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Ostholstein Flüchtling aus Eritrea: In Ostholstein eine neue Heimat gefunden
Lokales Ostholstein Flüchtling aus Eritrea: In Ostholstein eine neue Heimat gefunden
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13:43 11.03.2019
Suleman Abdu (20) kommt aus Eritrea. Er ist im zweiten Lehrjahr auf dem Weg zum Kfz-Mechatroniker im Autohaus Egler in Neustadt-Pelzerhaken. Quelle: Gäbler
Neustadt

So kann die Integration von Flüchtlingen in Ostholstein gelingen: Am Anfang steht die Ankunft im Kreis mit der ausländerrechtlichen Erfassung. Es folgt die Unterbringung in einer Unterkunft, später mithilfe von Kirchenkreis oder Ehrenamtlern die Suche nach einer eigenen Wohnung. Dritter Baustein ist der Start ins Arbeitsleben. 1028 Flüchtlinge hat das Jobcenter Ostholstein 2018 betreut. 287 haben im vergangenen Jahr eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefunden, 124 eine Ausbildungsstelle.

Suleman Abdu (20) aus Eritrea ist einer von ihnen. Er wird zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet. Andreas Junge, Chef des Autohauses in Pelzerhaken, ist mehr als zufrieden mit seinem Schützling. „Mit einem Praktikum fing hier alles an. Da hatte Suleman schon Deutsch-Kurse hinter sich gebracht und war in Oldenburg auf dem Weg zum Hauptschulabschluss“, sagt Junge rückblickend. Abdus ehrenamtliche Betreuer, das Ehepaar Klawitter aus Neustadt, sprachen dann mit dem Jobcenter und gemeinsam organisierten sie ihm den Einstieg bei Junge.

Nur Zweier und Dreier im Zeugnis

Abdus Zeugnisse waren einfach klasse“, sagt Andreas Junge, „alles nur Zweier und Dreier!“ Und weil man sich sympathisch fand, wurde aus dem Reinschnuppern in den Job ein einjähriges, bezahltes Praktikum. Dann bot das Autohaus Suleman Abdu die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker an. „Wir hatten gemerkt, wie schnell er die Dinge begreift. Einmal beim Alt-Gesellen zugeschaut, schon wusste er Bescheid. Der Job ist genau sein Ding“, sagt Andreas Junge.

Aufgrund der guten Leistungen wurde das einjährige Praktikum dem jungen Eritreer auf die Ausbildungszeit angerechnet. Somit ist er nun bereits im zweiten Lehrjahr und macht voraussichtlich im Januar 2021 die Gesellenprüfung.

Abenteuerliche Flucht übers Meer

Suleman Abdu hat bis hierher einen weiten Weg hinter sich gebracht. Zu Fuß ist er aus Eritrea nach Äthiopien geflüchtet, dann ging es weiter in ein Flüchtlingslager in den Sudan. Während es seinen Bruder nach Israel verschlagen hat, ist Sulemann nach Libyen gekommen. Über das Mittelmeer flüchtete er nach Italien, von dort ging es mit dem Zug weiter nach Österreich, dann nach München – er wollte nach Schweden. In Puttgarden war für ihn die Reise zu Ende.

„Die Beamten der Bundespolizei sagten ,Nein’ und brachten mich ins Jugendhaus Lensahn“, berichtet der Mann aus Eritrea. Im Nachhinein sei das aber gar nicht schlecht gewesen. Von Lensahn kam er ins Neustädter Jugendhaus, wo sich nun das Ehepaar Klawitter um ihn kümmerte. Deutsch-Kurse folgten und der Schulabschluss. Heute hat er eine eigene kleine Wohnung in Neustadt und einen Job, der ihm riesig viel Freude bereitet.

„Alle hier sind nett. Meine vier Kollegen in der Werkstatt genauso wie der Chef“, sagt Abdu. „Ich fühle mich hier gut und die Arbeit macht mir Spaß.“ Ob er schon einen Plan für die Zukunft habe? „Ich mache jetzt erst mal die Ausbildung fertig. Wenn der Chef mich übernimmt, bleibe ich gerne“, sagt Suleman Abdu. In Ostholstein will er auf jeden Fall wohnen bleiben, sagt er: „Denn das ist meine neue Heimat geworden.“

Louis Gäbler

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