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Ostholstein Gosch-Neubau: Wann geht es in Niendorf los?
Lokales Ostholstein Gosch-Neubau: Wann geht es in Niendorf los?
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17:00 10.10.2019
Ein Loch klafft am Niendorfer Balkon, und das schon ziemlich lange: Hier soll eigentlich ein Neubau mit Gosch-Lokal im Erdgeschoss entstehen. Quelle: Sabine Latzel
Niendorf

Seit eineinhalb Jahren flankiert eine Riesen-Baustelle den schicken Niendorfer Balkon. Dort wurde das „Café Wizzig“ abgerissen, um einem Neubau für die Fisch-Kette Gosch Platz zu machen. Doch das Projekt ist ins Stocken geraten: Offenbar gibt es unterschiedliche Ansichten über den zugrundeliegenden Bebauungsplan. Der Timmendorfer Bauausschuss drängt auf eine Lösung, und auch der Investor will so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen.

Bauausschuss will ein Ende der Baustelle

Der mit Werbebannern verklebte Holzzaun rund um die Baugrube macht den Anblick am Niendorfer Balkon nicht eben besser: Der für fünf Millionen Euro elegant gestaltete und im Mai 2013 eingeweihte Platz endet in Richtung Promenade in einem gewaltigen Schutt-Loch. Und das seit dem Frühjahr 2018. „Es muss jetzt eine Lösung gefunden werden, damit diese Baustelle wegkommt“, sagt Christian Freitag (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde Timmendorfer Strand. Dort ging es in der letzten Sitzung vor den Herbstferien erneut um den „B-Plan 20 für das Grundstück Strandstraße 131“. Ohne Ergebnis.

Denn die Lage ist kompliziert. Im Mai 2017 ging das neue Gosch-Lokal im vorhandenen Gebäude übergangsweise an den Start, allerdings zunächst ohne Konzession, weshalb erst einmal kein Alkohol ausgeschenkt werden konnte. Bis März 2018 wollte Investor Jens Friedländer dann einen Neubau für 4,5 Millionen Euro errichten, das alte Gebäude wurde abgerissen – doch dann war die Rede von „Verzögerungen“. Bis jetzt wurde es nichts mit den 120 Plätzen für die Gastronomie im Erdgeschoss und den drei Wohnungen darüber, zwei für Feriengäste, eine für den Betreiber.

Zunächst zog die Fisch-Kette Gosch in das alte Gebäude am Niendorfer Balkon. Dann wurde dieser Bau abgerissen. Seither schirmt ein Bauzaun die Baugrube ab.

Der Investor verweist auf einen rechtsgültigen B-Plan

Die Dimensionen des Neubaus stoßen dabei nicht überall auf Begeisterung: Ein bis zu elf Meter hohes Gebäude – zwei Geschosse plus Staffelgeschoss – soll auf der Grenze zum Grundstück Strandstraße 129 entstehen. Grundlage ist ein B-Plan aus dem Jahr 2003, in dessen Aufstellungsverfahren jedoch „der Planungswille nicht ausreichend begründet“ worden sei, heißt es in einer Vorlage des Timmendorfer Bauausschusses. „Offenbar ist der B-Plan nicht rechtskräftig“, erklärt Christian Freitag, „und der Bauausschuss soll das jetzt heilen.“ Ein „Riesenklotz“ an diesem Standort sei aber „politisch nicht gewollt“.

An der Gebäudehöhe ließe sich vermutlich wenig ändern, so Freitag, doch zumindest solle ein Abstand von drei Metern zur Grundstücksgrenze von Nr. 129 hin eingehalten werden. „Es gibt eine Genehmigung dafür, auf der Grundstücksgrenze zu bauen“, sagt hingegen Investor Jens Friedländer, „und ebenso für die Zweigeschossigkeit plus Staffelgeschoss.“ Der B-Plan sei rechtsgültig.

Gosch ist weiterhin am Niendorfer Standort interessiert

Der Kreis Ostholstein habe für die „Aufstockung der vorhandenen Gebäudesubstanz“ 2016 eine Baugenehmigung erteilt, heißt es aus der Kreisverwaltung in Eutin. „Diese gilt drei Jahre, ist aber in dem Zeitraum nicht ausgeschöpft worden. Zwischenzeitlich wurden die vorhandenen Gebäude abgerissen.“ Nach „hiesigem Kenntnisstand“ sei der B-Plan „durchgehend anwendbar“ gewesen. Nach Angaben von Jens Friedländer fehle noch eine Baugenehmigung für das Erdgeschoss, dann könnten die Arbeiten beginnen. Mit einer Fertigstellung sei allerdings frühestens zur nächsten Sommersaison zu rechen. Bei Gosch herrscht zumindest weiterhin Interesse an einem Lokal in Niendorf. „Wir halten an diesem Standort fest“, erklärt Lizenznehmer Thomas Schmidt.

Auch die Kommunalpolitik wolle, dass es vorangeht, „aber eben nicht in den geplanten Dimensionen“, meint Christian Freitag. Der Ausschuss habe den Aufstellungsbeschluss zum B-Plan jedenfalls vorerst nicht abgesegnet und die Verwaltung aufgefordert, schnellstmöglich eine andere Variante vorzulegen. „Wir wollen damit das Signal senden, dass es so nicht geht.“

Die Standorte im LN-Verbreitungsgebiet

Auch in Heiligenhafen soll ein neues Gosch-Lokal entstehen. Zwischen der Straße Steinwarder und der Jachthafen-Promenade soll es 250 Sitzplätze (innen und außen) geben, die Eröffnung ist für Pfingsten 2020 geplant.

Vier weitere Gosch-Lokale gibt es bereits im LN-Verbreitungsgebiet: in Lübeck (Citti-Markt, Herrenholz), in Travemünde (Vorderreihe), in Timmendorfer Strand (Kurpromenade) und in Scharbeutz (Dünenmeile).

Von Sabine Latzel

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