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Ostholstein Ex-Dealer aus Eutin auf dem Weg der Besserung
Lokales Ostholstein Ex-Dealer aus Eutin auf dem Weg der Besserung
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12:31 14.08.2019
Weil er mit Marihuana handelte, musste sich ein junger Ostholsteiner vor Gericht verantworten. Quelle: LN-Archiv
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Eutin

Geläutert und dem Eutiner Drogensumpf entkommen: So lässt sich, überspitzt formuliert, die Geschichte eines 21-jährigen Ostholsteiners zusammenfassen, der sich vor dem Eutiner Amtsgericht wegen Drogenhandels verantworten musste. Dabei wurde Dennis K. (Name geändert) nach Jugendstrafrecht zu einer Geldauflage verurteilt.

„Es ist Ihnen hoch anzurechnen, dass Sie es geschafft haben“, sagte Richterin Anja Farries mit Blick auf den Lebensweg des jungen Mannes. Dieser wuchs in problematischen Verhältnissen sowie teilweise in Jugendeinrichtungen und bei Pflegefamilien auf, verließ die Schule ohne Abschluss und handelte in den Jahren 2017 und 2018 in Eutin mit Marihuana. Mittlerweile lebt Dennis K. jedoch viele Hundert Kilometer von der Kreisstadt entfernt, absolviert eine Ausbildung und gönnt sich nach eigenen Angaben „nur“ einmal monatlich einen Joint.

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Ermittlungen gegen Dealer-Ring größeren Kalibers

Ins Visier der Polizei geriet Dennis K. vor gut zwei Jahren, als diese gegen einen Dealer-Ring offenbar größeren Kalibers in der vermeintlich idyllischen Kleinstadt ermittelte. „Wir haben uns schon gewundert, was überhaupt so in Eutin passiert“, merkte ein als Zeuge geladener Kommissar dazu an. Dennis K. sei für einen anderen Dealer „gelaufen“ – auch, um seinen eigenen Konsum von damals bis zu fünf Gramm Marihuana täglich zu finanzieren. Mindestens einmal habe er eine Lieferung von 200 Gramm der Droge bekommen, zudem wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung bei ihm neben Marihuana auch Speed und Ecstasy gefunden.

Von dieser Szene und diesem Leben habe sich Dennis K. jedoch deutlich gelöst, befand Richterin Farries. Deshalb erhielt er eine Geldauflage von 1000 Euro, die der 21-Jährige an die Drogenhilfe zahlen muss. Außerdem ordnete das Gericht die Einziehung von 1500 Euro an. Eine solche „Einziehung des Wertes von Taterträgen“ kann unter anderem erfolgen, wenn ein Angeklagter in illegale Geschäfte – in diesem Fall der Drogenhandel – verwickelt war, der Gegenstand des Geschäftes – das Marihuana – aber nicht mehr vorhanden ist (§ 73c des Strafgesetzbuches).

Von Sabine Latzel