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Ostholstein So schön sind Fehmarns fünf Leuchttürme
Lokales Ostholstein So schön sind Fehmarns fünf Leuchttürme
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20:25 28.04.2019
Die beiden Leuchttürme Strukkamphuk (vorne links) und Flügge (hinten) tragen ihr weißes Signalfeuer weit hinaus in den Fehmarnsund und auf die Ostsee. Quelle: LN-Archiv
Fehmarn

Sie stehen bei Wind und Wetter ihren Mann, leiten die Schifffahrt bei jedem Wetter sicher durch die Gewässer und gehören zum Meer wie das Salz in die Suppe: die Leuchttürme. Allein auf der Ferieninsel Fehmarn stehen fünf der traditionellen, maritimen Wahrzeichen und begeistern Urlauber und Ausflügler mit ihrem unverwechselbaren Charme. Wir stellen Ihnen Strukkamphuk, Flügge, Westermakelsdorf, Marienleuchte und Staberhuk im Uhrzeigersinn vor:

Klicken Sie hier, um Bilder der Leuchttürme auf Fehmarn zu sehen!

Winziges Ferienparadies am Fehmarnsund

Los geht es im Südwesten der Insel Fehmarn mit dem Leuchtturm Strukkamphuk. Eingerichtet wurde das Leuchtfeuer 1872. Aus einer damals noch allabendlich an einem Mast hochgezogenen Laterne wurde im Lauf der Zeit der nur sieben Meter hoch stehende und heute elektrisch betriebene Betonturm. Auch wenn er der kleinste seiner Art auf der Insel ist, spielt Strukkamphuk doch eine wichtige Rolle: Im Zusammenspiel mit dem Leuchtturm Flügge dient der weiße Betonturm auch heute noch als wichtiger Peilpunkt und leitet die Schiffe sicher durch den Sund. Der Leuchtturm wird heute von der Verkehrszentrale in Travemünde fernüberwacht. Der winzige nur etwa 16 Quadratmeter große Gasgeräteschuppen auf dem umzäunten Gelände wird heute von dem Ehepaar Oltmanns aus Bremen in den Ferien bewohnt. Sie haben das Häuschen vom Wasser- und Schifffahrtsamt gepachtet und zu einem urgemütlichen Ferienhaus umgebaut: mit Wohnzimmer, Mini-Schlafzimmer, Kochstelle, Mini-Bad und einer Mini-Kammer mit Etagenbetten für die Enkel. Wer höflich anfragt, den lässt Sabine Oltmanns auch schon mal aufs Grundstück und erläutert den Besuchern ihr winziges Ferienparadies am Fehmarnsund.

Hier stehen die Insel-Leuchttürme

162 Stufen und den Ausblick genießen

Weiter geht’s zum Leuchtturm Flügge: 1870 wurde auf dem Südwestzipfel der Insel mit dem Bau eines nur 16 Meter hohen Leuchtturms mit achteckigem Grundriss begonnen, der 1872 fertiggestellt wurde. Bis 1892 war der Turm gelb und danach hellrot mit dunkelroten Streifen angestrichen. 1914/15 entstand direkt neben dem alten Leuchtturm ein neuer Turm, der mit 38 Metern mehr als doppelt so hoch und damit gleichzeitig der höchste Leuchtturm Fehmarns ist. Nach der Renovierung von 2009 bis 2011 ist er in seiner ursprünglichen Backsteinoptik zu sehen. Da dieser Leuchtturm als einziger von Fehmarns Leuchttürmen bestiegen werden kann, sollte man sich unbedingt einmal die Mühe machen und die 162 Stufen erklimmen, um dann einen einmaligen Ausblick genießen zu können. Der Leuchtturm ist von April bis Ende Oktober dienstags bis sonntags (10 bis 17 Uhr) geöffnet, montags geschlossen. Auch Trauungen finden hier statt. Viele Hochzeitspaare haben sich unten im Eingangsraum bereits da Ja-Wort gegeben.

Linse seit 1924 bis heute in Betrieb

Der Leuchtturm Westermakelsdorf wurde an der Nordwestecke der Insel Fehmarn, hinter dem Deich, errichtet und weist der Schifffahrt als Orientierungs- und Warnfeuer den Weg in den Fehmarnbelt. Der ursprünglich rund zehn Meter hohe Turm wurde 1902 auf die heutige Höhe von 17,7 Metern erhöht. Nebenan befinden sich noch weitere Einrichtungen der Schifffahrt und der Meteorologie. Die seit 1924 verwendete Gürtellinse mit 250 Millimeter Brennweite ist noch heute in Betrieb. Der achteckige Turm aus Backsteinmauerwerk mit einer Galerie steht unter Denkmalschutz. Ein Wohnhaus ist direkt angebaut. Turm und Gebäude sind gelb gestrichen, die aufgesetzte Laterne rot. Nicht weit von hier lag bis Ende 1984 das Feuerschiff Fehmarnbelt, das heute in Lübeck zu besichtigen ist. Heute befindet sich an der Stelle des Feuerschiffs auf offener See eine unbemannte Blinktonne.

Altes Feuer verlöschte nach 135 Jahren

Marienleuchte ist Fehmarns erster Leuchtturm an der Nordost-Ecke der Insel (Ohlensborg Huk). Er wurde ursprünglich zu Ehren der dänischen Königin Marie Sophie Frederikke (von Hessen-Kassel), der Gemahlin König Frederiks VI, errichtet. Am 28. Oktober 1832 war die Königin bei der Einweihung (gleichzeitig ihr 65. Geburtstag) anwesend und noch heute sind an der Ostseite die am Turm angebrachten Insignien der Königin erhalten. Fehmarn stand seinerzeit unter dänischer Herrschaft, und da viele Schiffe an den Untiefen vor Puttgarden scheiterten und die Leuchttürme auf dänischer Seite nicht genügend Reichweite hatten, um als Orientierungshilfe dienen zu können, wurde das Leuchtfeuer gebaut. Da eine erforderliche Erhöhung des Turmes wegen des schlechten baulichen Zustandes aber nicht möglich war, wurde 1964 nördlich des alten Turmes ein schlanker 33 Meter hoher Stahlbeton-Leuchtturm errichtet, der zusätzlich einen roten Warnsektor für den Fähr-Querverkehr der Vogelfluglinie zeigt. Nach einer Dienstzeit von 135 Jahren verlöschte damals das Licht der alten Marienleuchte auf Fehmarn.

Expressionist machte den Leuchtturm berühmt

An der südöstlichsten Spitze Fehmarns wurde direkt an der Steilküste 1903 mit den Bauarbeiten für den jüngsten Leuchtturm Staberhuk auf der Insel begonnen. Ursprünglich wurden gelbe Backsteine verwendet, die jedoch auf der Westseite den wechselnden Witterungsverhältnissen nicht standhielten und gegen rote Ziegelsteine ausgewechselt wurden, wodurch der Leuchtturm eine wohl einzigartige Charakteristik erhielt. Auffällig ist die besondere Stämmigkeit des Turms, da dieser keine gewöhnliche Laterne tragen sollte, sondern die gusseiserne Konstruktion des ehemaligen Leuchtturms von Helgoland. 1908 reiste der Maler Ernst Ludwig Kirchner mit seiner damaligen Freundin, der Fotografin Emmi Frisch, nach Fehmarn, wo er sich beim Leuchtturmwärter von Staberhuk einquartierte. Auch in den Jahren 1912 bis 1914 hielt sich der Mitbegründer der bekannten Künstlergruppe „Brücke“ auf der Insel auf, wo eine große Zahl seiner Werke entstand.

Buchtipp: Feuer an deutschen Küsten

Wer sich für Leuchttürme begeistern kann, sie mit Seefahrerromatik und langlebiger Technik verbindet, dem sei das Buch von Erik Delfs empfohlen: „Feuer an deutschen Küsten – Ein Reiseführer zu den Leuchttürmen an Nord- und Ostsee“. Erschienen ist das Buch im DSV-Verlag. Auf 231 Seiten beschreibt der Autor fast alle deutschen Leuchttürme an der Nord- und Ostseeküste. Es gibt immer ein großformatiges Foto des Leuchtturmes und eine weitere Seite für die Entstehungsgeschichte, technischen Daten und örtlichen Besonderheiten.

Alle fünf Leuchttürme Fehmarns stehen übrigens seit September 2003 als maritime Wahrzeichen unter Denkmalschutz. Als letzte rückten die Leuchtfeuer in Flügge und Strukkamphuk nach. Zuvor waren bereits Westermarkelsdorf, Marienleuchte und Staberhuk ins Denkmalbuch aufgenommen worden.

Louis Gäbler

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