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Ostholstein Fracking und Finanzausgleich: Ringen um die richtigen Worte
Lokales Ostholstein Fracking und Finanzausgleich: Ringen um die richtigen Worte
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22:19 29.09.2014
Verdienst fürs Gemeinwesen: Landrat Reinhard Sager und Kreispräsident Ulrich Rüder (hinten v.l.) mit den ausgezeichneten Ehrenamtlern Udo Glauflügel, Till Niemeyer und Eitel Pries (v.l.). Quelle: Kessing
Eutin

Einmal quer durchs Themen-Beet ging es gestern beim Kreistag in Eutin. Manches war schnell erledigt, etwa der Beschluss, dass der Kreistag in seiner Sitzung am 24.

März 2015 einen Landrat wählt. Und dass die Stelle ausgeschrieben werden soll, obwohl Amtsinhaber Reinhard Sager (CDU) wieder antritt. An anderen Themen bissen sich die Kreistagsabgeordneten länger fest — auch wenn alle dasselbe wollten.

Dieses Wollen ging beim Fracking noch schmerzfrei ab. Zur Abstimmung lag eine Resolution vor, in der der Kreistag die Landesregierung auffordert, das Bergbauamt anzuweisen, Anträge auf Erkundung von Erdöl- oder Gasfeldern etwa mit Hilfe des Frackings abzulehnen. Große Teile des Südkreises liegen im sogenannten Erlaubnisfeld Leezen. „Das tatsächliche Eintreten möglicher Risiken wäre für den Kreis Ostholstein aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen schädlich“, heißt es in der einstimmig beschlossenen Resolution.

„Hier geht es um die Interessen von Unternehmen, zukünftige Gebiete zu erkunden und vor der Konkurrenz ihre Claims abzustecken. Also wehret den Anfängen!“, rief der Planungsausschussvorsitzende Heinz-Dieter Steigert (SPD) den Kreistagsabgeordneten zu. „Die Risiken können eindeutig nicht abgeschätzt werden“, ergänzte der Umweltausschussvorsitzende Jens Johannsen (Grüne). Die fraktionslose Kreistagsabgeordnete Sylvia Zanella-Foritto de Belmar fuhr eine flammende verbale Attacke gegen das Fracking und kam zu dem Schluss: „Mit der neuen seismischen Technik werden wir keine saudischen Ölfelder unter der Geest entdecken. Es gibt kein gutes Fracking, diese Technologie muss verboten werden.“

Seine Stimme erhob der Kreistag dann zum Thema kommunaler Finanzausgleich, allerdings sprach er zunächst nicht mit einer Stimme. Zwar verurteilten alle Fraktionen das geplante neue Gesetz, das dem Kreis 7,1 Millionen Euro entziehe. Allerdings konnten CDU und Grüne auf der einen Seite und die SPD auf der anderen Seite sich zunächst nicht darauf einigen, wie das Fazit daraus formuliert werden solle. Jede Seite beharrte darauf, die richtigeren Worte gefunden zu haben. „Wenn Sie so bockig sind, dass alles von der CDU und den Grünen kommen muss, sind wir auch bockig. Wir haben es schlanker formuliert“, entfuhr es Manfred Jaeger (SPD).

Dabei wollen alle dasselbe: Dass sich die Landesregierung und der Landtag die Sorgen des Kreises zu Herzen nehmen und anhand seiner Argumente den Gesetzentwurf so überarbeiten, dass dem Kreis weniger Geld genommen wird als zurzeit geplant. Denn, so heißt es in der dann doch noch beschlossenen Stellungnahme: „Der derzeitige Entwurf gefährdet die Handlungsfähigkeit des Kreises.“

Handlungsfähig ist der in den vergangenen Jahren besonders im Interesse der jüngsten Ostholsteiner gewesen. Beim Thema Bedarfsplanung für Kindertagesbetreuung verwies Landrat Sager darauf, dass die Versorgungsquote bei den Kinder unter drei Jahren bei 43,3 Prozent und damit deutlich höher liege als die vom Bund angestrebte Quote von 39 Prozent. Dafür habe der Kreis in den vergangenen Jahren rund 10,8 Millionen Euro in 805 Krippenplätze und 326 Plätze in Tagespflege investiert, die von Bund und Land mit rund 7,7 Millionen Euro gefördert worden seien. Aktuell gibt der Kreis für die gesamte Kinderbetreuung — von Krippe über Kita bis zum Hort und zur betreuten Schule — 5,3 Millionen Euro im Jahr aus.

Ostholsteiner erhalten Ehrennadel
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Im Kreishaus zeigte sich dies gestern auf besondere Weise: Kreispräsident Ulrich Rüder und Landrat Reinhard Sager zeichneten drei Ostholsteiner für ihre ehrenamtliche Tätigkeit aus. Eitel Pries (62) aus Neustadt, Udo Glauflügel (59) aus Großenbrode und der Stockelsdorfer Till Niemeyer (73) erhielten die Ehrennadel des Kreises.
Eitel Pries wurde für sein langjähriges Engagement für die „Neustädter Tafel“ gewürdigt. Seit 2011 leitet er den Verein und hat unter anderem den „Frühstücksexpress“ ins Leben gerufen. Seit 2013 werden so 100 Schüler kostenlos mit Brötchen und Obst versorgt.
Udo Glauflügel erhielt die Ehrennadel für seinen Einsatz beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und der Freiwilligen Feuerwehr Großenbrode. Glauflügel war unter anderem Wehrführer und gründete 1998 die Jugendfeuerwehr. Mit dem ASB war er zu Hilfseinsätzen in Armenien und Kroatien. Beim Elbehochwasser 2013 koordinierte er die ASB-Kräfte im Land.
Für seine ehrenamtliche Tätigkeit beim Seniorenbeirat Stockelsdorf wurde Till Niemeyer ausgezeichnet. Auf seine Initiative geht der „Lotsendienst“ zurück, eine Beratungsstelle für Senioren und Angehörige.
„Ehrenamtler stehen nicht im Rampenlicht, aber ihre Arbeit ist dennoch spürbar“, sagte der Kreispräsident und dankte den Ausgezeichneten dafür: „Sie haben das Gemeinwesen in Ostholstein bereichert.“
Zugleich solle die Auszeichnung auch Motivation für andere sein, sich zu engagieren. „Engagement ist ein Geben und Nehmen: Das Opfern von Zeit und Energie geht mit dem Zugewinn an Erfahrung und Bildung der eigenen Persönlichkeit einher“, so Rüder. bk

Susanne Peyronnet

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