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Ostholstein Fridays for Future: Junge und Ältere demonstrieren Seite an Seite
Lokales Ostholstein Fridays for Future: Junge und Ältere demonstrieren Seite an Seite
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15:02 24.05.2019
Auch durch die Stolbergstraße zogen Schüler und Erwachsene bei ihrer Demonstration am Freitag in Eutin. Quelle: Sabine Latzel
Eutin

„Oma findet: Ihr habt recht“ steht auf dem Plakat, das Frauke Bodelschwingh auf dem Eutiner Markt in die Höhe reckt. Die 68-Jährige hat sich den etwa 200 Schülern angeschlossen, die im Zuge von „Fridays for Future“ für den Klimaschutz demonstrieren. Die Erwachsenen sollten sich der Bewegung anschließen, haben die Demo-Organisatoren im Vorfeld gefordert – mit einigem Erfolg.

Drei Stunden Schule, dann drei Stunden Demo

Der mittlerweile bekannte Schlachtruf „Hopp, Hopp, Hopp, Kohlestopp“ erklingt gegen 11.30 Uhr an diesem Freitag in der Stolbergstraße und wenig später auf dem Eutiner Markt. „Wir schwänzen nicht, wir kämpfen“: Dieses Motto haben die Aktiven von der Weber- und der Voß-Schule dem Zug vorangestellt. Ihr Kompromiss: drei Stunden Schule, dann drei Stunden Demo – deshalb sind sie erst um 10.30 Uhr losmarschiert. Dieses Mal wollen sie kurz vor der Europawahl ein Zeichen setzen. Die Schüler wollen keine bestimmte Partei empfehlen – sondern dass die Wähler ihr Kreuz dort machen, wo eine verantwortungsvollere Klima-Politik zu erwarten ist.

Zu sagen: „Uns betrifft das mit dem Klima in Zukunft nicht mehr“ sei der falsche Ansatz, haben die Organisatoren mit Blick auf die Erwachsenen erklärt – und einige dieser Erwachsenen sehen das offenbar genauso. Besonders tapfer ist Henning von Schöning, der 1984 an der Voß-Schule Abitur gemacht hat und an diesem Freitag im Eisbär-Kostüm vor dem Eutiner Rathaus ordentlich ins Schwitzen gerät – ein kleiner Vorgeschmack auf die möglichen Folgen des Klimawandels.

Der „Eisbär“ fürchtet um seine Eisscholle

„Es hießt ja ausdrücklich, dass die Älteren mitmachen sollen, und darüber habe ich mich gefreut“, sagt der 54-Jährige. Er selbst fahre viel Fahrrad und Bahn, besitze kein eigenes Auto und habe sein Haus in energetischer Hinsicht auf den neuesten Stand gebracht. „Lasst meine Eisscholle nicht wegschmelzen“ steht auf seinem „Eisbär“-Plakat.

Auch andere Demonstranten beweisen erneut Kreativität. „Findet Nemo!“ heißt es über dem Bild eines Fischskeletts inmitten von Plastikmüll. „Tod durch Plastik“ mahnt auch die Zeichnung eines Delfins mit dem Maul voller Plastik. „Rettet die Pinguine“, fordert ein Junge. „Passen wir alle auf den Mond?“, fragt ein anderer. „Gestern habe ich am Südpol Schneemänner gebaut, morgen baue ich dort Sandburgen“, lautet eine Befürchtung – und über einem gigantischen Kohlebagger auf der Erdkugel steht: „Bagger mich nicht an.“

Fahrrad und Zug statt Flugzeug und Kreuzfahrtschiff

Auf Plattdeutsch stellt Christian Grantz klar: „Oller Mann för Kinners Tokunft“. „Sie haben uns eingeladen, und wir kommen gern“, meint der 68-Jährige mit Blick auf die singenden Schüler auf dem Markt. Ein Jugendlicher spielt Gitarre, zur Melodie von „Bella Ciao“ stimmen sie an: „We need to build a better future and we need to start right now.“

Christian Grantz versucht ebenfalls, etwas für das Klima zu tun. „Ich bin viel zu Fuß und mit dem Rad unterwegs, habe immer einen Stoffbeutel bei mir und nehme für weite Strecken die Bahn.“ Die bevorzugt auch die gleichaltrige Frauke Bodelschwingh mit dem „Oma findet: Ihr habt recht“-Plakat. „Fahrrad und Zug, und für die Nachtfahrten zum Bahnhof haben wir ein kleines E-Auto“, berichtet sie. Zudem wohnen sie und ihr Mann „in einem gut isolierten Haus“ und üben sich in puncto Urlaub in gewisser Hinsicht in Verzicht: „Wir machen keine Flugreisen und keine Kreuzfahrten.“

Laut und bunt sind die „Fridays for Future“-Demos, auch in Eutin – und kreativ und bunt sind die Plakate der Klimaschützer. Hier gibt es eine kleine Auswahl zu sehen.

Sabine Latzel

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