicht, bereits genehmigte Feuerwerke abzusagen. Es gebe entsprechende, laufende Verträge.

Bestandsschutz für Veranstaltungen im August

Für SPD und FDP haben die Feuerwerke im August Bestandsschutz. „Aber wir wollen prüfen lassen, ob man es zu Silvester übers Ordnungsrecht einschränken kann“, sagt SPD-Fraktionschef Hans-Georg Westphal. „Dort, wo Reetdachhäuser stehen, gilt für Feuerwerk ja ohnehin ein Verbot. Man muss sehen, ob sich das auf das Stadtgebiet ausdehnen lässt.“ 2020 würde er Feuerwerke anlässlich öffentlicher Veranstaltungen nicht mehr befürworten, erklärt Westphal.

„Wir sollten verlässlich zu unseren Entscheidungen stehen“, erklärt Sigrid Jürß für die Freien Wähler. Heißt, die für 2019 genehmigten Veranstaltungen in der vorgesehenen Form laufen zu lassen. So sieht es auch Malte Tech von der Freien Wählergemeinschaft. Allerdings würden beide Fraktionen ab sofort keiner städtischen Veranstaltung mit Feuerwerk mehr zustimmen, und auch Silvester-Feuerwerke sollten abgeschafft werden, sagen Jürß und Tech. Sie führen die Feinstaubbelastung, Reinigungskosten für Straßen und leidende Tiere als Argumente an.

So schön ist das Feuerwerk auf der Tavemünder Woche:

Ulrike Benthien

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