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Ostholstein Flüchtlingsunterkünfte in Hemmelsdorf: Anwohner beschimpfen Bürgermeisterin
Lokales Ostholstein Flüchtlingsunterkünfte in Hemmelsdorf: Anwohner beschimpfen Bürgermeisterin
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14:13 14.10.2015
Auf dieser Fläche am Hemmelsdorfer Hainholzweg sollen die geplanten Häuser entstehen. Quelle: Sabine Latzel
Timmendorfer Strand/Hemmelsdorf

Sowohl Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) als auch einige Ausschuss-Mitglieder wurden von aufgebrachten Hemmelsdorfern scharf angegangen. Sie fühlten sich schlecht informiert, hieß es von Seiten der Hemmelsdorfer. Sie legten eine Unterschriftenliste gegen die Pläne vor. Die Bedenken der Hemmelsdorfer wurden daraufhin noch einmal zusammengefasst: 40 Flüchtlinge seien zu viele, um sie integrieren zu können. Es drohe ein Wertverlust der Immobilien, und die Lage am Ende des Hainholzweges sei für die Flüchtlinge selbst zu weit weg von Schulen, Ärzten oder Behörden. Außerdem müsse die Abrundungssatzung eingehalten werden, nach der auf dem Grundstück nur drei Häuser gebaut werden dürfen - die Verwaltung plant jedoch fünf Häuser in Leichtbauweise.

Kara verwies darauf, dass die Unterbringung der Flüchtlinge eine gesetzliche Aufgabe sei. In Timmendorf seien bisher ohne Probleme 100 Flüchtlinge untergebracht worden, weitere 100 würden aber bis Ende des Jahres erwartet.

In einigen Wortbeiträgen der Hemmelsdorfer war von „Asylanten“ die Rede. „Wir sollten hier nicht in rechtsradikale Sprache abgleiten“, sagte Ausschuss-Mitglied Udo Halenza (CDU) dazu, was die Situation vollends eskalieren ließ. „Wir lassen uns nicht als Rechtsradikale beschimpfen“, riefen diverse Hemmelsdorfer und verließen unter lautem Getöse den Sitzungsraum. Draußen machten sie ihrem Ärger weiter Luft.

Die Verwaltung hält an ihrem Vorhaben dennoch fest, die entsprechende Planungsleistung wurde im Ausschuss freigegeben. Eine Abstimmung mit der Dorfschaft ist aber geplant, so die Bürgermeisterin. Kurzfristig werde es zum Thema auch eine Dorfschaftsversammlung geben.

Mehr dazu lesen Sie im Laufe des Abends hier auf LN Online und morgen in Ihren Lübecker Nachrichten.

latz