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Ostholstein Förderverein gegründet: Erster Schritt für ein neues Hospiz
Lokales Ostholstein Förderverein gegründet: Erster Schritt für ein neues Hospiz
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17:18 30.08.2019
Der Vorstand des neuen Fördervereins Hospiz Wagrien-Fehmarn (vorne): Vorsitzende Beate Rinck und ihr Stellvertreter Gerdt Hübner sowie (hinten, v. l.) Stephan Müller, Burkhard Naß, Lennart Maas, Jürgen Haß, Annette Musial, Thomas Wroblewski und Vera Baumeister (es fehlen: Dörte Hegerfeld und Martina Scheel). Quelle: Markus Billhardt
Oldenburg

Das war für Beate Rinck ein ganz besonderer Moment. Die Heringsdorferin setzt sich, unterstützt von der Aktivregion Wagrien-Fehmarn, für ein Hospiz im Norden Ostholsteins ein (LN berichteten). Gleich 40 Gründungsmitglieder hat sie bei der ersten Versammlung des neuen Fördervereins Hospiz Wagrien-Fehmarn im Gewerbezentrum Oldenburg um sich vereinen können. „Ich bin überwältigt, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte die Ethikberaterin und ehemalige Pflegemanagerin.

Große Bewegung in Gang gesetzt

Sieben Mitstreiter hätte Beate Rinck zur Bildung des Fördervereins gebraucht, damit ihre Pläne umgesetzt werden können. Diese Zahl wurde bei Weitem übertroffen. „Das ist einfach nur toll“, sagte Beate Rinck und wurde sogleich von den neuen Vereinsmitgliedern zur ersten Vorsitzenden gewählt. „Sie hat eine große Bewegung in Gang gesetzt und erhält dafür die Anerkennung“, gratulierte ihr Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos).

Beate Rinck hat als Erste die Gründungssatzung des Fördervereins unterschrieben. Quelle: Markus Billhardt

Jeder Mensch habe Anspruch auf eine würdige Versorgung am Lebensende, machte Rinck deutlich. Es gebe stationäre Hospize in Kiel und Lübeck, Palliativbetten in Eutin und die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) im östlichen Holstein. Aber eine zusätzliche feste Einrichtung für die ländliche Bevölkerung sei sehr bedeutend, machte die neue Vereinsvorsitzende deutlich. Das künftige Hospiz mit „familiärem Hotel-Charakter“ im Nordkreis sollte dann zehn bis zwölf Betten haben.

Vier Millionen Euro für ein Hospiz

Gesucht werde für den Bau eine Fläche mit etwa 3000 Quadratmetern, die Kosten würden auf etwa dreieinhalb bis vier Millionen Euro geschätzt, erläuterte Beate Rinck weiter und machte klar: „Der Förderverein ist eine Notwendigkeit, um möglichst viel Geld dafür zu sammeln und die Unterbringung von schwerstkranken und sterbenden Menschen bis zu ihrem Tod ideell und finanziell zu fördern.“ Die Mittel für die Gäste, es werde nicht von Patienten im Hospiz gesprochen, würden zwar zu etwa 95 Prozent durch die Krankenkassen gedeckt, doch den Fehlbetrag müsse ein Förderverein leisten.

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Begleitet wird der Prozess hin zu einem Hospiz durch das Sozialministerium und die Landeskoordinierungsstelle für Palliativ- und Hospizversorgung. Als möglicher Standort ist Oldenburg im Gespräch. Es sei eine Stadt, so Rinck, die sich mit medizinischer Versorgung auskenne, gerade durch die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen eine hohe Toleranz habe und zudem eine gute Verkehrsanbindung. Es könne auch über andere Orte nachgedacht werden, die zentrale Lage sei aber ein wesentlicher Faktor.

Vorstand nimmt gleich seine Arbeit auf

An ihrer Seite im Vorstand des Fördervereins Hospiz Wagrien-Fehmarn hat Beate Rinck als Stellvertreter Dr. Gerdt Hübner. „Auch wenn meine Arbeit mich zeitlich sehr einspannt, bin ich gerne bereit, mich in dieser Rolle zu engagieren“, sagte der Oldenburger Onkologe. Auch der selbstständige Bauingenieur Stephan Müller aus Oldenburg möchte sich als Schriftführer einbringen. Der frühere Gruber Gemeindevertreter sowie Finanzausschussvorsitzende Jürgen Haß übernimmt den Posten als Kassenwart.

Da die Versammlung noch sieben weitere Personen als Beisitzer berief, konnte Beate Rinck vermelden: „Der Vorstand ist voll. Ich freue mich jetzt auf unsere Teamarbeit.“ Die Vereinsgründung wurde – mit der Unterschrift aller und notarieller Beglaubigung – vollzogen. Gleich danach setzte sich der neue Vorstand erstmalig zusammen, um keine Zeit zu verlieren, auf dem Weg zu einem Hospiz für die Region Wagrien-Fehmarn.

Von Markus Billhardt

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