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Ostholstein Gefesselter vom Friedhof steht vor Gericht
Lokales Ostholstein Gefesselter vom Friedhof steht vor Gericht
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13:24 22.01.2019
Die Auffahrt am Parkplatz zum Waldfriedhof in Timmendorfer Strand ist abgesperrt. Hier wurde der Vermisste gefunden. Quelle: Martina Janke-Hansen
Timmendorfer Strand

Mitte Oktober sorgte ein gefesselter Mann auf dem Waldfriedhof an der Bundesstraße 76 in Timmendorfer Strand für Aufregung. Der Lübecker hatte mehrere Schnittverletzungen und gab an, entführt worden zu sein. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft war dies gelogen. Der 39-Jährige muss sich ab dem 23. Januar vor dem Lübecker Landgericht verantworten.

Er soll eine Straftat vorgetäuscht haben. Zudem wird ihm Betrug und Urkundenfälschung, ein schwerer Raub und ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.

Der verletzte 38-Jährige in Timmendorfer Strand ist am Montagabend von zwei Frauen gefunden worden. Offenbar wurde er aus einem Auto auf den Parkplatz geworfen.

Mit falschen Zeugnissen zum Schulleiter

Laut Gericht soll der Angeklagte zunächst im August 2017 mit Hilfe von gefälschten Ausbildungszeugnissen einen Job in einer offenen Ganztagsschule bekommen haben. Darüber hinaus soll er sich im Juli 2018 in die Penny-Filiale am Ziegelteller in Lübeck vor dem abendlichen Ladenschluss versteckt und die Angestellten, nachdem diese das Geschäft verschlossen hatten, unter Vorhalt einer Softairpistole zur Herausgabe von Tageseinnahmen in Höhe von über 4000 Euro gezwungen haben. Etwa einen Monat später hätten Polizisten bei der Durchsuchung des Fahrzeugs des Angeklagten zwei verbotene Einhandmesser sichergestellt.

Die Polizei ermittelte noch in der Nacht des Raubüberfalls am Lübecker Ziegelteller. Quelle: Holger Kröger (LN-Archiv)

Freunde in Sorge: Suchaktion im Internet

Doch damit nicht genug: Mitte Oktober 2018 wurde der Mann – wie erwähnt – auf dem Friedhof in Timmendorfer Strand entdeckt. Später soll er gegenüber der Polizei behauptet haben, von unbekannten Tätern in seiner Wohnungen überfallen und anschließend mehrere Tage lang gefangen gehalten worden zu sein. Anschließend sei er auf den Waldfriedhof gebracht und dort an eine Bank gefesselt zurückgelassen worden. Während er verschwunden war, hatten Freunde ihn über Facebook gesucht und sich scheinbar große Sorgen gemacht. Letztendlich wurde der Lübecker von Zeugen gefesselt und verletzt aufgefunden.

Das Gericht hat drei Verhandlungstage anberaumt und bislang 15 Zeugen und eine Sachverständige geladen. Die LN werden berichten.

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Sebastian Rosenkötter

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