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Ostholstein Brauerei expandiert und experimentiert
Lokales Ostholstein Brauerei expandiert und experimentiert
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10:01 21.12.2018
Braumeister Steve Michalak erklärt Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (Mitte) die neue Bierbrauanlage, in die der Inhaber Olaf Klüver (2. von rechts) 600 000 Euro investiert hat. Mit dabei: der Geschäftsführer der norddeutschen Brauereiverbände Michael Scherer (hinten, l.) und Vertriebsleiter Frans Ijben. Quelle: Dirk Schneider
Gleschendorf

 Es riecht noch nach Malz und Hefe, doch der Sudkessel ist bereits leer. Aber auch ohne die blubbernden Blasen in dem Stahlbottich gelingt es Braumeister Steve Michalak dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) die Kunst des Bierbrauens näherzubringen. Auf Einladung des norddeutschen Brauereiverbands besuchte Buchholz die Klüver-Feinkost-Manufaktur im Gleschendorfer Gewerbegebiet. Das mittelständische Familienunternehmen hat nach Angaben von Inhaber Olaf Klüver an diesem Standort rund 600 000 Euro in eine moderne Brauanlage investiert.

„Die gemälzte Gerste wird in dieser Mühle geschrotet und fällt dann in den Tank, der mit 40 Grad warmen Wasser gefüllt ist“, erklärte Steve Michalak. Die Maische werde dann langsam und mittels eines Rührwerks gleichmäßig erhitzt, bis sich die Stärke in Zucker umwandele. Für weitere Prozesse wandere die breiige Flüssigkeit durch den Läuterbottich und den Sudkessel, wo der Hopfen zugegeben werde, bis in den Whirlpool. Hier werde gekochte Würze ausgeschlagen und abgekühlt, und nach dem Zusetzen von Brauwasser und Hefe in den Gärtank geleitet. „Fast alle Arbeitsschritte laufen in unserer neuen Anlage vollautomatisch ab“, sagte Michalak und zeigte auf ein großes Display der Steuerungseinheit. So könnten die Rezepte, die man für die elf eigenen verschiedenen Biersorten entwickelt habe, mit einem Klick aktiviert und pro Tag zwei Sude à 1000 Liter angesetzt werden, erklärte der Braumeister.

Klüver setzt auf Zutaten aus der Region

Der Neubau in Gleschendorf war nötig. „Auf diese Weise entlasten wir unsere alte Brauerei in Neustadt am Hafen“, sagte Klüver. Denn an dem traditionellen Standort sei man vor allem aufgrund der begrenzten Fläche mit den Lagertanks und der Abfüllanlage an die Grenze des Wachstums geraten“, erläuterte Klüver. „Da habe es nahegelegen, die Produktionsstätte in Gleschendorf um eine zweite Brauanlage zu erweitern. Und diese habe so viel Kapazität, dass man auch Fremdaufträge annehmen könne. Aktuell seien individuelle Craft-Biere in, deren sehr unterschiedliche Rezepturen schnell eingelesen und umgesetzt werden könnten.

In der alten Brauerei würden jetzt in erster Linie für den „Eigenbedarf“ der Gastronomie vor Ort produziert sowie neue Spezialitäten entwickelt, sagte Klüver. Dabei setze das Unternehmen fast ausschließlich aus Zutaten aus der Region. „Unsere Gerste kaufen wir bei Landwirten aus Ostholstein, die dann nach unseren Vorgaben gemälzt wird“, betonte Klüver. Und manchmal experimentiere man auch mit ganz anderen Produkten.

Neue Erfindung: Bier aus Algen

Neueste Entwicklung sei ein Bier auf Algenbasis. „Das Ergebnis ist sicherlich Geschmackssache“, beschrieb Klüver den Prototyp als eher lieblich. „Ich kann mir aber vorstellen, dass es in einer Sushi-Bar der ideale Begleiter zu Essen ist.“ Auch Fischrestaurants könnten zur Zielgruppe gehören, wobei der norddeutsche Biergeschmack doch deutlich herber geprägt sei. Letztlich habe aber auch das Algenbier als regionales Nischenprodukt seine Berechtigung. „Die Algen kommen frisch aus der Ostsee, regionaler geht es kaum“, sagte Klüver.

Bei einem Rundgang zeigte Klüver dem Minister dann noch die Altonaer Öfen, in denen der frisch angelandete Fisch über entrindetem Buchenholz –„das gibt ein milderes Aroma ohne Bitterstoffe“– geräuchert werden und die Großküche in der Klassiker wie Grünkohl, Erbsensuppe, Kohlrouladen oder Hühnerfrikassee zubereitet und eingeweckt werden.

„Es ist eindrucksvoll, wie dieser mittelständische Betrieb traditionelle Werte und innovative Ansätze miteinander verbindet“, sagte der Wirtschaftsminister.

Dirk Schneider

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