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Ostholstein Fischereihof Hemmelsdorf: Timmendorf sucht Pächter für zehn Jahre
Lokales Ostholstein Fischereihof Hemmelsdorf: Timmendorf sucht Pächter für zehn Jahre
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12:10 13.09.2019
19 Bootsliegeplätze bietet die Steganlage des Fischereihofes in Hemmelsdorf – so steht es in der Ausschreibung, mit der die Gemeinde einen neuen Betreiber sucht. Quelle: Sabine Latzel
Hemmelsdorf

Fischereihof in Bestlage, für den Ganzjahresbetrieb geeignet: So beschreibt die Gemeinde Timmendorfer Strand die Anlage in Hemmelsdorf, für die sie einen neuen Betreiber sucht. Dieser soll laut Text im April 2020 den Betrieb des Ensembles aus Restaurant, gläserner Räucherei und Imbiss wieder aufnehmen. Das bisherige Pächter-Ehepaar hat seinen Vertrag zum 31. Oktober dieses Jahres gekündigt – was zu einer intensiven Debatte in den sozialen Medien geführt hat.

Auch möglich: das Pachten einzelner Objekte

Grundrisse und detaillierte Quadratmeterzahlen finden sich in der Ausschreibung auf der Internet-Seite der Gemeinde Timmendorfer Strand – und dazu der Hinweis, dass es auch möglich sei, „nur einzelne Gebäude/Objekte zu pachten“. Der Bereich des Betreiberhauses, in dem sich bislang im Erdgeschoss das Eiscafé befand, wird als „Verkaufsfläche“ ausgewiesen. Das Pachtverhältnis soll laut Ausschreibung „zunächst für zehn Jahre“ eingegangen werden – mit der Option, für weitere zehn Jahre zu verlängern. Die Pacht beträgt den Gemeindeangaben zufolge für die ersten beiden Jahre 7500 Euro monatlich, ab dem dritten Jahr 8500 Euro und ab dem fünften Jahr 9500 Euro.

Der oder die Betreiber soll(en) ein Konzept vorlegen, das den „Charakter des Fischereihofes unterstreicht“. Die Gastronomie soll ganzjährig betrieben werden. Die gesamte Nutzfläche liegt bei 1045 Quadratmetern. Als „direkte Parkplätze“ werden 60 am Ortsausgang genannt – bislang war bei diesem Areal von 100 Stellflächen die Rede – sowie 40 am Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus – nicht mehr 77, wie bisher verkündet. Interessenten können ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 11. Oktober dieses Jahres einreichen.

2013 begann die Umgestaltung des Geländes am Hemmelsdorfer See zum Fischereihof. Vorher war das Fleckchen als „Schierbaums Fischkate“ bekannt und beliebt – hier ein paar Bilder aus der Vergangenheit.

Dass nun schon der zweite Pächter geht, seit das 4,3-Millionen-Euro-Objekt Ende 2015 eröffnet wurde, bewegt die Gemüter. So ist der Pächterwechsel auf der Facebook-Seite von LN-Ostholstein rege kommentiert worden. Viele Leser bedauern die erneuten Schwierigkeiten. Einige kritisieren die Preise des Fischereihofes, und zahlreiche Leser erinnern an die Zeiten, als Fischerverkauf und Gastronomie auf dem Areal noch in den Händen der Fischerfamilie Schierbaum lag. Wir haben eine Auswahl an Reaktionen, zum Teil in Auszügen, zusammengestellt.

Leckeres Essen, Kritik am Preis-Leistungs-Verhältnis

Tanja Hansen bedauert den Rückzug des Pächters: „Dort gibt es leckere Fischbrötchen. Schade, so ein schönes Fleckchen zum Verweilen.“ Ähnlich sieht es Susanne Röger: „Ich finde es sehr schade. Das Essen war immer lecker.“ Für Sonja Sunshine ist „die Lage traumhaft schön, das Ambiente einzigartig, leider sind die Speisen in der Gastronomie recht teuer.“ Astrid Treder stimmt zu: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt überhaupt nicht.“

Erinnerungen an die Atmosphäre bei Schierbaum

Thorben Schulte blickt zurück: „Warum lief es damals bei Schierbaum und heute nicht mehr? Besucher konnten damals mal eben schnell (jetzt deutlich weniger Parkplätze in unmittelbarer Nähe und damit Standortvorteil minimiert) in gemütlicher und authentischer Umgebung (jetzt kein Unterschied mehr zu den Seebädern) zu vernünftigen Preisen (jetzt bei der Pacht nicht mehr möglich) gut und zügig Fisch essen.“

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Auch Ti Ra lobt den damaligen Pächter: „Ich erinnere mich noch gern an die tolle, urgemütliche Atmosphäre bei Schierbaum. Vatertagsausflüge, Musik . . . Stimmung war immer grandios, und geschmeckt hat es auch. Schade, dass immer alles größer, teurer und anders werden muss.“ Roland Riepenhausen stimmt zu: „Vor dem Umbau war es da total cool und schön. Nun ist alles profitorientiert. Hat nichts mehr von Gemütlichkeit und Familientradition. Der Charme ist verloren gegangen.“ Christian Kupffer schlägt in dieselbe Kerbe: „Selbstgemachtes Leid. Hätte die Gemeinde Schierbaum nicht verjagt und zu viel investiert, würde das Objekt brummen.“

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Für Susanne Theunissen „ist es „bei der hohen Pacht so gut wie unmöglich, wirtschaftlich zu arbeiten. Meiner Meinung nach wären zwei Pächter die bessere Lösung. Einer für den vorderen Teil und einer für das Restaurant“. Harald Propp weist auf die hohen Kosten hin: „Das geht bei der Pacht los. Dann der Personalaufwand, die Nebenkosten (Gas, Wasser, usw.). Wie soll das gut gehen?“ Ein Problem sind für Redgi Wendt die fehlenden Parkplätze: „Wollten schon so oft mal wieder hin und haben dann aufgegeben, weil man nirgends parken kann.“

Von Sabine Latzel

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