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Ostholstein Freundin in Gremersdorf getötet: Staatsanwaltschaft und Verteidigerin legen Revision ein
Lokales Ostholstein Freundin in Gremersdorf getötet: Staatsanwaltschaft und Verteidigerin legen Revision ein
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16:00 02.12.2019
De Angeklagte verbirgt sein Gesicht vor den Kameras. Im Hintergrund sind zwei Justizvollzugsbeamte. Quelle: Sebastian Rosenkötter
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Lübeck/Gremersdorf

Dass ein 23-Jähriger seine Freundin am 16. Februar dieses Jahres in der Gemeinde Gremersdorf getötet hat, ist erwiesen. Der Mann hatte die Tat während des Prozesses vor der I. Großen Strafkammer des Lübecker Landgerichts gestanden. Er wurde am 19. November zu zwölf Jahren Haft verurteilt – wegen Totschlags und nicht wie von Staatsanwältin Ann-Sofie Portius gefordert wegen Mordes. Bereits kurz nach der Verkündung des Urteils durch Richter Christian Singelmann kündigte sie an, eventuell in Revision zu gehen, und eben dies hat sie nun getan. Selbiges gilt für die Verteidigerin, sie hat jedoch andere Gründe.

Urteilsbegründung soll überprüft werden

Dr. Ulla Hingst, Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft, betonte, dass die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen beantragt hatte. „Dem ist das Gericht nicht gefolgt. Wir werden bei Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung sorgfältig prüfen, ob die Begründung des Gerichts für die Ablehnung der Mordmerkmale widerspruchsfrei und rechtlich tragfähig erscheint“, erklärte sie. „Halten wir das Urteil mit den Mitteln der Revision, bei der eine Überprüfung nur auf Rechtsfehler erfolgt, für angreifbar, so werden wir das Revisionsverfahren durchführen lassen. Sehen wir keine Erfolgschancen, müssten wir entscheiden, ob wir das Rechtsmittel zurücknehmen.“

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Für die Begründung der Revision gilt eine Frist von vier Wochen. „Danach gehen die Akten dann über den Generalbundesanwalt an den Bundesgerichtshof zur Entscheidung“, sagte Hingst.

Die Tat, der Prozess, das Urteil

Der gewaltsame Tod einer 28 Jahre alten Frau aus Oldenburg sorgte im Februar 2019 für Aufsehen. Die Polizei suchte mithilfe von teils schockierenden Bildern, die das Übel zugerichtete Gesicht der Asylbewerberin aus dem Iran zeigten, nach Zeugen. Bereits wenige Tage nach der Tat gab es eine Festnahme. Hier lesen Sie, was passiert ist.

Langer Weg bis zur Entscheidung

Lena Alpay-Esch, Verteidigerin des Verurteilten, teilte ebenfalls mit, dass sie Revision eingelegt habe. „Das schriftliche Urteil bleibt nun abzuwarten. Erst dann muss die Revision begründet werden, insofern kann ich zu den Gründen derzeit nichts sagen“, betonte sie.

Wie der Sprecher des Lübecker Landgerichts, Stephan Bahlmann, mitteilte, hat der Vertreter der Nebenklage ebenfalls Revision eingelegt. „Die Revisionseinlegung führt zu einer Überprüfung des Urteils auf etwaige Rechtsfehler durch den Bundesgerichtshof. Mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs dürfte – vorsichtig prognostiziert – kaum vor Mitte 2020 zu rechnen sein“, erklärte er den weiteren Weg.

Der Tod der 28-Jährigen hatte vor allem aufgrund einer großen Öffentlichkeitsfahndung mit Fotos des verunstalteten Gesichts des Opfers für Aufsehen gesorgt. Hinzu kam, dass der Täter mindestens 34 Mal auf die Frau eingestochen hat und sie anschließend nahe eines Feldweges liegen ließ.

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Von Sebastian Rosenkötter

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