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Ostholstein Freude über Imkernachwuchs: Doch es fehlt an Standorten für Honigbienen
Lokales Ostholstein Freude über Imkernachwuchs: Doch es fehlt an Standorten für Honigbienen
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15:00 18.08.2019
Cornelia Jäger und Andreas Steffen vom Imkerverein Oldenburg haben es die Honigbienen angetan. Quelle: Markus Billhardt
Oldenburg

 Die Gesellschaft verändert sich, überall im Vereinsleben ist fehlender Nachwuchs ein Problem. Anders bei den Imkern. Doch sie plagt eine andere Sorge, sie finden keinen Platz für ihre Völker. „Wir haben das Problem, dass wir des Öfteren keine Standorte für die Bienenvölker finden“, sagt Cornelia Jäger, Vorsitzende des Imkervereins Oldenburg und Umgebung von 1872.

„Innerhalb eines Jahres haben wir zehn neue Mitglieder unterschiedlichen Alters dazubekommen. Das finde ich eine tolle Sache“, sagt Jäger. Sie habe sogar noch mehr Anfänger in petto. „Doch wer nicht selbst ein großes Gelände hat, ist darauf angewiesen, dass Landwirte an ihren Feldern Honigbienen gestatten, öffentliche Flächen zur Verfügung gestellt werden oder Privatpersonen einen großen Garten haben.“ Bienenvölker seien kein Problem. Ableger könnten Mitglieder des Vereins abgeben.

Neuling hält Bienen im Museumshof

Glück hatte Andreas Steffen aus Lensahn. Er ist neu bei den Oldenburger Imkern und hat seit März seine eigenen Bienen. Er durfte seine zwei Völker in der Imkerhütte auf dem Museumshof in Lensahn unterbringen. „Ich bin von klein auf mit dem Museumshof verbunden. Es wird mir unentgeltlich ermöglicht, die sogenannte Immenschuer, sprich das Bienenhaus, aber auch die Schau-Schleuder und die Kinderküche zur Honigverarbeitung zu nutzen. Dafür wiederum stünde er Interessierten wie beim Bienentag am Sonntag, 8.  September, Rede und Antwort zu dem umfassenden Thema.

Cornelia Jäger und Andreas Steffen vom Imkerverein Oldenburg schauen, wie es den Honigbienen geht. Quelle: Markus Billhardt

So ein Umfeld hätte Andreas Steffen zu Hause nicht gehabt. „Außerdem hat meine Frau beim heimischen Garten ein deutliches Veto eingelegt“, sagt der 39-Jährige. Sonst hätte auch er vielleicht Landwirte fragen müssen. „Sie müssen nicht nur zustimmen, sondern gegebenenfalls auch die Rhythmen der Landschaftspflege ändern und dürften nur abends spritzen, wenn keine Bienen fliegen“, erläutert der Neu-Imker. Die Vorsitzende ergänzt: „Wenn Imker einen Spritzmittelschaden bei den Bienen nachweisen können, könnte den Bauern das sogar bei den EU-Förderungen Probleme machen. Das wäre ein Risiko.“

Das sind Ostholsteins Naturschutzgebiete

Während der Rapsblüte würden Landwirte gerne Bienen an ihren Feldern sehen, aber meistens nicht durchgehend über das ganze Jahr, berichtet Antje Hay, Vorsitzende des Imkervereins Ahrensbök und Umgebung von 1888. Aufgrund des großen Einzugsgebiets des Vereins, der mit rund 100 Mitgliedern einer der größten im Land ist, und bis ins Lübecker Stadtgebiet reicht, kenne sie aber viele Standortmöglichkeiten. „Besonders auf Obstflächen sind die Bienen sehr begehrt“, sagt Hay. Auch beim Imkerverein Fehmarn steht die Standortfrage noch nicht im Mittelpunkt, wie der Vorsitzende Klaus Kress sagt: „Wir haben noch Flächen.“ Und meistens reiche das eigene Grundstücke für drei bis fünf Bienenstöcker aus.

Wo Bienenvölker stehen sollten

Cornelia Jäger weiß, was wichtig bei der Ansiedlung der Tiere ist. Die Bienenvölker müssten für den Imker gut zugänglich sein, aber in dem Bereich sollten dennoch Spaziergänger nicht so einfach vorbeikommen können. Wasser sollte in der Nähe sein und natürlich vor allem blühende Pflanzen. „Ein Maisfeld rundherum nützt nicht viel“, sagt die Vorsitzende. Sie wirbt gerne leidenschaftlich für ihr Hobby und auch Andreas Steffen zieht viele Vorteile für sich daraus: „Ich wollte etwas ganz anderes zu meinem Beruf in der Bank machen. Bei der Imkerei geht es um die Natur – die Honigbienen sind immerhin das drittwichtigste Nutztier – es ist Erhalt von Tradition und die Arbeit mit den Insekten ist entspannend.“

Cornelia Jäger und Andreas Steffen vom Imkerverein Oldenburg ernten im Frühjahr und im Sommer den Honig ihrer Bienen. Quelle: Markus Billhardt

Wer sich für die Imkerei interessiert, bekommt bei Imkervereinen wie in Oldenburg und Ahrensbök einen Paten an die Hand. „Sie laufen mit den erfahrenen Imkern mit und gehen ihnen auch zur Hand“, erklärt Antje Hay. Sie selbst habe jedes Jahr junge Leute bei sich, die das Handwerk erlernen möchten. Andreas Steffen hat in Cismarfelde seine ersten Schritte mit den Bienen gemacht und in diesem Jahr schon seine ersten eigenen 45 Kilogramm an Honig ernten können. Jetzt zum Ende der Flugsaison bereitet er seine Völker auf den Winter vor und hofft auf einen guten Ertrag im kommenden Jahr.

Imkern in Ostholstein

Der Imkerverein Oldenburg in Holstein und Umgebung von 1872 hat rund 50 Mitglieder. Jeden ersten Mittwoch im Monat findet um 19.30 Uhr ein Klönschnack in der Sportlerklause des Oldenburger SV am Schauenburger Platz statt.

Kontakt gibt es zur Vorsitzenden, Cornelia Jäger, unter Telefon 01 72/938 26 94 oder per E-Mail an cjaeger184@yahoo.de.

Ansprechpartner zu anderen Imkervereinen finden Interessierte im Internet beim Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker, www.imkerschule-sh.de.

Von Markus Billhardt

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