Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land: Das braucht Ostholstein
Lokales Ostholstein Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land: Das braucht Ostholstein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:38 04.11.2019
Fordert gleiche Bedingungen für Land und Stadt: Reinhard Sager (CDU). Er ist nicht nur Ostholsteins Landrat, sondern zugleich auch Präsident des Deutschen Landkreistages (DLT). Quelle: Gäbler
Ostholstein

Ein guter Breitbandausbau, kurze Entfernungen zum Arzt, öffentlicher Nahverkehr und schnelles Internet – was in vielen Städten selbstverständlich ist, darauf warten die Menschen auf dem Land zum Teil noch immer. Die Bundesregierung will zwar gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilen Deutschlands. „Reine Lippenbekenntnisse reichen aber nicht aus“, sagt Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU), zugleich Präsident des Deutschen Landkreistages (DLT). Seine Forderung: In Ostholstein muss nachgebessert werden.

In Ostholstein muss nachgebessert werden

„Es geht darum, für die Menschen in den ländlichen Räumen echte Ankerpunkte und Bleibeperspektiven zu schaffen und diese auch zu erhalten. Aus den verschiedenen Faktoren für attraktive Lebens- und Wirtschaftsstandorte muss ein wirksames Paket zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse geschnürt werden“, fordert Sager nachdrücklich.

Viele weiße Flecken beim Glasfaserausbau

Für Ostholstein listet Sager eine ganze Reihe an Einschränkungen auf, mit denen die Menschen leben müssten: „In Sachen Glasfaserausbau gibt es noch viele weiße Flecken. Der Ausbau schreitet zwar voran, das braucht aber Zeit. Am Ende muss ganz Ostholstein so versorgt sein, dass die Anforderungen unserer immer digitaler werdenden Welt überall im Kreis erfüllt sind.“

5-G-Standard muss flächendeckend kommen

Ähnlich sehe es bei dem Ausbau des Mobilfunknetzes aus. „Die flächendeckende Versorgung mit dem neuen 5-G-Standard muss im gesamten Kreisgebiet gewährleistet werden – in der Fläche genauso wie in den städtischen Bereichen“, fordert Sager.

Bezahlbarer Wohnraum für Familien

Ein weiterer Punkt: Bezahlbarer Wohnraum müsse vorhanden sein, sodass alle Menschen, die auf dem Land leben möchten, dies auch tun könnten. Die touristische Erschließung des Kreises schreite voran, Ostholstein sei die beliebteste Urlaubsregion Deutschlands, wodurch natürlich auch Arbeitsplätze geschaffen würden. „Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Beschäftigten und ihre Familien auch entsprechenden Wohnraum finden. Hier kommen wir mit Aktivitäten der WoBau Ostholstein, weiterer Unternehmen und den Gemeinden schon gut voran“, sagt der Landrat.

Strukturelle Förderungen seien unerlässlich

Ostholstein bietet in vielerlei Hinsicht einen attraktiven Lebensraum, in dem viele Menschen nicht nur ihren Urlaub verbringen, sondern ihren Lebensmittelpunkt einrichten möchten. Strukturelle Förderungen zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse sind unerlässlich, um die Attraktivität des Kreises zu steigern und damit auch qualifizierte Fachkräfte zu uns zu holen“, betont Sager.

Berlin im Juli 2019: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU, links), Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei der Präsentation der Ergebnisse der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Als DLT-Präsident Sprachrohr für 294 Kreise

Befragt zu seiner Funktion als Präsident des Deutschen Landkreistages, meinte Sager: „In erster Linie bin ich ostholsteinischer Landrat. Für ganz Deutschland geht es mir aber auch darum, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen. In Ostholstein haben wir ähnliche Probleme wie die übrigen Flächenkreise im Bund.“ Deshalb nehme er als DLT-Präsident seine Aufgabe als Sprachrohr für alle 294 Kreise in Deutschland gegenüber der Regierung sehr ernst und dränge auf die zügige Umsetzung struktureller Fördermaßnahmen für den ländlichen Raum.

Sager abschließend: „Den Ankündigungen der Bundesregierung müssen nun dringend Taten folgen. Es geht darum, etwas für die ländlichen Räume zu erreichen und dadurch einer weiteren Entfremdung von ländlichen und städtischen Räumen entgegenzuwirken. Die Menschen im Land erwarten zu Recht von der Politik, dass diese Herausforderungen gelöst werden.“

Lesen Sie auch:

Von Louis Gäbler

Auf einem Recyclinghof in Lensahn ist es zu einer starken Rauchentwicklung gekommen. Etwa 7000 Kubikmeter Grünschnitt sind in Brand geraten. Der Einsatz dauert mehrere Stunden.

04.11.2019

Auf 6400 Quadratmeter sollen Bienenweiden entstehen. Die „SH Netz“ will unter anderem das Gelände rund um die Umspannwerke in Göhl und Cismar nutzen. Insektenhotels könnten folgen.

03.11.2019

Ohne einen sechs Millionen Euro teuren Ersatzbau für die marode Tribüne müssten die Eutiner Festspiele ihren Betrieb einstellen. Geld vom Bund ist bereits zugesagt – die Mittel fließen jedoch nur, wenn die Stadt Eutin sich auch beteiligt.

03.11.2019