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Ostholstein Geflüchtete lernen Demokratie kennen
Lokales Ostholstein Geflüchtete lernen Demokratie kennen
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17:19 05.07.2019
Die Teilnehmer des Mentoringprogramms „Landgewinn“. Zum Ende des ­Projektes erhielten die 25 Geflüchteten Zertifikate. Quelle: FOTO: hfr
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Eutin

Mit einer feierlichen Abschlussveranstaltung ist beim Kreis Ostholstein das kommunal-politische Mentoring-Programm „Landgewinn“ der Awo (Arbeiterwohlfahrt) Schleswig-Holstein zu Ende gegangen. Im Rahmen dieses Programmes haben Geflüchtete vier Monate lang Kommunalpolitiker bei ihrer Arbeit begleitet und konnten so die politischen Abläufe vor Ort kennenlernen.

Seminare und Besuche im Bundestag

Ergänzend nahmen sie an sechs Wochenenden an Seminaren teil, in denen die Grundlagen des politischen Systems in Deutschland und die Möglichkeiten der Mitgestaltung in einer Demokratie vermittelt wurden. Neben den praktischen Erfahrungen in Ostholstein boten eine Fahrt nach Berlin, ein Besuch des Deutschen Bundestages und ein Treffen mit Bundestagsabgeordneten Einblick in die politische Arbeit auf Bundesebene.

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Möglichkeiten sich zu engagieren

„Demokratie ist ein aktiver Prozess, an dem viele Menschen beteiligt sind. Teilweise können die eigenen Interessen nicht durchgesetzt werden, auch dieses gehört zur Demokratie dazu“, erklärte Rainer Rübenhofer (Grüne), 2. stellvertretender Kreispräsident, in seinem Grußwort. Trotzdem sei er überzeugt, dass die Demokratie die beste Regierungsform sei. Von diesen Demokratie-Prozessen konnten sich die 25 Geflüchteten, die als Mentees an dem Programm teilgenommen haben, in den vergangenen vier Monaten überzeugen. Darüber hinaus haben sie aber auch viele andere Möglichkeiten kennengelernt, sich unabhängig von der Parteipolitik gesellschaftlich zu engagieren, in Vereinen und Initiativen.

Mitgestaltung als Novum

„Genau diese Freiheit, sich einzubringen, ist es, weshalb die Teilnehmer nach Deutschland geflüchtet sind“, macht Torsten Geerdts, Staatssekretär im Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration Schleswig-Holstein, deutlich. Hier böten sich Möglichkeiten der Mitgestaltung, die in ihren Herkunftsländern nicht zu finden seien.

Zum Abschluss des Projektes wurden nun durch den Staatssekretär die Teilnahmezertifikate an die Geflüchteten sowie an die Politiker übergeben.

Louis Gäbler