Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Seelöwen-Projekt in Süsel darf weitergeplant werden
Lokales Ostholstein Seelöwen-Projekt in Süsel darf weitergeplant werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:45 30.03.2019
John Burke kann mit den Planungen für das Seelöwen-Projekt am Süseler Baum fortfahren. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Süsel

Angespannt verfolgten John und Isa Burke die Sitzung der Süseler Gemeindevertretung am Donnerstag. Erst unter den letzten Tagesordnungspunkten wurde ihr Vorhaben diskutiert: am Süseler Baum das Schwimmen mit ihren Seelöwen, auch als therapeutisches Schwimmen gedacht, anzubieten. Im Planungsausschuss hatte das Tiertrainerpaar jüngst ein Nein für sein Vorhaben hinnehmen müssen. Die Gemeindevertretung gab jetzt aber zur großen Erleichterung der Burkes grünes Licht, sodass sie die Planungen für das Projekt fortsetzen können.

Duldung für die Seelöwen wäre am 1. April abgelaufen

Verstohlen wischte sich Isa Burke nach der Entscheidung des Gremiums (zwei Enthaltungen) Tränen aus dem Gesicht. „Wir dachten schon, wir müssten hier verschwinden“, sagte sie. Denn am 1. April läuft die Duldung für die Seelöwen auf ihrem jetzigen Gelände am alten Bujendorfer Bahnhof aus. Hätte die Gemeindevertretung der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das Grundstück am Süseler Baum 5 nicht zugestimmt, „dann hätte der Kreis dem Ehepaar eine Frist von drei, vier Wochen eingeräumt, die Tiere woanders unterzubringen“, erklärte Bürgermeister Adrianus Boonekamp (CDU). „Ich bin nach wie vor von dem Projekt überzeugt. Schon in der kommenden Woche wird es Gespräche mit Burkes, ihrem Architekten und der Bauverwaltung geben“, berichtete er. Isa Burke bestätigte: „Der Durchführungsvertrag soll aufgesetzt werden.“

Gewerbe am Süseler Baum nicht beeinträchtigen

Den hatte Susanne Stange, Fachdienstleiterin Stadt- und Gemeindeplanung, zusammen mit dem B-Plan und einem Ausführungsplan des Architekten als jetzt erforderlichen „Dreiklang“ bezeichnet. Befürchtungen aus der Gemeindevertretung, dass das bestehende Gewerbe am Süseler Baum einen Nachteil durch das Seelöwen-Projekt erleiden könne, indem es möglicherweise irgendwann heiße, „es ist zu laut, das können die Tiere nicht vertragen“, trat sie entgegen. Auch einen Gnadenhof werde es am Süseler Baum nicht geben. „Wir koppeln den B-Plan an das Vorhaben. Das wird keine Wundertüte, sondern so konkret, wie das Planungsrecht es zulässt.“

Schwimm-Stunden werden sich vermutlich verzögern

Dass die vier Seelöwen „Lou“, „Micky“, „Ozzy“ und „Lunita“ allerdings bereits Ende Juni in ihren neuen Pools am Süseler Baum schwimmen könnten, wie John und Isa Burke noch vor Kurzem hofften, klang am Donnerstag eher unwahrscheinlich. „Wir werden uns zu dem Thema sicher noch zwei-, dreimal in Sitzungen treffen“, sagte Susanne Stange. Die Verzögerung nimmt Isa Burke gerne hin: „Das lässt sich nicht ändern. Hauptsache, wir können hier bleiben.“

Weitere Artikel über das Seelöwen-Projekt

Politiker besuchen Seelöwen:
Neue Hoffnung für Seelöwen-Projekt

Spektakuläre Pläne in Süsel:
Tiertrainer plant Attraktion in Süsel: Mit Seelöwen in den Pool steigen

Die Seelöwen sind sehr zutraulich:
Tiertrainer wollen Schwimmen mit Seelöwen anbieten

Dämpfer für Tiertrainer:
 Seelöwen-Projekt in Süsel auf der Kippe

Ulrike Benthien